Vinzenz von Lérins

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Vinzenz von Lérins, auch Vincenz, Vincent, Vincentius; Lerin, Lerinum; lateinisch: Vincentius Lerinensis, (* ≈ 470-480 [geschätzt]; † zwischen 434 und ≈ 440-450 vermutlich in Lérins) war ein Heiliger, Priester-Mönch und Kirchenvater. Sein liturgischer Gedenktag ist der 24. Mai. Er ist berühmt, wegen seines Commonitoriums.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Vinzenz wurde in Gallien geboren. Er übte er eine Berufstätigkeit in der Welt aus, bevor er die asketischen Lebensweise als Mönch und Priester im Kloster der Insel Lerins wählte. Vinzenz war sehr belesen und hatte Kenntnis theologischer Texte, insbesondere der augustinischen Werke. Hinzu kam eine Lehrtätigkeit für junge Mönche, für die Söhne des Eucherius (frühestens ab 426). Er starb während der Herrschaft von Theodosius (421-450) und Valentinian" III. (425-455), d.h. vor 450 n. Chr.[1]

Verehrung

Die Wurzeln der Verehrung des Vinzenz als eines Heiligen liegen im Dunkeln. Obwohl sein Leichnam in Lerins große Verehrung erfuhr, wurde Vinzenz kein eigentlicher Kult zuteil. Sein Name erscheint weder in alten Martyrologien noch in Kalendarien oder im Brevier. Erst seit dem 16. Jahrhundert, im Zuge seiner Wiederentdeckung, fand Vinzenz auch unter hagiologischem Aspekt Interesse. Sein Name wurde zuerst von Kardinal Baronius ins römische Martyrologium eingeführt (Erstausgabe Rom 1584).[2]

Werke

Commonitorium (Vinzenz von Lérins)

Vinzenz ist berühmt wegen seiner Erklärungen im ersten und zweiten Commonitorium. Sie lauten: was überall, immer, von allen geglaubt worden ist (quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum es) ist wirklich katholisch: Commonitorium II, 3). Für die Unveränderlichkeit des Glaubens und sein Wachstum: Allein es muss in Wahrheit ein Fortschritt im Glauben sein, keine Veränderung. Zum Fortschritt gehört nämlich, dass etwas in sich selbst zunehme, zur Veränderung aber, dass etwas aus dem einen sich in ein anderes verwandle. Wachsen also und kräftig zunehmen soll sowohl bei den einzelnen als bei allen, sowohl bei dem einen Menschen als in der ganzen Kirche, nach den Stufen des Alters und der Zeiten, die Einsicht, das wissen und die Weisheit, aber lediglich in der eigenen Art, nämlich in derselben Lehre, in demselben Sinne und in derselben Bedeutung (eodem sensu eademque sententia).(Nr. 28).

Die Excerpta

  • Die Excerpta sind eine Kollektion der Schriften des Kirchenlehrers Augustinus. Sie erschien vor 440. Sie wurden zwischen 434 und 440 verfasst, wie die Zueignung an Papst Sixtus bzw. Xystus III. verrät. Sie besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil (1-5) des Werkes richtet sich besonders gegen Arius und Apollinaris, der zweite (6- 10) gegen Nestorius. Die Exzerpte sind hauptsächlich dem Opus De Trinitate entnommen, aber auch Spätwerke wie De praedestinatione sanctorum und De dono perseverantiae finden bei der Auswahl Berücksichtigung. Die Kompilationsschrift des Vinzenz hat sich offenkundig weiter Rezeption erfreut, zumindest im Bereich Italiens und Spaniens. Die Excerpta wurden nicht nur gelesen, vielmehr wurde auf dem Konzil von Sevilla 619 daraus auch zitiert. In einem Brief der spanischen Bischöfe an ihre französischen Kollegen (792 oder 793) finden sich umfangreichere Auszüge aus dem Werk.[3]

Weitere Werke

  • Obiectiones Vincentianae (Vinzenz zugeschrieben).
  • evtl. auch: Obiectiones Vincentianae

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vinzenz von Lérins: Commonitorium, Mit einer Studie zu Werk und Rezeption herausgegeben und kommentiert von Michael Fiedrowicz, (lateinisch-deutsch) übersetzt von Claudia Barthold, Textgrundlage: Edition von R. Demeulenaere CCL 64 (1985), Carthusianus Verlag Mülheim/Mosel 2011, S. 7-16 (1. Auflage, 368 Seiten, ISBN 978-3-941862-04-3).
  2. Vinzenz von Lérins: Commonitorium, Carthusianus Verlag 2011, S. 17.
  3. Vinzenz von Lérins: Commonitorium, Carthusianus Verlag 2011, S. 19+20.
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