Pastoralbesuch der Basilika vom Pompeji durch Papst Benedikt XVI. am 19. Oktober 2008

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Worte beim
Pastoralbesuch des Heiligtums der Seligen Jungfrau Maria vom Hl. Rosenkranz in Pompeji

von Papst
Benedikt XVI.
19. Oktober 2008

(Quelle: Osservatore Romano, 38. Jahrgang, Nr. 43, 24. Oktober 2008, S. 1)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Hintergrund

Am 19. Oktober 2008 kam Papst Benedikt XVI mit dem Hubschrauber aus Rom und traf 10 Uhr morgens am Stadtrand von Neapel ein. Auf dem Freigelände neben der Basilika warteten etwa dreißigtausend Menschen auf ihn. Der Besuch dauerte zehn Stunden, der mit einer Eucharistiefeier begann.

Vor dem Angelus

Im Anschluß an die Eucharistiefeir in Pompeji betete der Heilige Vater mit den Anwesenden den Angelus. Zuvor sagte er:

Liebe Brüder und Schwestern!

Nach der festlichen Eucharistiefeier und dem traditionellen Bittgebet an die Gottesmutter von Pompeji richten wir mit dem Gebet des Angelus wie jeden Sonntag unseren Blick noch einmal auf Maria und empfehlen ihr die großen Gebetsanliegen der Kirche und der Menschheit. In besonderer Weise beten wir für die Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode, die in Rom unter dem Thema stattfindet: »Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche.« Möge sie Früchte einer wahren Erneuerung jeder christlichen Gemeinschaft tragen. Eine weitere besondere Gebetsmeinung beinhaltet der heutige Weltmissionssonntag, der in diesem Paulusjahr ein bekanntes Wort des Völkerapostels unserer Betrachtung vorlegt: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1 Kor 9,16). Wie viele Gläubige und wie viele Gemeinschaften beten in diesem Monat Oktober, dem Monat der Mission und des Rosenkranzes, den heiligen Rosenkranz für die Missionare und für die Evangelisierung! Daher freut es mich, gerade heute an diesem Gedenktag hier in Pompeji zu sein, im wichtigsten der seligen Jungfrau vom heiligen Rosenkranz geweihten Heiligtum. Dies gibt mir nämlich die Möglichkeit, noch eindringlicher darauf hinzuweisen,. daß die erste missionarische Pflicht eines jeden von uns gerade im Gebet besteht. Vor allem durch das Gebet wird der Weg des Evangeliums bereitet; durch das Gebet werden die Herzen für das Geheimnis Gottes offen und der Geist bereit, sein Wort des Heils zu empfangen.

Am heutigen Tag findet noch ein weiteres freudiges Ereignis statt: heute werden in Lisieux Louis Martin und Zelie Guerin seliggesprochen; sie sind die Eltern der hl. Therese vom Kinde Jesu, die von Pius IX. zur Patronin der Missionen erklärt worden war. Diese neuen Seligen begleiteten und teilten mit ihrem Gebet und ihrem Zeugnis für das Evangelium den Weg ihrer Tochter, die Gott dazu berufen hatte, sich ihm ohne Vorbehalt innerhalb der Mauern des Karmels zu weihen. Dort, in der Abgeschiedenheit der Klausur, verwirklichte die kleine hl. Therese ihre Berufung: »Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe seiD« (Manuscrits autobiographiques, Lisieux 1957, S. 229). Eingedenk der Seligsprechung der Eheleute Martin ist es mir wichtig, ein weiteres Gebetsanliegen ins Gedächtnis zu rufen, das mir sehr am Herzen liegt: die Familie und deren grundlegende Rolle bei der Erziehung der Kinder zu einem universalen GeiSt, der offen und verantwortungsbewußt ist gegenüber der Welt und ihren Problemen, sowie bei der Ausbildung von Berufungen zum missionarischen Leben. Demgemäß setzen wir gleichsam in geistiger Weise die Wallfahrt fort, die viele Familien vor einem Monat zu diesem Heiligtum unternommen haben, und bitten um den mütterlichen Schutz der Gottesmutter von Pompeji für alle Familien der Welt. Dabei wollen wir bereits jetzt an das 4. Weltfamilientreffen denken, das für den Januar 2009 in Mexiko-Stadt geplant ist.

Der Heilige Vater beschloß se/ne Ansprache in französischer Sprache:

Am heutigen Weltmissionssonntag schließen wir uns insbesondere den in Lisieux zur Seligsprechung von Louis und Zelie Martin versammelten Pilgern an; sie sind die Eltern der hl. Therese vom Kinde Jesu, Patronin der Missionen. Durch ihr beispielhaftes Eheleben haben sie das Evangelium Christi verkündet. Sie haben innig ihren Glauben gelebt und ihn an ihre Familie und Umgebung weitergegeben. Ihr gemeinsames Gebet sei Quelle der Freude und Hoffnung für alle Eltern und Familien.

Weblinks