Thaddäus Brunke

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Thaddäus Brunke OFM, Geburtsname Wilhelm Brunke (* 21. Januar 1903 in Harburg/Elbe; † 5. August 1942 im KZ Dachau) war ein deutscher Franziskaner und Priester. Er starb in der Lagerhaft und zählt zu den katholischen Märtyrern der Zeit des Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilhelm Brunke wuchs in Harburg bei Hamburg auf. Am 28. März 1923 wurde er Mitglied der Thüringischen Franziskanerprovinz (Thuringia) und erhielt den Ordensnamen Thaddäus. Nach dem Noviziat in Salmünster legte er am 29. März 1924 dort die zeitliche Profess ab, die ewige Profess am 23. April 1927 im Kloster auf dem Frauenberg in Fulda. Sein Philosophiestudium absolvierte er im Studienhaus der Thuringia in Sigmaringen-Gorheim, Theologie studierte er in Fulda, wo er am 7. April 1929 die Priesterweihe empfing.

Anschließend ging er für zehn Jahre als Kaplan nach St. Bonifatius in Mannheim. Im August 1939 ernannte ihn die Provinzleitung der Thuringia zum Guardian in Fulda. Als Superior des großen Klosters auf dem Frauenberg war er auch für die Versorgung der Brüder im Kloster mit Lebensmitteln verantwortlich, die größtenteils von Landwirten gespendet wurden. 1936 hatten die Nationalsozialisten gesetzlich eine Ablieferungspflicht für Lebensmittel angeordnet. Den Franziskanern war damit das Almosensammeln oder "Terminieren" nicht mehr möglich. Befreundete Bauern brachten jetzt die Lebensmittel zum Kloster. Dabei wurde am 30. November 1940 der Wagen eines Landwirts von der Gestapo beschlagnahmt, Hausdurchsuchungen im Kloster ergaben zu viele Schweine und zu große Eiervorräte. Pater Thaddäus hatte mit der Lagerung dieser Vorräte gegen eine Weisung des Provinzials Vinzenz Rock verstoßen, der damit der Gestapo keinen Anlass zum Eingreifen geben wollte. Die Provinzleitung der Thuringia setzte Thaddäus Brunke am 9. Dezember 1940 als Guardian von Fulda ab, um die Aufhebung des Klosters zu verhindern, welche allerdings trotzdem am 14. Dezember erfolgte.

Thaddäus Brunke ging ins Kloster nach Salmünster. Dort wurde er am 14. Dezember 1940 verhaftet. Nach einem Aufenthalt im Lager Breitenau bei Kassel wurde er am 16. Mai 1941 ins KZ Dachau eingeliefert. Nach einer Aussage seines Mitgefangenen Pfarrer Josef Albinger war Brunke dort bei den inhaftierten Priestern beliebt wegen seiner Uneigennützigkeit und Opferbereitschaft. Er schrieb Noten und Texte für den gregorianischen Gesang bei den Gottesdiensten im Priesterblock im KZ Dachau. Nach zwei Schlaganfällen im Juni und August 1941 starb Thaddäus Brunke, geschwächt von Hunger und schwerer Arbeit, am Morgen des 5. August 1941.

Würdigung

Provinzial Vinzenz Rock schrieb im Rückblick über Brunkes „Opfertod für den Frauenberg“, es sei richtig gewesen, dass der Guardian sich gegenüber der Gestapo als Alleinverantwortlicher für die Hortung der Lebensmittel ausgegeben habe und so nicht andere „mit herein gerissen“ habe. Der Provinzial sei sich aber auch im klaren darüber, dass er und die Mitbrüder der Provinzleitung „dadurch gefehlt haben, daß wir zu wenig für ihn eingetreten sind“.[1]

In Mannheim wurde vor der Bonifatiuskirche ein Stolperstein zum Gedenken an Kaplan P. Thaddäus Brunke verlegt.

Literatur

  • Emmanuel Dürr: Pater Thaddäus (Wilhelm) Brunke. In: Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Schöningh, Paderborn 1999, ISBN 3-506-75778-4, Bd. 2, S. 746f.

Anmerkungen

  1. Zitiert bei Emmanuel Dürr: Pater Thaddäus (Wilhelm) Brunke. In: Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Paderborn 1999, Bd. 2, S. 747.
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