Paolo Segneri (der Ältere)

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Paolo Segneri (der Ältere) SJ (dt: Paul Segneri; * 21. März 1624 in Nettuno, Latium, Italien; † 9. Dezember 1694 in Rom) war Moraltheologe, Volksmissionar und aszetischer Schriftsteller. Er war eine Koryphäe unter den Kanzelrednern.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Paolo (Paul) Segneri war der Sohn von Francesco Segneri und Vittoria Bianchi. Er studierte am Römischen Kolleg und trat 1637 trotz Widerstands seines Vaters in den Jesuitenorden ein. Zu seinen Lehrern gehörte der spätere Kardinal Pietro Sforza Pallavicino. 1653 empfing er die Priesterweihe. Er studierte die Heiligen Schriften, die Kirchenväter und auch die Werke Ciceros, um die Beredsamkeit seiner Prosa zu erwerben. Er begann 1664 in Mittel- und Norditalien, besonders in der Toscana, Emilia und Lobardei, zu missionieren. Zuerst predigte er in den großen Kathedralen, von 1665 bis 1692 auch in einfachen Pfarreien. Seine Fastenpredigten wurden besonders von Kardinal Antonio Pignatelli, dem späteren Papst Innozenz XII., sehr geschätzt, der ihn 1692 bat, vor der Römischen Kurie zu predigen.[1] 26 Jahre war Giovanni Pietro Pinamonti SJ Segeneris Gefährte.[2] Seine Schriften gelten als Klassiker des italienischen Barocks. Die Italiener stellen ihn neben Bernhardin von Siena und Louis Bourdaloue. Er beeinflusste ostkirchliche Theologen in der Sakramentenlehre und betonte als gegenreformatorischer Theologe die menschliche Freiheit in Gnaden. und Morallehre (Probalilismus) und bekämpfte als erster in Italien den Quietismus des Molino.[3]

Werke: in deutscher Sprache

Sämmtliche Werke von Paul Segneri, Aus dem Italienischen übersetzt von Anton Weiskopf, Georg Joseph Manz Verlag Regensburg (1. [um 1850-1860] oder 2. Auflage [um 1878-80]; gebunden oder broschiert; insgesamt 21. Bände; in Frakturschrift). Hier mit Weblinks zur Bayerischen Staatsbibliothek, welche das Werk als pdf zum Download und Seitenweise mit OCR zur unkommerziellen Verwendung veröffentlicht. Durch einen Klick auf das "Bild" erscheint das Werk im Web-Archiv von Google.

  • Band 18: Predigten, gehalten im Apostolischen Palaste 1857 (331 S.)
  • Band 19: Kleinere Schriften ; 1 1858 (349 S.); (Reprint Pranava Books 2018, Tb, Softcover).
  • Band 20: Kleinere Schriften ; 2 1859 (308 S.); (Reprint Pranava Books 2018, Tb, Softcover).
  • Band 21,1: Anleitung zur geistlichen Beredsamkeit 1861 (206 S.)
  • Band 21,2: Briefe über den Probabilismus 1868 (224 S.) oder 1868 (224 S.)

Literatur

  • Giuseppe Massei (dessen Biograf): Leben Paolo Segneri´s aus der Gesellschaft Jesu, des Predigerfürsten Italiens und Missionärs, Aus dem italienischen übersetzt von Franz Joseph Schermer, Georg Joseph Manz Verlag Regensburg 1838 (in Frakturschrift).
  • Die zehn Gebote Gottes in zusammenhängenden Kanzelvorträgen ausführlich erklärt von Bernard Maria Lierheimer, Band 1 und 2 komplett (= Sämmtliche Werke von Paul Segneri, Band 1 und 2), [angebunden:] Die letzten Worte des Welterlösers, Fastenpredigten von Bernardus Maria Lierheimer, Georg Joseph Manz Verlag Regensburg 1896 (XV, (1), 410, (2), XII, 356, (2); XV, (1), 432; VII, (2), 125, (3) Seiten, Frakturdruck, 3 Bände in 2 (= so vollständig) sowie angebundenes Werk in Band 2, 3., durchgesehene Auflage).

Paolo Segneri (der Jüngere) (= Neffe)

Weblinks

Anmerkungen

  1. aus der italienischen Wikipedia, Artikel: Paolo Segneri, abgerufen am 14. September 2019.
  2. aus der deutschen Wikipedia, Artikel: Giovanni Pietro Pinamonti, abgerufen am 14. September 2019.
  3. Herman Schwedt in: Lexikon für Theologie und Kirche 3. Auflage, Band 9, Artikel: Segneri, Paolo d. Ä, Sp. 399; Karl August Fink in: Lexikon für Theologie und Kirche 1. Auflage, Band 9, Artikel: Segneri, Paolo d. Ä, Sp. 427.
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