Analogie des Glaubens

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Unter Analogie des Glaubens (lat.: analogia fidei) versteht man "den Zusammenhang der Glaubenswahrheiten untereinander und im Gesamtplan der Offenbarung" (KKK 114; vgl. Röm 12,6 EU). Das gilt für das gesamte Glaubensgut.

Die "Analogie des Glaubens" ist nach dem Ersten Vatikanisches Konzil für das Lehramt der Kirche, das stärkste und rahmenhafteste Kriterium, eine Einzelentscheidung des Glaubens zu bewerten. Er heisst dort:

"Die römischen Päpste aber haben das als festzuhaltende Lehre erklärt, was sie unter göttlichem Beistand als mit der Heiligen Schrift und den apostolischen Überlieferungen im Einklang stehend erkannt hatten. Zu dem Zweck beriefen sie, je nachdem Zeitumstände und Weltlage es nahe legten, entweder allgemeine Konzilien, oder befragten die auf dem ganzen Erdkreis verbreitete Kirche über ihre Glaubensansicht; andere Male wieder geschah es auf kleinen Synoden, oder sie bedienten sich andrer Hilfsmittel, wie sie die göttliche Vorsehung ihnen gerade darbot. Denn Petri Nachfolgern ward der Heilige Geist nicht dazu verheißen, dass sie aus seiner Eingebung heraus neue Lehren verkündeten. Ihre Aufgabe ist vielmehr, die von den Aposteln überlieferte Offenbarung oder das anvertraute Glaubensgut unter dem Beistand des Heiligen Geistes gewissenhaft zu hüten und getreu auszulegen." (Erstes Vatikanisches Konzil: Dogmatische Konstitution Pastor aeternus 1870, Nr. 17).

Die Heilige Schrift soll "in der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche“ (vgl. KKK 113), die "Christus der Herr zur Hüterin und Erklärerin des Glaubenshinterlage der von Gott geoffenbarten Wahrheit bestellt hat," gelesen werden. Daher ist es falsch die Bibel nach "rein menschlicher Methode" von Exegeten auszulegen (Humani generis, Nr. 22). Es hat jede Erklärung einer Aussage der Heiligen Schrift von vornherein auszuscheiden, die mit irgendeiner anderen, eindeutig feststehenden Aussage der Heiligen Schrift oder Tradition in Widerspruch steht (negativ), da die Heilige Schrift auf Grund der Inspiration in ihren Aussagen absolut irrtumslos ist.[1] Positiv ausgesagt, ist zur Auslegung einer "dunklen" Stelle der Heiligen Schrift, der von der Kirche irgendwie[2] festgestellte Sinn des ganzen Abschnittes oder eine inhaltlich verwandte Stelle heranzuziehen.[3]

Tabellarische Analogie

Andrej Rublëv-Dreifaltigkeit.jpg
Göttliche Person Offenbarungs-
quelle
Ähnlichkeit: Hervorgang im innergöttlichen Leben
der Heiligsten Dreifaltigkeit
Vater Tradition Die Tradition ist der Ursprung der Bibel und der Analogie des Glaubens, wie aus Gott Vater der Sohn und der Heilige Geist hervorgeht
Sohn Heilige Schrift Die Bibel geht aus den Worten der Überlieferer (z. B. Mose, Propheten, Apostel) hervor, ähnlich wie aus Gott Vater Gott Sohn hervorgeht
Heiliger Geist Lehramtliche Analogie des Glaubens Die Analogie des Glaubens geht aus der Tradition und der Bibel hervor, ähnlich wie der Heilige Geist aus Gott Vater und Gott Sohn hervorgeht
Die Heiligste Dreifaltigkeit, gemalt von dem russischen Ikonenmaler Andrej Rublëv (um 1400) →

Anmerkungen

  1. Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, S. 21, Analogie (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  2. durch Lehrentscheid, Ansicht der Kirchenväter, der Exegeten oder Theologen.
  3. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 14: Analogie des Glaubens (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
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