Offenbarung

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Offenbarung nennt man die Selbstmitteilung Gottes durch die Schöpfung, durch sein Wort an die Menschen in der Geschichte und durch die Sendung seines Sohnes Jesus Christus. Gott ist durch seine Offenbarung jeglicher Bemühung des Menschen schon entgegengekommen und ist ihr voraus.

Inhaltsverzeichnis

Dei Verbum

Das Zweite Vatikanische Konzil führte in seiner Dogmatischen Konstitution Dei verbum über die göttliche Offenbarung aus: "Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun (vgl. Eph 1,9 EU): dass die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2,18 EU; 2 Petr 1,4 EU). In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15 EU; 1 Tim 1,17 EU) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11 EU; Joh 15,14-15 EU) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38 EU), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen."[1]

In erster Linie ist Offenbarung nicht Mitteilung von Informationen und Inhalten, sondern eine umfassende Selbstmitteilung des Wesens Gottes, verbunden mit der Zusage einer in die Zukunft weisenden Beziehung zwischen dem Offenbarer und dem Empfänger der Offenbarung: "Eröffnung an der Partizipation der Lebenswirklichkeit Gottes, Eröffnung und Geschenk des Weges, der in die Wahrheit hinein und zum Leben führt (Joh 14,6 EU)."[2] "Durch seine Offenbarung wollte Gott sich selbst und die ewigen Entscheidungen seines Willens über das Heil der Menschen kundtun und mitteilen, 'um Anteil zu geben am göttlichen Reichtum, der die Fassungskraft des menschlichen Geistes schlechthin übersteigt'."[3]

Man unterscheidet

  • die natürliche Offenbarung durch die ganze Schöpfung, die Zeugnis gibt von dem ewigen, allmächtigen, weisen Schöpfer und Herrn der Welt, und
  • die übernatürliche Offenbarung in der Heilsgeschichte, die in der Sendung des Sohnes Gottes, Jesus Christus, gipfelte, der "durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten" bezeugte, "dass Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken.[4]. Die übernatürliche Offenbarung wird vom Menschen aufgenommen durch das Geschenk des Glaubens, einer "eingegossenen übernatürliche Tugend", durch den der sich als Offenbarer bezeugende Gott dem Menschen eine "zuvorkommende und helfende Gnade" und "den inneren Beistand des Heiligen Geistes" zugesprochen hat und so dem Menschen eine übernatürliche religiöser Erfahrung ermöglicht.[5]

Für den einzelnen Menschen ist sein Gewissen der Ort, wo Gott ihm zusagt, "dass ihm die subjektive Fähigkeit zur sittlichen Erkenntnis gegeben ist", so dass er nach einem "der Schöpfungs- und Erlösungsordnung adäquaten Handeln" strebt.[6] Das Zweite Vatikanische Konzil formulierte in der Pastoralkonstitution Gaudium et spes (Nr. 16): "Der Mensch hat ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist, dem zu gehorchen eben seine Würde ist und gemäß dem er gerichtet werden wird[7]. Das Gewissen ist die verborgenste Mitte und das Heiligtum im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist[8]."


Quellen der Offenbarung

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Das Fundament und die Basis des Glaubens ist die Offenbarung Gottes in seinem Wort und den Sakramenten. Der Offenbarungsinhalt ist nichts anderes als Gottes Wort. Wenn von Offenbarung Gottes die Rede ist, muß stets von Unüberbietbarem und daher von der Selbstmitteilung Gottes die Rede sein. (Selbstmitteilung bedeutet allerdings nicht, dass sich Gott im mitgeteilten Wort erschöpft!) Dem, der glaubt, wird offenbar, dass er in der Gemeinschaft mit Gott lebt. Dies erfährt der Gläubige im Hören auf das Wort Gottes und in der Feier der Sakramente.

Die Offenbarung ist der Weg, der unsere Erkenntnis in Erkenntnisbereiche führt, die dem menschlichen Wissen an und für sich verschlossen sind, weil unsere Gemeinschaft mit Gott mit der Vernunft nicht an der Welt ablesbar ist. Jedoch erlaubt bereits das natürliche Licht der Vernunft, mit Gewissheit auf die Existenz Gottes als des Schöpfers der Welt zu schließen. Diese natürliche Gewissheit vermittelt jedoch nur eine erste Ahnung von den Eigenschaften Gottes.

Ihre überragende Sicherheit empfängt die Offenbarung von Ihrem Schöpfer, von Gott als dem Urquell aller Wahrheit, der nicht täuscht und sich nicht täuschen kann. Da es, wenn Gott sich selbst uns Menschen mitteilt, um Unüberbietbares geht, auf das man sich im Leben und im Sterben verlassen kann, ist somit eine Täuschung auch nicht möglich.

Hierher rührt die einzigartige Würde der Offenbarung und ihrer Erkenntnis, die alle Erfahrungswerte unserer eigenen natürlichen Erfahrung, und alle unmittelbare Evidenz des natürlichen Erkenntnisbereiches, bei weitem übersteigt.

Nur was Gott selbst verbürgt, kann auf Glaubensgewissheit (als einer Gewissheit, die alle Gewissheiten übersteigt) Anspruch erheben. Alle Glaubensaussagen müssen daher die Selbstmitteilung Gottes implizieren. Alles andere ist als Wort Gottes nicht verständlich. Nur Gott gegenüber darf der Gehorsam des Glaubens im eigentlichen Sinne geleistet werden: Der menschliche Glaube und seine Sicherheit sind nur Abglanz, Schatten jenes Lichtes, das die göttliche Autorität und der ihr geschuldete Gehorsam ausstrahlen.

So bedeutet die übernatürliche Heilsordnung eine neue Seins- und Lebensordnung für den Menschen – eingegliedert in den Lebensstrom, der vom innergöttlichen, innertrinitarischen Erkenntnis- und Liebesleben ausgeht und in jenem goldenen Zirkel zu diesem zurückkehrt: Jener Weg, der den Menschen aufnimmt, um an diesem Erkenntnis- und Liebesstrom teilzuhaben, ist Christus selbst: qui est via nobis tendendi in Deum (Thomas von Aquin).

Sofern die Kirche die Heilige Schrift mit der Tradition als Offenbarungsquellen bezeichnet (vgl. Dei Verbum), setzen diese Quellen (im Sinne von uns zugänglichen, zuverlässigen Zeugnissen), doch die eigentliche Quelle voraus, Gott selbst.

Öffentliche Offenbarung

Die öffentliche Offenbarung hat in Christus ihren Höhepunkt erreicht und ist mit dem Tode des letzten Apostels abgeschlossen. Ihr Inhalt wurde von Christus der Kirche zu treuen Händen übergeben (Glaubenshinterlage oder Depositum fidei), und zwar ist er enthalten in der Heiligen Schrift und in der mündlichen Überlieferung. Dabei ist die Frage nicht entschieden, ob es geoffenbarte Wahrheiten gibt, die nicht einmal Einschlussweise in der Heiligen Schrift enthalten sind. Die Tatsache der Offenbarung ist gesichert durch entsprechende Kriterien, und zwar nicht so sehr durch die inneren Kriterien (Schönheit und Erhabenheit der Lehre), sondern vor allem durch die äußeren Kriterien der Wunder und Weissagungen, auf die Christus selbst sich als Kriterien seiner göttlichen Sendung berufen hat. Das gilt in erster Linie von seiner Auferstehung. Das unfehlbare Lehramt der Kirche, die das Fundament der Wahrheit ist (vgl. 1 Tim 3,15), gibt den Gläubigen von heute die sichere Bürgschaft, dass der Inhalt der Offenbarung, oft einfach Offenbarung genannt, unverfälscht auf uns gekommen ist.

siehe:' Privatoffenbarungen, Offenbarung des Johannes

Anmerkungen

  1. Dei verbum (Wortlaut) Nr. 2.
  2. Jürgen Werbick: Art. "Offenbarung. VI. Systamtisch-theologisch" in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 7, S. 993ff, hier Sp. 993, unter Bezug auf Max Seckler.
  3. Dei verbum Nr. 6; das Zweite Vatikanische Konzil zitiert hier das Erste Vatikanische Konzil, Dogmatische Konstitution über den katholischen Glauben Dei filius, Kap. 2 (Nr. 12: Denz. 1786 (3005).
  4. Dei verbum Nr. 4.
  5. Dei verbum Nr. 4; vgl. KKK 153.
  6. Annette Schavan: Art. Gewissen. III. Praktisch-theologisch in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 4, Sp. 626.
  7. Vgl. Röm 2,14-16 EU
  8. Vgl. Pius XII., Radiobotschaft über die rechte Ausbildung des christlichen Gewissens in den Jugendlichen, 23. März 1952: AAS 44 (1952) 271.
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