Herder Verlag

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Der Herder Verlag ist einer der ältesten Verlage Deutschlands und einer der wenigen, die sich nach wie vor in Familienhand befinden. Die Unternehmensleitung liegt bei Manuel Herder, der den Verlag in der sechsten Generation führt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits 1798 edierte der in Rottweil geborene Bartholomä Herder sein erstes Buch und gründete eine Verlagsbuchhandlung. 1801, das als Gründungsjahr des Verlags gilt, erhielt er in Meersburg die Ernennungsurkunde zum Hofbuchhändler und Hofbuchdrucker des Fürstbischofs von Konstanz, Karl Theodor von Dalberg. 1808 verlegte Bartholomä Herder das junge Unternehmen in die Universitätsstadt Freiburg im Breisgau. Hier setzten die folgenden Generationen ihre aktive Verlegertätigkeit trotz politischer und gesellschaftlicher Umbrüche fort.

Unternehmensleiter

  • Bartholomä Herder (1774-1839), Gründer und Leiter von ca. 1800-1839.
  • Sohn Benjamin Herder (1818–1888) und Bruder Karl Raphael Herder (1816–1865), 1839-1864.
  • Sohn Hermann Herder sen. (1864–1937), 1888-1937.
  • Theophil Herder-Dorneich (1898–1987) (Schwiegersohn von Hermann Herder sen.), 1937-1963.
  • Hermann Herder (Hermann Joseph Romano Herder-Dorneich, kurz Hermann Herder) (1926-2011), 1963-1999.
  • Manuel Herder (* 1966), seit 1999.

Päpstliche Schreiben

Papst Leo XIII. belobigte den Verleger der Verlagsbuchhandlung Herder am 11. Dezember 1880, da er die päpstlichen Enzykliken und Schreiben in lateinisch/deutscher Sprache herausgab, die vom Hausprälaten des Papstes übersetzt wurden. Dies geschah bis Pius XI.. Nach dem zweiten Weltkrieg, ab Oktober 1946, druckte die „Herder-Korrespondenz“ (Untertitel von 1948-1967: Orbis catholicus), eine Monatszeitschrift für Gesellschaft und Religion, bis Ende der 1960er-Jahre päpstliche Dokumente im Wortlaut ab.

Reihen

  • „ECCLESIA ORANS. Zur Einführung in den Geist der Liturgie“, herausgegeben von Dr. Ildefons Herwegen O.S.B., Abt von Maria Laach (Bändchen I– XXII, ab 1922).
  • Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters (HBPhMA)
  • Herders Kommentar zum Alten Testament
  • Herders Kommentar zum Neuen Testament
  • Studien zur Theologischen Ethik
  • Quaestiones disputatae
  • usw.

Bekannte Werke

  • Lexikon für Theologie und Kirche
  • Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik
  • Nobert Ruf, Das Recht der Katholischen Kirche nach dem neuen Codex iuris canonici für die Praxis erläutert.
  • Hubert Jedin, Handbuch der Kirchengeschichte, Herder Verlag Freiburg im Breisgau 1962-1979, Band I-VII.
  • Josef Andreas Jungmann SJ, Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe, Verlag Herder Wien 1952, 3. verbesserte Auflage (1. Auflage 1948), Band I + II
  • Karl Rahner, Grundkurs des Glaubens. Einführung in den Begriff des Christentums (1976)
  • Joseph Ratzinger/Benedikt XVI., Jesus von Nazareth. 3 Bände (2007-2012)

Heutiges Verlagsprogramm

Die Bandbreite des Verlagsprogramms reicht von wissenschaftlichen Jahrhunderteditionen wie dem „Lexikon für Theologie und Kirche" bis hin zu Fachlexika, Sachbüchern, Ratgebern, Büchern zum Schenken und Kinderbüchern. Rund 600 neue Bücher bringt Herder jährlich auf den Markt, weitere 2700 Titel aus den zurückliegenden Jahren sind (im Jahre 2008) lieferbar.

Autoren

Der Verlag konnte im Laufe seiner Geschichte viele bedeutende Persönlichkeiten als Autoren gewinnen, darunter die Historiker Carl von Rotteck und Franz Schnabel, den Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob, den Theologen Karl Rahner, den Dichter Reinhold Schneider, die Pädagogin Maria Montessori, den Theologen und jetzigen Papst Joseph Ratzinger/Benedikt XVI..

Zeitschriften

Neben dem Buchprogramm spielen auch die Zeitschriften des Verlags eine wichtige Rolle. Dem Dialog zwischen Kirche, Kultur und moderner Gesellschaft widmen sich unter anderem die "Herder-Korrespondenz", der "Christ in der Gegenwart" und die "Stimmen der Zeit". Mit den Kleinsten und Kleinen der Gesellschaft beschäftigt sich der Bereich Erziehung und Pädagogik mit Zeitschriften wie "mobile", "Philipp", "kindergarten heute" und der "Entdeckungskiste".

Es gehören zu Herder die Verlage Karl Alber (Philosophie) und Josef Knecht (Kirchenkrimis und historische Romane). Im Oktober 2006 hat Herder die Buchverlage Kreuz, Lüchow, Theseus und Urania, die zum Kreuz Verlag GmbH gehören, übernommen.

Literatur

  • Hanns Bücker: Bartholomä Herder 1774-1839. Verleger - Drucker - Buchhändler. Neuausgabe, durchgesehen von Martina Kathöfer und Burkhard Zimmermann. Herder Verlag Freiburg, Basel, Wien 2001 (ISBN 345120505X).

Weblinks

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