Dogma

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Ein Dogma ist eine von Gott vor dem Tode des letzten Apostels geoffenbarte Wahrheit, die als solche von der Kirche unfehlbar zu glauben vorgelegt wird. Sie ist im depositum fidei oder Glaubenshinterlage ausdrücklich oder wenigstens Einschlussweise enthalten. Vor der unfehlbaren Vorlage durch die Kirche war sie schon geoffenbart, aber noch kein Dogma.[1]

Das Wesen eines Dogmas besteht darin, Glaubensgut, das uns von Jesus Christus übergeben wurde, unverfälscht und umfassend (=katholisch) zu erhalten und vor Verfälschung zu bewahren. Faktisch wurden Dogmen sehr oft als Antwort auf Irrlehren formuliert. Zum Beispiel führte die Irrlehre, wonach Maria nur den "Menschen" Jesus geboren hätte (Nestorius!) zum Dogma der Gottesmutterschaft (431 am Konzil von Ephesus formuliert).

Die systematische Darlegung der Dogmen und des christlichen Glaubens ist Aufgabe der Dogmatik.

Inhaltsverzeichnis

Grundlage für Dogmen

Ein Dogma stellt kein neues Glaubensgut dar, sondern das, was in Jesus geoffenbart ist und in der Tradition der Kirche seit der Zeit der Apostel weitergegeben wurde (="apostolisch"), wird durch den Papst formuliert. Die Gemeinschaft der Kirche hilft dem Papst in seiner Entscheidungsfindung

Weiters kann auch das, was seit apostolischer Zeit immer und überall in der Kirche geglaubt worden ist, Basis für ein Dogma sein (der sogenannte Glaubenssinn der Kirche).

Verbindlichkeit der Dogmen

Das erste Vatikanische Konzil (1869 – 1870) beschreibt die Verbindlichkeit durch den Papst feierlich:

"Unter Gutheißung des heiligen Konzils lehren und definieren Wir (Pius IX.) als von Gott geoffenbartes Dogma, dass der römische Bischof (Papst), wenn er ex cathedra spricht, d.h. wenn er als Hirt und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten apostolischen Autorität endgültig festlegt, dass eine Lehre bezüglich des Glaubens oder der Sitten von der gesamten Kirche zu halten ist, durch den göttlichen Beistand, der dem heiligen Petrus verheißen ist, die Unfehlbarkeit besitzt, die nach dem Willen des göttlichen Erlösers seine Kirche bei der Definierung einer Glaubens- und Sittenlehre haben sollte, und dass deshalb derartige Definitionen des römischen Bischofs aus sich, nicht aber (erst) infolge der Zustimmung der kirche, unabänderlich sind."

In der Praxis bedeutet das: Wenn die Kirche ein Dogma formuliert, so ist der Glaube daran für Christen absolut verbindlich. Wer noch am Weg ist und aus Unwissenheit oder unverschuldet zweifelt, steht deshalb aber noch nicht außerhalb der Kirche, sondern sollte streben, sich im Gebet und Studium diesem Glaubensgut anzunähern.

Bedeutung der Dogmen

Die dogmatischen Definitionen haben eine dem Gesamtzusammenhang der kirchlichen Lehre dienende Funktion (vgl. KKK 114). Die Lehre Christi und der Kirche wiederum dient dem Glaubensleben, das nach katholischer Überzeugung seinen vorzüglichen Ausdruck in sakramentaler Teilhabe am Leben Gottes findet. Ohne Gewissheit der wahren Religion, auch in Einzelfragen, kann aber auch die christliche Liebe nicht zuverlässig praktiziert werden.

Zur Terminologie der Dogmen

Eine von der Kirche einmal terminierte Lehre darf man nicht in Vergessenheit geraten zu lassen oder sie in einer Weise zu erklären, dass die wahre Bedeutung der Worte oder die geltenden Begriffe abgeschwächt werden.[2]

In der Erklärung Mysterium ecclesiae über die Kirche und ihre Verteidigung gegen einige Irrtümer von heute (datiert auf den 24. Juni 1973) schreibt die Kongregation für die Glaubenslehre im 5. Kapitel:

Fortschritt des Dogmas

Ein Fortschritt des Dogmas bedeutet der Fortschritt in der Erkenntnis der geoffenbarten Wahrheit, dessen Abschluss das Dogma bildet als endgültiges Lehrurteil des obersten Lehramtes der Kirche über den Offenbarungscharakter einer Lehre. Nicht das Dogma (die Glaubenswahrheit oder die Offenbarung) schreitet fort, sondern das Verständnis der Offenbarung.[3]

Keine Fälschung des Begriffes der Unfehlbarkeit der Kirche

"Die Weitergabe der göttlichen Offenbarung durch die Kirche gerät in Schwierigkeiten verschiedener Art. Diese entstehen dadurch, dass die verborgenen Geheimnisse Gottes "ihrer Natur nach den menschlichen Verstand in der Weise übersteigen, dass sie auch nach erfolgter Offenbarung und gläubiger Annahme dennoch vom Schleier des Glaubens bedeckt und gleichsam in Dunkel gehüllt bleiben (1. Vat. Konz., Dogm. Konst. Dei Filius, Kap. 4. Denz.-Schönm. 3016.)"; ferner auch aus der historischen Bedingtheit, der der Ausdruck der Offenbarung unterliegt.
Was diese Geschichtlichkeit angeht, muss zunächst bedacht werden, dass der Sinn, den die Glaubensaussagen haben, teilweise von der Aussagekraft der zu einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Umständen angewandten Sprache abhängt. Außerdem kommt es bisweilen vor, dass eine dogmatische Wahrheit zunächst in unvollständiger, aber deshalb nicht falscher Weise ausgedrückt wird und später im größeren Zusammenhang des Glaubens und der menschlichen Erkenntnisse betrachtet und dadurch vollständiger und vollkommener dargestellt wird. Ferner will die Kirche in ihren neuen Aussagen das, was in der Heiligen Schrift und in den Aussagen der früheren Überlieferungen schon einigermaßen enthalten ist, bestätigen oder erhellen, sie pflegt dabei aber zugleich an die Lösung bestimmter Fragen und die Beseitigung von Irrtümern zu denken. All dem muss man Rechnung tragen, um jene Aussagen richtig zu deuten. Schließlich unterscheiden sich zwar die Wahrheiten, die die Kirche in ihren dogmatischen Formeln wirklich lehren will, von dem wandelbaren Denken einer Zeit und können auch ohne es zum Ausdruck gebracht werden; trotzdem kann es aber bisweilen geschehen, dass jene Wahrheiten auch vom Lehramt in Worten vorgetragen werden, die Spuren solchen Denkens an sich tragen.
Dies beachtend muss man sagen, dass die dogmatischen Formeln des kirchlichen Lehramtes die offenbarte Wahrheit von Anfang an in geeigneter Weise mitgeteilt haben und, auch wenn die Formeln dieselben bleiben, das auch weiterhin tun werden, wenn man sie richtig interpretiert (Vgl. Pius IX., Breve Eximiam tuam A.A.S. 8 (1874-75), 447. Denz.-Schönm. 2831. Paul VI., Enzyklika Mysterium fidei. A.A.S. 57 (1965), 757 f. und: L'Oriente cristiano nella luce di immortali Concili. In: Insegnamenti di Paolo VI, Band 5. 412 f.). Daraus folgt allerdings nicht, jede einzelne von ihnen sei oder bleibe dazu in gleicher Weise geeignet. Deshalb bemühen sich die Theologen, die Lehrabsicht, die jene verschiedenen Formeln wirklich enthalten, genau zu umschreiben, und mit dieser Bemühung leisten sie dem lebendigen Lehramt der Kirche, dem sie unterstehen, eine bedeutende Hilfe. Darüber hinaus geschieht es aus demselben Grunde immer wieder, dass alte dogmatische und andere, ihnen irgendwie nahestehende Formeln im alltäglichen Gebrauch der Kirche lebendig und fruchtbar bleiben und ihnen dennoch in geeigneter Weise neue Darlegungen und Aussagen beigefügt werden, die ihren ursprünglichen Sinn bewahren und erhellen. Ferner ist es auch schon geschehen, dass im alltäglichen Gebrauch der Kirche manche von jenen Formeln verschwunden sind zugunsten neuer Ausdrucksweisen, die, vom Lehramt vorgelegt oder gebilligt, den gleichen Sinn klarer und vollständiger wiedergeben.
Der Sinn der dogmatischen Formeln selbst aber bleibt in der Kirche immer wahr und konstant, wenn er auch mehr erhellt und vollständiger erkannt wird. Die Christgläubigen müssen sich also von der Meinung abwenden, nach der: Erstens die dogmatischen Formeln (oder gewisse Arten von ihnen) die Wahrheit nicht bestimmt, sondern nur veränderlich approximativ bezeichnen und dabei verunstalten oder verändern; zweitens die Wahrheit nur unbestimmt bezeichnen, die man ständig durch die genannten Annäherungswerte suchen müsse. Wer eine solche Meinung annimmt, entgeht nicht einem dogmatischen Relativismus und verfälscht den Begriff der Unfehlbarkeit der Kirche, die sich auf die Lehre und das Festhalten der Wahrheit in bestimmter Gestalt erstreckt.
Eine derartige Meinung widerstreitet sicher den Erklärungen des Ersten Vatikanischen Konzils, das sich zwar eines Fortschrittes der Kirche in der Erkenntnis der Offenbarungswahrheit bewusst war (Vgl. 1. Vat. Konz., Dogm. Konst. Dei Filius, Kap. 4, Denz.-Schönm. 3020), aber doch lehrte: "Immer muss der Sinn der heiligen Dogmen bewahrt werden, den die heilige Mutter Kirche einmal dargelegt hat. Und niemals darf von diesem Sinn unter dem Schein und im Namen einer höheren Einsicht abgewichen werden (Vgl. 1. Vat. Konz., Dogm. Konst. Dei Filius, Kap. 4, Denz.-Schönm. 3020)"; und es hat die Meinung verurteilt, nach der es geschehen könne, "dass den von der Kirche vorgelegten Dogmen irgendwann einmal, entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft, ein anderer Sinn zuzuschreiben sei als der, den die Kirche erkannt hat und erkennt (Ebd., Kanon 3. Denz.-Schönm. 3043)." Ohne Zweifel ist nach diesen Texten des Konzils der Sinn der Dogmen, wie ihn die Kirche erklärt, bestimmt und irreformabel.
Die genannte Meinung scheidet sich auch von dem, was Papst Johannes XXIII. bei der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die christliche Lehre gesagt hat: "Diese sichere und unwandelbare Lehre, der gläubiger Gehorsam entgegenzubringen ist, muss in der Weise erforscht und dargelegt werden, die unsere Zeit erfordert. Etwas anderes ist nämlich die Hinterlage des Glaubens, das heißt die Wahrheiten, welche die ehrwürdige Lehre enthält, etwas anderes die Art und Weise, wie diese verkündet werden, freilich unter Wahrung von Sinn und Inhalt (Johannes XIII., Ansprache bei der Eröffnung des 2. Vatikan. Konzils. A.A.S. 54 (1962), 792. Vgl. 2. Vat. Konz., Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, Art. 62. Const., Decr., DecL 780.)." Da der Nachfolger Petri hier von sicherer und unveränderlicher christlicher Lehre spricht, von der Glaubenshinterlage, was dasselbe ist wie die in dieser Lehre enthaltene Wahrheit, von der Bewahrung dieser Wahrheit in dem gleichen Sinn, ist es klar, dass er einen für uns unterscheidbaren, wahren und unveränderlichen Sinn der Dogmen meint. Die Neuheit dagegen, die er entsprechend den zeitbedingten Bedürfnissen empfiehlt, erstreckt sich nur auf die Forschungs-, Darlegungs- und die Aussageweise dieser Lehre unter Beibehaltung ihres Sinnes. In ganz derselben Weise hat Papst Paul VI. die Hirten der Kirche gemahnt und erklärt: "Jetzt müssen wir uns entschlossen dafür einsetzen, dass die Lehre des Glaubens den ganzen Reichtum ihres Aussagegehaltes und ihrer Bedeutung bewahrt, wenn sie auch in einer Weise verkündet werden muss, die den Geist und die Herzen der Menschen erreicht, an die sie sich richtet (Paul VI., Apost. Mahnung Quinque iam anni. A.A.S. 63 (1971), 100 f.)."

Literatur

  • Handbuch der Dogmengeschichte, mehrere Bände, Freiburg 1968.

Anmerkungen

  1. Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, S. 63, Dogma (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  2. Paul VI. Enzyklika Mysterium fidei über die Lehre und den Kult der heiligen Eucharistie vom 3. September 1965, Nr. 9-12.
  3. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 89, Fortschritt des Dogmas (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
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