Auferstehung Christi

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Die Auferstehung Christi

Auferstehung Christi besagt, dass Jesus Christus am dritten Tage nach seinem Tod am Kreuz mit demselben Leibe verklärt aus dem Grabe von den Toten auferstand (De fide),[1] Die Auferstehung Christi ist eine Grundwahrheit des Christentums, die in allen Glaubensbekenntnissen und in allen Glaubensregeln der alten Kirche ausgesprochen ist.[2] Der Apostel Paulus sagt: Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist die Predigt und der Glaube nichtig (vgl. 1 Kor 15,14 EU). Die Auferstehung des Menschen, ist eine Auswirkung der Auferstehung Christi.[3]

Inhaltsverzeichnis

Begründung der Auferstehung

Nach der biblischen Auffassung ist die gesamte menschliche Person auf Grund ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit dazu bestimmt, der Macht des Todes zu verfallen: Die Seele wird Gefangene des Scheol, während der Leib im Grabe verwest; doch ist dies nur ein vorübergehender Zustand, aus dem der Mensch durch eine göttliche Gnade wiedererstehen wird, so wie man sich von der Erde wieder erhebt, auf der man gelegen hat, oder wie man aus dem Schlafe wiedererwacht, in den man gesunken war.[4]

Altes Testament

Im Alten Testament ist die Auferstehung Christi nach der Auslegung der Apostel Petrus und Paulus (Apg 2,24 ff EU; 13,35 ff EU) in Ps 15,10 EU angekündigt: .Du wirst meine Seele nicht in der Unterwelt lassen, du wirst deinen Frommen nicht die Verwesung schauen lassen (Vgl. D 2272). Die Auferstehung des Messias setzt auch Jes 53,10 EU voraus: Der Gottesknecht, der sich als Schuldopfer hingegeben hat, "wird lange leben" und den Plan Jahwes ausführen.[5]

Neues Testament

Christus hat auf das bestimmteste vorhergesagt, dass er am dritten Tage nach seinem Tode auferstehen werde (vgl. Mt 12,40 EU; 16,21 EU; 17,22 EU; 20,19 EU; 27,63 EU; 28,6 EU; Joh,2 19). Die Wirklichkeit der Auferstehung beweisen die Tatsache des leeren Grabes - ein heimliches Fortschaffen des Leichnams war unter den gegebenen Verhältnissen ausgeschlossen (vgl. Mt 27,62-66 EU) und die zahlreichen Erscheinungen, bei denen Jesus mit den Seinigen redete, sich von ihnen berühren ließ und mit ihnen aß (vgl. Mt 28,1-15 EU; Mk 16,1-20 EU; Lk 24,1-49 EU; Joh 20,1-31 EU, 21,1- EU; 1 Kor 15,3 ff EU). Die Auferstehung Christi steht im Mittelpunkt der apostolischen Lehrverkündigung. Apg 4,33 EU sagt: "Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus Christus" (vgl. Apg 1,22 EU; 2,24.32 EU; 3,15 EU; 13,30ff EU; 17,3.18 EU; 26,23 EU). Sie allein erklärt auch die plötzliche Umwandlung der ganz entmutigten Jünger zu "lebendiger Hoffnung" (1 Petr 1,3 EU).

Der Leib des Auferstandenen befand sich im Zustand der Verklärung, wie sich aus den näheren Umständen der Erscheinungen, aus der Erhabenheit über die Schranken des Raumes und der Zeit, ergibt. Die Wundmale behielt der Auferstandene als Zeugen seines Triumphes über den Tod an seinem verklärten Leib bei. Joh 20,27 EU: .Lege deinen Finger hierher und siehe meine Hände! Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!"

Die Kirchenväter bezeugen die Auferstehung des Herrn gegenüber dem heidnischen Materialismus und dem jüdischen Unglauben mit voller Einmütigkeit.[6]

Ursache der Auferstehung Christi

Christus ist, wie die 11. Synode von Toledo (675) hervorhebt, aus eigener Kraft (virtute propria sua) auferstanden (D 286). Der Grund liegt in der hypostatischen Union. Die Hauptursache der Auferstehung war der Logos in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist; werkzeugliche Ursache waren die hypostatisch mit der Gottheit vereinigten Teile der Menschheit Christi, Seele und Leib. Wenn die Heilige Schrift des öfteren sagt, dass Christus von Gott oder vom Vater auferweckt wurde (z. B. Apg 2,24 EU; Gal 1,1 EU), so sind diese Aussagen auf seine Menschheit zu beziehen (Vgl. Catechismus Romanus I 6, 8).[7]

Bedeutung der Auferstehung Christ

Für Christus Selbst war die Auferstehung der Eintritt in den Zustand der Herrlichkeit, der der Lohn für seine Selbsterniedrigung im Leiden war.

In soteriologischer Hinsicht ist sie zwar nicht wie der Kreuzestod Verdienstursache unserer Erlösung, wohl aber die sieghafte Vollendung des Erlösungswerkes. Sie gehört zur Vollständigkeit der Erlösung und wird darum in der Heiligen Schrift mit dem Kreuzestod als ein Ganzes dargestellt vgl. Röm 4,25 EU. Sie ist das Vorbild unserer geistigen Auferstehung von der Sünde (Röm 6,3 ff EU) und das Vorbild und Unterpfand unserer einstigen leiblichen Auferstehung (1 Kor 15,20ff EU; Phil 3,21 EU). In apologetischer Hinsicht ist die Auferstehung als das größte aller Wunder Christi und als die Erfüllung seiner Weissagungen der stärkste Beweis für die Wahrheit seiner Lehre vgl. 1 Kor 15,14ff EU.[8]

Leugnung der Auferstehung

Geleugnet wird die Auferstehung Christi von allen Formen des Rationalismus in alter und neuer Zeit (Betrugshypothese, Scheintodhypothese, Visionshypothese). Vgl. die Verurteilung des Modernismus durch Pius X. (D 2036f).[9]

Ikonographie

Da die Heilige Schrift den Auferstehungsakt selbst nicht beschreibt, sondern nur berichtet, die Frauen hätten am Ostermorgen das Grab leer gefunden und der Auferstandene sei seinen Jüngern oft erschienen, hat die abendländische Kunst bis ins 13. Jahrhundert als Ersatz für die Auferstehung die Frauen am Grabe oder eine Erscheinungsszene dargestellt. Die byzantinische Kunst benutzte als Ersatzbild die Höllenfahrt. Erst die deutsche Kunst des hohen Mittelalters versuchte, ein wirkliches Auferstehungsbild zu schaffen; sie stellte Christus dar im Begriffe, mit der Kreuzesfahne aus der Grabeskufe herauszusteigen. Dies Schema erhielt sich hier bis zum 15. Jahrhundert. In Italien hatte schon Giotto eine glücklichere Lösung gefunden: in seinem Rundbild in der Akademie zu Florenz lässt er den Heiland in siegreicher Majestät über dem Grabe schweben. Dieser Typus wird allmählich in der ganzen Kunst herrschend. Am feierlichsten hat ihn Grünewald am Isenheimer Altar verwirklicht.[10]

Päpstliche Schreiben

Pius V.

Johannes Paul II.

Literatur

Anmerkungen

  1. vgl. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 232 (10. Auflage; Imprimatur Freiburg im Breisgau, den 2. Dezember 1969 Der Generalvikar Dr. Schlund); Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, Artikel: Auferstehung, S. 30, (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  2. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik, S. 232.
  3. Erzbischof Wendelin Rauch (Hg.): Lexikon des katholischen Lebens, Herder Verlag Freiburg im Breisgau 1952, Artikel Auferstehung der Toten, Sp. 75 (1352 Spalten).
  4. Jean Radermakers und Pierre Grelot in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, Herausgegeben von Xavier Lèon-Dufour, Herder Verlag Freiburg 1981, Artikel Auferstehung, S. 31 (Sonderausgabe der 2. Auflage; 827 Seiten; ISBN 3-451-1417-4; Imprimatur Freiburg im Breisgau, den 20. Juli 1964 Der Generalvikar Dr. Föhr).
  5. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 232+233.
  6. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 233.
  7. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 233.
  8. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 233.
  9. Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik Herder Verlag 1981, S. 233.
  10. Karl Künstle in: LThK 1. Auflage, Band 1, Artikel: Auferstehung, Sp. 790.
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