Quatunque Le siano

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Apostolischer Brief
Quatunque Le siano

von Papst
Leo XIII.
an Kardinal Mariano Rampolla, Staatssekretär,
über die Bedeutung der territorialen Souveränität des Papstes
15. Juni 1887

(Offizieller lateinischer Text: ASS XX [1887] 4-27)

(Quelle: Die katholische Sozialdoktrin in ihrer geschichtlichen Entfaltung, Hsgr. Arthur Fridolin Utz + Birgitta Gräfin von Galen, mit italienischen Original, XXIV 39-66, Band II, S. 2472-2493, Scientia humana Institut Aachen 1976, Imprimatur Friburgi Helv., die 2. decembris 1975 Th. Perroud, V.G.; in Fraktur in: Leo XIII., Lumen de coelo III., - Bezeugt in seinen Allocutionen, Rundschreiben, Constitutionen, öffentlichen Briefen und Akten, Buch und Verlag Rudolf Brzezowsky & Söhne Wien 1891, S. 171-185)

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Bedauerlicher Bruch zwischen der Kirche und den Staaten

Obwohl Ihnen die Absichten, die Uns bei der Regierung der universalen Kirche leiten, hinreichend bekannt sind, halten Wir es doch für angebracht, sie kurz zusammenzufassen und Ihnen genauer zu erläutern, denn aufgrund des neuen Amtes, in das Unser Vertrauen Sie berufen hat, müssen Sie dabei noch enger mitarbeiten und nach Unseren Ideen Ihre Tätigkeit ausrichten.

Inmitten der großen Sorgen, die Uns das schwere Gewicht des hohenpriesterlichen Amtes immer bereitet hat und auch in Zukunft bereiten wird, richtet Uns die in Unserer Seele fest verwurzelte Überzeugung nicht wenig auf, dass die Kirche eine große Wirkkraft nicht nur rur das ewige Heil der Seelen, ihr wahres und ureigenes Ziel, besitzt, sondern auch für die Wohlfahrt der ganzen menschlichen Gesellschaft. - Und von Anfang an haben Wir Uns vorgenommen, unermüdlich dahin zu wirken, die Schäden zu beseitigen, die der Kirche durch die Revolution und den Unglauben zugefügt werden, und zugleich die ganze Menschheitsfamilie den Beistand dieser göttlichen Macht, dessen sie so dringend bedarf, spüren zu lassen. - Und da die Feinde schon seit langer Zeit alles dar an setzen, der Kirche jeden sozialen Einfluss zu nehmen und ihr Völker und Regierungen zu entfremden, indem sie kein Mittel unversucht lassen, um sie zu verdächtigen und als Feindin erscheinen zu lassen, so haben Wir Unsererseits sie immer als das dargestellt, was sie wirklich ist, als die größte Freundin und Wohltäterin der Fürsten und Völker, und Wir waren bestrebt, sie mit ihr zu versöhnen, indem Wir zwischen dem Heiligen Stuhl und den verschiedenen Nationen enge freundschaftliche Beziehungen geknüpft und immer mehr verstärkt haben und indem Wir überall den religiösen Frieden wiederhergestellt haben.

Ohne die segensreiche Tätigkeit der Kirche keine soziale Ordnung

Alles bestärkt Uns darin, Herr Kardinal, diesen Weg beständig weiterzugehen, und es ist nicht nötig, die Gründe dafür einzeln darzulegen. Wir erwähnen nur, wie dringend notwendig es für die Gesellschaft ist, zu den wahren Ordnungsprinzipien zurückzukehren, die sie so unbesonnen verlassen und vernachlässigt hat. Weil diese aufgegeben wurden, zerbrach die friedliche Eintracht zwischen Volk und Herrschern und zwischen den verschiedenen sozialen Klassen, auf der die öffentliche Ruhe und Wohlfahrt beruht, wurden das religiöse Gefühl und das mäßigende Pflichtbewusstsein geschwächt, weshalb der Geist der Unabhängigkeit und der Revolte, der zur Anarchie und zur Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenlebens führt, mächtig erstarkte und weit um sich griff. - Das Übel wächst ins Unabsehbare, und viele Staatsmänner machen sich ernste Gedanken und versuchen auf jede Weise, die Gesellschaft vor dem gefährlichen Abgrund aufzuhalten und zum Heil zurückzurufen. Und es ist gut so, denn mit allen Kräften muss ein Damm gegen einen so zerstörerischen Strom gebaut werden. - Aber die Rettung kann nicht ohne die Kirche kommen; ohne den heilsamen Einfluss jener, die die Geister mit Sicherheit zur Wahrheit führen und die Gemüter zur Tugend und zum Opfergeist anhalten kann, können weder die Strenge des Gesetzes, noch die der menschlichen Gerechtigkeit, noch die Waffengewalt die gegenwärtige Gefahr beschwören und noch weniger die Gesellschaft auf übernatürlichen und unerschütterlichen Fundamenten wieder aufbauen.

Das Bemühen des Papstes in diesem Sinne

Überzeugt von dieser Wahrheit, halten Wir es für Unsere Pflicht, dieses Heilswerk fortzuführen, sei es durch Verbreiten der heiligen Lehre des Evangeliums, sei es durch Wiederversöhnung aller Geister mit der Kirche und dem Papsttum, sei es durch Schaffung einer größeren Freiheit für dieses und jene, damit sie in der Lage seien, mit größerem Erfolg ihre heilbringende Mission in der Welt zu erfüllen.

Es hat Uns gefallen, Herr Kardinal, Sie an diesem Werk mitwirken zu lassen, weil Wir von Ihrer großen Erfahrung in den Geschäften, von Ihrer Tatkraft und von Ihrer bewährten Treue zum Heiligen Stuhl sowie von Ihrer Ergebenheit gegenüber Unserer Person sehr viel erwarten, Bei der Verfolgung dieses hohen Ziels werden Sie zusammen mit Uns überall die Aktivitäten des Heiligen Stuhles leiten, und zwar so, wie es den Bedürfnissen und den speziellen Verhältnissen jeder einzelnen Nation angemessen ist.

Das Verhältnis der Kirche zu den verschiedenen Ländern

In Österreich-Ungarn haben die große Frömmigkeit und Ergebenheit gegenüber dem Heiligen Stuhl des erlauchten Kaisers und Apostolischen Königs sowie aller Mitglieder der kaiserlich-königlichen Familie dahin gewirkt, dass zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Kaiserreich die besten Beziehungen bestehen. Durch diese und durch die Klugheit der Männer, die das Vertrauen ihres erlauchten Fürsten genießen, wird es möglich sein, in Österreich-Ungarn die Sache der Religion zu fördern, die Hindernisse zu beseitigen und in vollem gegenseitigem Einvernehmen etwa auftretende Schwierigkeiten zu regeln.

Von dort richtet sich Unser Denken mit besonderem Interesse auf Frankreich, diese edle und großmütige Nation, die so reich ist an katholischen Werken und Institutionen und den Päpsten, die sie als älteste Tochter der Kirche betrachten, immer teuer war. Wir kennen aus Erfahrung die Ergebenheit, die ihre Söhne immer dem Heiligen Stuhl gegenüber bezeugt haben und die Uns schon zu verschiedenen Malen tiefempfundenen Trost gespendet hat. Aber eben dieses Gefühl besonderer Zuneigung, das Wir für sie hegen, läßt Uns auch tiefsten Schmerz empfinden über alles, was dort zum Schaden der Religion und der Kirche geschieht. Und Wir beten inständig, dass dem übel Einhalt geboten wird und dass, wenn einmal das Misstrauen beseitigt ist und die feierlich sanktionierten Verträge dem Buchstaben wie dem Geist nach erfüllt werden, auf immer die so ersehnte Eintracht zwischen dem Heiligen Stuhl und Frankreich herrschen wird.

Nicht weniger teuer ist Unserem Herzen Spanien, das sich seines unerschütterlichen Glaubens wegen den rühmlichen Titel einer katholischen Nation erworben hat und dem Glauben ein Großteil seiner Größe verdankt. Sie, Herr Kardinal, kennen seine Vorzüge aus nächster Nähe und Sie kennen auch seine besonderen Bedürfnisse, vor allem nach Eintracht der Katholiken in der großmütigen und selbstlosen Verteidigung der Religion, in der aufrichtigen Ergebenheit gegenüber dem Heiligen Stuhl, in der gegenseitigen Liebe, damit sie sich nicht von persönlichen Rücksichtnahmen und vom Geist des Widerspruchs hinreißen lassen. Die engen Beziehungen, die diese treue und großmütige Nation mit Uns unterhält, die Frömmigkeit der regierenden Königin-Witwe und ihre kindliche Ergebenheit gegenüber dem Stellvertreter Christi lassen Uns mit Sicherheit annehmen, dass Unsere väterlichen Bemühungen für die katholischen Belange und die Wohlfahrt in diesem Königreich in wirksamer Weise gefördert und unterstützt werden.

Die engen Beziehungen aufgrund des Ursprungs, der Sprache und der Religion wie auch die gleiche Festigkeit im Glauben der Väter, die die Spanier mit der Bevölkerung Südamerikas verbinden, veranlassen Uns, diese nicht auszuschließen aus Unseren Bemühungen, in gleichem Maße ihr allgemeines Wohl zu fördern.

Wir können hier die portugiesische Nation nicht mit Schweigen übergehen, die soviel zur Verbreitung des katholischen Glaubens in fernen Ländern beigetragen hat und die dem Heiligen Stuhl durch die Bande treuer Ergebenheit auf der einen und väterlicher Zuneigung auf der anderen Seite so eng verbunden ist. Mit ihr haben Wir erst vor kurzem in gegenseitigem Einverständnis und zur beiderseitigen Zufriedenheit die höchst schwerwiegenden Auseinandersetzungen bezüglich des Patronats über Ostindien beilegen können. Wir versprechen Uns davon, auch in Zukunft bei jenen, die seine Geschicke lenken, die gleiche wohlwollende Geneigtheit zu finden, die Uns in die Lage versetzt, im Reich wie in seinen Kolonien die katholische Religion immer weiter auszubreiten.

Diesen katholischen Nationen gesellen Wir noch Belgien bei, in dem das religiöse Gefühl stets so lebendig und wirksam war und dem Wir aufgrund der ganz besonderen Zuneigung, die Wir schon seit langer Zeit ihm gegenüber hegen, wünschen, dass der heilsame Einfluss der Kirche immer tiefer Eingang in das öffentliche wie das private Leben finden wird.

Des weiteren ist es nötig, in Preußen das Werk der religiösen Befriedigung fortzusetzen, bis es vollendet ist. - So vieles, das bisher erreicht wurde, die edle Gesinnung S. M. des Kaisers und der gute Wille, der, wie Wir immer wieder sehen, jene beseelt, die dort die höchste Gewalt innehaben, lassen Uns hoffen, dass Unsere Bemühungen nicht umsonst waren, die Lage der Katholischen Kirche in diesem Reich noch mehr zu verbessern und auf diese Weise die legitimen Wünsche der katholischen Bevölkerung zu befriedigen, die sich durch ihre Festigkeit und Standhaftigkeit so viele Verdienste um die Religion erworben hat. - Dieselben Bemühungen wollen Wir auf alle Staaten Deutschlands ausdehnen, damit die Gesetze, die der Kirche nicht die zur Ausübung ihrer geistlichen Gewalt notwendige Freiheit lassen, beseitigt oder modifiziert werden. -- Gebe der Himmel, dass alle bereit seien, diesen Weg zu beschreiten. Doch wünschen Wir es besonders für das katholische Königreich Bayern, mit dem der Heilige Stuhl besondere Beziehungen unterhält und dem Wir innigst wünschen, dass das religiöse Leben sich stets fruchtbringender entfalte.

Wir wären glücklich, wenn Wir auch in anderen nichtkatholischen Staaten dem guten und heilsamen Einfluss der Kirche Einlass verschaffen könnten, um dadurch die Sache der Ordnung, des Friedens und der öffentlichen Wohlfahrt zu unterstützen, vor allem dort, wo, wie in den weiten Dominien Englands, eine zahlreiche katholische Bevölkerung lebt, der Wir von Amts wegen alle Sorge des höchsten Apostolats zuwenden müssen, oder dort, wo, wie in den weiten Gebieten Russlands, die schwierigen Verhältnisse, in denen sich die Kirche und die katholischen Untertanen befinden, Unsere Fürsorge noch notwendiger und angebrachter ist. - Und da die Gewalt, mit der Wir betraut sind, ihrem Wesen nach alle Zeiten und alle Orte umgreift, ist es Unsere Pflicht, das Wachstum der Religion zu fördern, wo sie bereits weitgehend stabilisiert ist, wie in vielen Staaten Amerikas, und in den noch unzivilisierten und heidnischen Ländern die Missionen zu begünstigen. - Es ist gleicherweise Unser Bemühen, die Völker zur Einheit zu rufen, die sich leider von ihr getrennt haben. Wir denken dabei besonders an jene des Orients, die eine Zeit lang so fruchtbar in allen Werken des Glaubens und so ruhmreich waren, und vor allem an die Völker Griechenlands, von denen Wir, dem Beispiel so vieler Unserer Vorgänger folgend, innigst hoffen, dass sie zum Mittelpunkt des katholischen Glaubens zurückkehren und im alten Glanz wiederauferstehen.

Die Stellung des Vatikans in Rom

Aber es gibt noch einen anderen Punkt, der ständig Unsere Aufmerksamkeit beansprucht und der für Uns und für Unsere Apostolische Autorität von größter Bedeutung ist: Wir wollen von Unserer gegenwärtigen Situation in Rom sprechen angesichts der verhängnisvollen Auseinandersetzungen zwischen dem italienischen Staat, so wie er nunmehr offiziell konstituiert ist, und dem Römischen Papsttum. - Wir wollen Ihnen in einer so schwerwiegenden Angelegenheit rückhaltlos Unsere Ansicht mitteilen.

Viele Male haben Wir schon den Wunsch geäußert, diesen Zwist endlich beigelegt zu sehen; und noch vor kurzem bei der Konsitorialansprache vom vergangenen 23. Mai haben Wir Unsere Bereitschaft bekundet, das Werk der Befriedung wie auf andere Nationen so in besonderer Weise auf Italien, das Uns aus so vielen Gründen teuer und eng verbunden ist, auszudehnen.

Aber hier genügt es zur Festigung der Eintracht nicht wie anderswo, irgendein bestimmtes religiöses Interesse zu fördern, feindselige Gesetze zu modifizieren oder zu beseitigen, Bestimmungen, die Uns bedrohlich werden könnten, zu verhindern; hier handelt es sich außerdem und vor allem darum, dass die Situation des Oberhauptes der Kirche in angemessener Weise geregelt wird, die seit vielen Jahren durch fortgesetzte Übergriffe und Beleidigungen seiner unwürdig und unvereinbar mit der Freiheit des Apostolischen Amtes ist. - Deshalb haben Wir Uns in der erwähnten Ansprache bemüht, die Gerechtigkeit und die Würde des Apostolischen Stuhls als Grundlage der Versöhnung darzutun und für Uns einen Status zu fordern, in dem der Papst von Rom niemandem untertan ist und eine volle und nicht nur illusorische Freiheit genießt. - Es bestand keine Veranlassung, Unsere Worte falsch zu verstehen, und noch weniger, sie zu entstellen und so zu verdrehen, dass sie eine Unserer Meinung vollständig entgegengesetzte Bedeutung erlangten. Aus ihnen ging Unsere Ansicht eindeutig klar hervor, dass es eine unabdingbare Voraussetzung der Versöhnung in Italien sei, dem Papst eine echte Souveränität wiederzugeben. Denn beim gegenwärtigen Stand der Dinge ist klar, dass Wir weniger in Unserer eigenen als in der Gewalt anderer sind, von deren Gutdünken es abhängt, wann und wie es ihnen beliebt, je nach dem Wechsel der Menschen und Umstände die Bedingung Unserer Existenz zu verändern. "Verius in aliena potestate sumus, quam Nostra", wie Wir schon so oft wiederholt haben. Und deshalb haben Wir im Verlauf Unseres Pontifikats, wie es Unsere Pflicht ist, immer wieder für den Papst die effektive Souveränität gefordert, nicht aus Ehrgeiz oder irdischer Machtgier, sondern als echten und wirksamen Schutz seiner Unabhängigkeit und Freiheit.

Die Bedeutung der territorialen Souveränität des Papstes im Sinne der freien Entfaltung der kirchlichen Aktivität

Die Autorität des Papstes, die von Jesus Christus begründet und dem heiligen Petrus und durch ihn seinen legitimen Nachfolgern, den Päpsten, übertragen wurde, die dazu bestimmt ist, in der Welt bis ans Ende der Zeiten die heilbringende Sendung des Gottessohnes fortzuführen, die mit den vornehmsten Vorrechten ausgestattet, mit den höchsten Gewalten der Selbstbestimmung und Rechtsetzung, wie sie die Regierung jeder echten vollkommenen Gesellschaft erfordert, versehen ist, kann gemäß ihrer eigenen Natur und gemäß dem ausdrücklichen Willen ihres göttlichen Stifters keiner irdischen Gewalt untertan sein; sie muss vielmehr in der Ausübung ihrer höchsten Funktionen vollste Freiheit genießen. - Und da von dieser höchsten Gewalt und ihrer freien Ausübung das Wohl der ganzen Kirche abhängt, war es von höchster Wichtigkeit, dass ihre natürliche Unabhängigkeit und Freiheit durch alle Jahrhunderte hindurch abgesichert, garantiert und verteidigt wurden in der Person dessen, der mit ihr betraut war, und mit den Mitteln, die die göttliche Vorsehung als für diesen Zweck angemessen und wirksam erkannt hatte. - Nachdem die Kirche die langen erbitterten Verfolgungen der ersten Jahrhunderte, gleichsam zur öffentlichen Bestätigung ihrer Göttlichkeit, siegreich überstanden hatte, nachdem sozusagen ihr Kindesalter beendet und für sie die Zeit gekommen war, sich in der vollen Entfaltung ihres Lebens zu zeigen, entstand für die Päpste in Rom eine besondere Situation, die nach und nach durch das Zusammentreffen verschiedener, von der Vorsehung gefügter Umstände zur Errichtung ihrer weltlichen Macht führte.

Diese hat sich, in verschiedener Form und Ausdehnung, durch die zahllosen Wechselfälle im Verlauf vieler Jahrhunderte bis auf unsere Tage erhalten und sie hat für Italien und für ganz Europa auch im politischen und bürgerlichen Bereich unleugbare Vorteile gebracht. - Es ist der Ruhm der Päpste und ihrer Herrschaft, dass die Babaren zurückgedrängt und zivilisiert wurden, dass die Tyrannei bekämpft und gezügelt wurde, dass die Literatur, die Künste, die Wissenschaften gefördert wurden, dass die Gemeinwesen ihre Freiheitsrechte erhielten und dass gegen die Muselmanen vorgegangen wurde, als sie die gefürchtetsten Feinde nicht nur der Religion, sondern der christlichen Kultur und des Friedens in Europa waren. - Eine Institution, die auf so legitime und spontane Weise entstanden ist, die ihren Besitz friedlich und unbestritten durch zwölf Jahrhunderte bewahrt hat, die zur Verbreitung des Glaubens und der Kultur so viel beigetragen hat, die sich einen so großen Anspruch auf die Dankbarkeit der Völker erworben hat, hat mehr als jede andere das Recht, geachtet und geschützt zu werden: und man kann auch nicht behaupten, dass die Absichten der göttlichen Vorsehung in dieser Beziehung sich geändert haben, bloß weil es durch eine Reihe von Gewalttätigkeiten und Ungerechtigkeiten gelang, sie zu unterdrücken. - Wenn man bedenkt, dass der Kampf gegen die weltliche Herrschaft der Päpste stets das Werk der Feinde der Kirche war und in letzter Zeit vor allem jener Gruppen, die durch die Zerschlagung der weltlichen Herrschaft sich den Weg dazu ebnen wollen, auch die geistige Herrschaft der Päpste angreifen und niederwerfen zu können, so beweist das klar, dass die weltliche Gewalt der Päpste auch in heutiger Zeit noch nach den Plänen der göttlichen Vorsehung als Mittel zur regulären Ausübung der Apostolischen Gewalt dient, als Mittel, das ihre Freiheit und Unabhängigkeit wirksam schützt.

Was ganz allgemein über die weltliche Herrschaft der Päpste zu sagen ist, kann man mit noch größerem Recht und in besonderer Weise von Rom sagen. Seine Bestimmung kann man klar aus seiner gesamten Geschichte ablesen; denn wie nach den Absichten der göttlichen Vorsehung alle menschlichen Ereignisse auf Christus und die Kirche hingeordnet waren, so wurden das antike Rom und sein Imperium für das christliche Rom gegründet; und nicht ohne eine besondere Fügung lenkte der Apostelfürst Petrus seine Schritte in die Metropole der heidnischen Welt, um ihr Oberhirt zu werden und ihr für immer die Autorität des höchsten Apostolats zu übertragen. So wurden die Geschicke Roms an die des Stellvertreters Jesu Christi in geheiligter und unauflöslicher Weise gebunden; und als beim Ausbruch besserer Zeiten Konstantin der Große beschloß, den Sitz des Römischen Imperiums in den Orient zu verlegen, leitete ihn, so kann mit Sicherheit angenommen werden, die Hand der göttlichen Vorsehung, damit Rom seine neue Bestimmung als Stadt der Päpste besser erfüllen konnte. Es ist gewiß, dass die Päpste seit dieser Epoche durch die Gunst der Zeiten und Umstände spontan, ohne jemandem zu schaden und ohne Widerspruch zu erfahren, auf die legitimste Weise auch politisch ihre Herren wurden und sie als solche besessen haben bis in unsere Zeiten ... Es ist hier nicht nötig, an die immensen Wohltaten und Ehren zu erinnern, die die Päpste ihrer geliebten Stadt gebracht haben, denn sie sind mit unauslöschlichen Schriftzeichen in die Monumente und die Geschichte aller Jahrhunderte eingeschrieben. - Es ist überflüssig zu bemerken, dass Rom in jedem seiner Teile bis ins Innerste das päpstliche Siegel trägt; dass es aufgrund so vieler und gewichtiger Rechtstitel den Päpsten gehört, wie kein Fürst jemals irgendeine Stadt seines Reichs besessen hat. - Dagegen ist es höchst wichtig zu betonen, dass der Grund der Unabhängigkeit und Freiheit des Papstes in der Ausübung seines Apostolischen Amtes ein größeres und ganz spezielles Gewicht erhält, wenn er auf Rom, den naturgegebenen Sitz der Päpste, das Lebenszentrum der Kirche, die Hauptstadt der katholischen Welt, bezogen wird. Hier, wo der Papst für gewöhnlich wohnt und von wo aus er lenkt, verwaltet und befiehlt, damit die Gläubigen der ganzen Welt in vollem Vertrauen und in Sicherheit ihm den Dienst, die Treue, den Gehorsam erweisen können, wie sie es ihm im Gewissen schuldig sind, hier vor allem ist es nötig, dass er in einen solchen Stand der Unabhängigkeit versetzt wird, dass seine Freiheit auch nicht im geringsten von irgendjemandem eingeschränkt wird und dass auch allen evident ist, dass sie es nicht ist; und dies nicht unter provisorischen und bei jeder Gelegenheit wechselnden Bedingungen, sondern ihrem Wesen gemäß fest und dauerhaft. Hier mehr als anderswo muss die volle Entfaltung des katholischen Lebens, die Prachtentfaltung des Gottesdienstes, die Achtung und der Gehorsam gegenüber den kirchlichen Gesetzen auch in der Öffentlichkeit, die ungestörte legale Anwesenheit aller katholischen Institutionen ohne Angst vor Behinderung möglich sein.

Durch all dies wird es leicht verständlich, wie sehr sich den Römischen Päpsten die Pflicht, ihre staatliche Souveränität und ihre Rechte zu verteidigen und aufrechtzuerhalten, aufdrängte und wie sehr sie sie heilig gehalten haben; eine Pflicht, die noch heiliger wurde durch die Heiligkeit des Eides. Es wäre töricht zu behaupten, dass sie selbst einwilligen würden, mit der staatlichen Souveränität etwas aufzugeben, was für sie zum Teuersten und Kostbarsten gehört, Wir wollen sagen, die eigene Freiheit in der Regierung der Kirche, für die ihre Vorgänger bei jeder Gelegenheit so ruhmreich gekämpft haben.

Wir werden gewiss mit Gottes Hilfe diese Unsere Pflicht nicht vernachlässigen, und solange eine wahre und effektive Souveränität, so wie Unsere Unabhängigkeit und die Würde des Apostolischen Stuhles sie fordern, nicht wiederhergestellt ist, sehen Wir keinen Weg zu Vereinbarungen und zum Frieden offen. - Die ganze katholische Welt, voller Eifer für die Freiheit ihres Oberhauptes, wird sich niemals beruhigen, bevor nicht seine gerechten Ansprüche erfüllt werden.

Wir wissen, dass Politiker, die von der Evidenz der Tatsachen gezwungen werden, anzuerkennen, dass die gegenwärtige Situation nicht so ist, wie es dem Papsttum angemessen wäre, andere Pläne und Lösungen suchen, um sie zu verbessern. Doch sind dies falsche und nutzlose Versuche, und alle derartigen werden es sein, die unter trügerischem Schein den Papst in Wirklichkeit im Zustand wahrer und tatsächlicher Abhängigkeit erhalten. Der Fehler liegt in der Natur der Dinge selbst, so wie sie gegenwärtig eingerichtet sind, und keine nur äußerliche Milderung oder Rücksicht ist fähig, ihn zu beseitigen. - Dagegen kann man sich selbstverständlich Fälle vorstellen, in denen die Lage der Päpste sich noch verschlechtern kann, sei es durch den vorherrschenden Einfluss subversiver Elemente oder Menschen, die aus ihren Absichten gegen die Person und die Autorität des Stellvertreters Christi gar keinen Hehl machen, sei es durch kriegerische Ereignisse und durch die daraus folgenden zahllosen Schwierigkeiten, die zu seinem Schaden entstehen können. - Bisher war das einzige Mittel, dessen sich die göttliche Vorsehung bedient hat, um die Freiheit der Päpste in angemessener Weise zu schützen, eben diese weltliche Souveränität; und wenn dieses Mittel fehlte, waren die Päpste immer entweder verfolgt oder eingekerkert oder verbannt oder gewiss in einem Zustand der Abhängigkeit und in ständiger Gefahr, sich in eine dieser Situationen zurückgedrängt zu sehen. - Die gesamte Kirchengeschichte beweist es.

Man hofft jedoch und rechnet auf die Zeit, so als könnte der gegenwärtige Zustand durch Verlängerung annehmbar werden. - Aber die Sache ihrer Freiheit ist für die Päpste und für die ganze katholische Welt von vorrangigem, vitalem Interesse; und man kann daher sicher sein, dass sie sie für immer und in absolut sicherer Form garantiert sehen möchten. Diejenigen, die sie anders verstehen, kennen nicht die wahre Natur der Kirche noch das Wesen und Ausmaß ihrer religiösen Macht in der Moral und in der Gesellschaft, die weder die Unbilden der Zeit noch die Anmaßung der Menschen zerbrechen können, oder sie tun so, als kennten sie sie nicht. Wenn sie sich darüber Rechenschaft geben würden und einen echten politischen Sinn hätten, so würden sie nicht nur an die Gegenwart denken und würden sich auch für die Zukunft nicht auf falsche Hoffnungen stützen, sie würden vielmehr von sich aus dem Papst geben, was er mit vollem Recht fordert, und würden damit einen Zustand voll Unsicherheit und Gefahren beseitigen und auf diese Weise die wichtigsten Interessen und sogar das Schicksal Italiens sicher teilen.

Der Nutzen der territorialen Souveränität des Papstes für Italien

Es ist nicht zu erwarten, dass dieses Unser Wort von jenen Menschen verstanden wird, die im Hass gegen die Kirche und das Papsttum aufgewachsen sind: diese wollen, um die Wahrheit zu sagen, so wie sie die Religion hassen, so auch nicht das wahre Wohl ihres Vaterlandes. Aber alle, die, weder von alten Vorurteilen durchdrungen noch vom Geist der Irreligiosität beseelt, die Lehren der Geschichte und der Traditionen Italiens richtig einzuschätzen wissen und die Liebe zur Kirche nicht von der Liebe zum Vaterland trennen, werden mit Uns anerkennen, dass die Eintracht mit dem Papsttum für Italien das wirksamste Prinzip seiner Wohlfahrt und Größe darstellt.

Der gegenwärtige Stand der Dinge beweist es. - Schon jetzt besteht kein Zweifel, und die italienischen Politiker geben es selbst zu, dass die Auseinandersetzungen mit dem Heiligen Stuhl Italien nichts nützen, sondern schaden, indem sie ihm nicht wenige und nicht geringe innere und äußere Schwierigkeiten schaffen. - Im Innern den Abscheu der Katholiken angesichts der Missachtung und Verachtung der Ansprüche des Stellvertreters Jesu Christi, die Verwirrung der Gewissen, die Zunahme der Irreligiosität und Unmoral, alles Elemente, die dem öffentlichen Wohl sehr abträglich sind. - Im Ausland die Unzufriedenheit der Katholiken, die mit der Freiheit des Papsttums die lebenswichtigen Interessen der Christenheit bedroht sehen, alles Schwierigkeiten und Gefahren, die für Italien auch auf politischer Ebene entstehen können, und von denen Wir mit ganzer Seele wünschen, dass sie unserem Vaterland erspart bleiben. - Jeder, der dazu fähig und verpflichtet ist, möge also darauf hin wirken, dass der Konflikt beseitigt wird, indem dem Papst die ihm gebührende Stellung wiedergegeben wird, und mit einem Federstrich werden auch alle diese Schwierigkeiten beseitigt sein. Darüber hinaus würde Italien daraus großen Nutzen ziehen in allem, was das wahre Glück und den wahren Ruhm eines Volkes ausmacht oder was den Namen Kultur verdient; denn wie ihm von der göttlichen Vorsehung das Schicksal zuteil wurde, die Nation zu sein, die dem Papsttum am nächsten steht, so ist es ihm auch beschieden, von ihm in größerem Maße die wohltätigen Einflüsse zu empfangen, wenn es dieses nicht bekämpft und sich ihm nicht widersetzt.

Einwände gegen die territoriale Souveränität des Papstes

Man pflegt dagegen vorzubringen, dass man, um die päpstliche Souveränität wiederherzustellen, auf große, bereits erworbene Vorteile verzichten, den modernen Fortschritt außer Acht lassen und ins Mittelalter zurückkehren müsste. Aber das sind keine stichhaltigen Gründe.

Denn welchem wahren und realen Gut könnte die päpstliche Souveränität abträglich sein? Es ist nicht zu leugnen, dass die Städte und Länder, die unter päpstlicher Herrschaft standen, schon allein dadurch mehr als einmal davor bewahrt wurden, unter fremde Herrschaft zu fallen, und dass sie immer echt italienische Charakterzüge und Bräuche bewahrt haben. Auch heute kann es nicht anders sein: denn wenn das Papsttum auch durch seine hohe universale und ewige Sendung allen Völkern gehört, so ist es doch aufgrund des Ortes, den die göttliche Vorsehung ihm zugewiesen hat, der besondere Ruhm Italiens. - Wenn man sagt, dadurch werde die staatliche Einheit zerstört, dann können Wir nur fragen, ohne Uns auf Überlegungen einzulassen, die wirklich auf den tieferen Grund der Sache gehen, sondern indem Wir nur einmal den Standort der Gegner einnehmen, ob dieser Zustand der Einheit für die Nationen wirklich ein so absolutes Gut ist, dass es ohne dieses für sie weder Wohlfahrt noch Größe gibt, oder ein so überragendes, dass es vor jedem anderen den Vorrang hat. Die Antwort möge für Uns die Tatsache geben, dass es blühende, mächtige und ruhmreiche Nationen gibt, die diese Art von Einheit, wie man sie hier fordert, nie gehabt haben und auch jetzt nicht haben; und auch die natürliche Vernunft wird Antwort geben, die anerkennt, dass im Konfliktsfall stets das Gut der Gerechtigkeit den Vorrang haben muss, weil es das erste Fundament des Glücks und der Stabilität der Staaten ist, und dies vor allem dann, wenn es, wie es hier der Fall ist, mit dem höchsten Interesse der Religion und der ganzen Kirche verknüpft ist. Diesem gegenüber gibt es kein Zögern; wenn es vonseiten der göttlichen Vorsehung ein Zeichen besonderer Vorliebe für Italien war, die große Institution des Papsttums in seinem Inneren anzusiedeln, wodurch jede andere Nation sich aufs höchste geehrt gefühlt hätte, so ist es nur recht und billig, dass die Italiener ohne Rücksicht auf irgendwelche Schwierigkeiten ihr die Verhältnisse schaffen, die ihr angemessen sind. Umso mehr als, ohne von sonstigen nützlichen und willkommenen Konsequenzen und von anderen kostbaren Gütern zu sprechen, Italien durch das friedliche Zusammenleben mit dem Papsttum die eigene religiöse Einheit festigt, die die Grundlage jeder anderen und die Quelle unermesslicher, auch sozialer Vorteile ist.

Die Gegner der päpstlichen Souveränität appellieren auch an die Kultur und den Fortschritt. - Aber um von Anfang an kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Nur das, was zur intellektuellen und moralischen Vervollkommung führt oder sie zumindest nicht verhindert, kann für den Menschen einen wahren Fortschritt bedeuten. Und für diese Art von Kultur gibt es keine reichere Quelle als die Kirche, die die Sendung hat, den Menschen stets zur Wahrheit und zur rechten Lebensweise zu führen. Jede andere Art Fortschritt, außerhalb dieses Bereichs, ist in Wirklichkeit nur Rückschritt und kann den Menschen nur degradieren, indem er ihn in die Barbarei zurückstößt: und dem können zum Glück für die Menschheit weder die Kirche noch die Päpste, sei es als Päpste oder als weltliche Fürsten, Vorschub leisten. - Aber alles, was Wissenschaft und Schöpfergeist der Menschen erfunden haben und noch erfinden können für den Lebensbedarf und den Komfort, alles, was den ehrlichen Handel und das Gedeihen des öffentlichen und privaten Besitzes fördert, alles, was nicht Zügellosigkeit, sondern echte, menschenwürdige Freiheit ist, all das wird von der Kirche gesegnet und kann im weltlichen Herrschaftsbereich der Päpste einen breiten Raum einnehmen. Und wenn die Päpste aufs neue in seinem Besitz wären, würden sie es nicht unterlassen, ihn zu bereichern mit allen Verbesserungen, deren er fähig ist, indem sie den Forderungen der Zeit und den neuen Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung trügen. Die gleiche väterliche Sorge, von der sie immer für Ihre Untertanen beseelt waren, würde sie auch jetzt veranlassen, die öffentlichen Lasten niedrig zu halten, die karitativen Werke und Wohlfahrtseinrichtungen zu fördern, sich besonders der Bedürftigen und der Arbeiterklasse anzunehmen, um ihr Los zu erleichtern, mit einem Wort, aus ihrer weltlichen Herrschaft auch heute noch eine der für das Wohlergehen ihrer Untertanen am besten geeigneten Institutionen zu machen.

Der Einwand, die weltliche Herrschaft der Päpste stamme aus dem Mittelalter, ist gegenstandslos. - Denn sie würde, wie gesagt, alle gesunden und nützlichen Errungenschaften der modernen Zeit besitzen; und wenn sie ihrer Substanz nach die gleiche wäre, die sie im Mittelalter gewesen ist, d. i. eine Souveränität, die auf den Schutz der Freiheit und Unabhängigkeit der Päpste in der Ausübung ihrer höchsten Autorität ausgerichtet ist und damit zugleich auf den Schutz des höchsten Zweckes, dem die Souveränität dient, so sind die zahlreichen Vorteile, die für den Frieden in der katholischen Welt und die Ruhe in den Staaten aus ihr entspringen, die Milde, mit der sie ausgeübt wird, der mächtige Antrieb, den von jeher jeder Zweig der profanen Kultur erfuhr, Elemente, die auf wunderbare Weise allen Zeiten angemessen sind, den kultivierten und friedlichen wie den barbarischen und stürmischen. Es wäre Torheit, wollte man sie nur deshalb beseitigen, weil sie bereits im Mittelalter existierte. - Wenn dieses übrigens wie alle Epochen seine Laster und tadelnswerten Sitten hatte, so hatte es doch auch so einzigartige Vorzüge, dass es wahrhaftig ungerecht wäre, es zu missachten. Und mehr als jeder andere sollte Italien es zu schätzen wissen, das gerade in jenen Jahrhunderten in den Wissenschaften, in der Literatur, in der Kunst, im Heerwesen und in der Seefahrt, im Handel, im Staatswesen eine solche Überlegenheit und Berühmtheit erlangt hat, dass sie nie mehr verlöschen oder verblassen können.

Schlusswort

Wir wünschen, Herr Kardinal, dass diese Ideen, die aus so grundsätzlichen Erwägungen abgeleitet sind und die alle legitimen Interessen in Betracht ziehen, immer mehr in den Geist aller eindringen; und dass nicht nur alle echten Katholiken, sondern auch alle, die Italien mit echter Liebe lieben, sich offen Unseren Ansichten anschließen und entsprechend handeln. - Auf jeden Fall glauben Wir, dass Wir dadurch, dass Wir die Versöhnung Italiens mit dem Papsttum betreiben und die grundlegenden Bedingungen dazu aufgezeigt haben, eine Pflicht gegenüber Gott und den Menschen erfüllt haben, wie auch immer die Ereignisse sein mögen, die danach folgen.

Was Sie betrifft, so sind Wir sicher, dass Sie stets all Ihre kluge Tatkraft der Ausführung des Projektes widmen werden, das Wir ihnen in diesem Schreiben mitgeteilt haben. - Und damit Ihre Arbeit der Kirche zum Nutzen und dem Heiligen Stuhl zur Ehre gereiche, flehen Wir in überreicher Fülle Erleuchtung und Hilfe vom Himmel auf Sie herab. Als ihr Unterpfand und als Zeichen Unseres besonderen Wohlwollens erteilen Wir Ihnen von Herzen den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, 15.Juni 1887
Leo XIII. [[Papst

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