Päpstliches Athenaeum Sant’Anselmo

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Das Päpstliche Athenaeum Sant’Anselmo (ital.: Pontificio Ateneo Sant’Anselmo; auch Anselmianum) ist die internationale Hochschule des Benediktinerordens auf dem Hügel des Aventin in Rom.[1]

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Für die Mönche der Spätantike und des Mittelalters war die Philosophie eine Lebensform auf der Suche nach Weisheit. Anselm von Canterbury (†1109) steht als namensgebender Patron der Hochschule paradigmatisch für die Zusammenschau von Liturgie und Akademie, Kreuzgang und Hörsaal, Lectio divina und spekulativem Denken.[2]

Geschichte

Jean Leclercq OSB war einer der Gründerväter des Instituts. Am 4. Januar 1888 gründete Papst Leo XIII. am Sitz des Abtprimas der weltweiten Benediktinerkonföderation eine Päpstliche Hochschule (Athenäum, wie die theologischen Hochschulen in Rom genannt werden). Aus der ursprünglichen Lehranstalt für vor allem junge Mönche aus Europa wurde eine moderne Privatuniversität. Bereits ab 1950 erforschte und edierte ein eigenes Institut in Sant’Anselmo liturgische Quellen. 1961 erhob es Johannes XXIII. in den Rang eines Päpstlichen Instituts, von dem grundlegende Impulse für das Zweite Vatikanisches Konzil ausgingen. Im Jahre 2021 hat sie drei Fakultäten und über 600 Studierende aus 70 Ländern. Das "Liturgische Institut" hat im Jahr 2021 120 Studierende im Lizentiatszyklus, 70 weitere arbeiten an einer Dissertation.[3]

Fakultäten

Die Philosophische Fakultät von Sant’Anselmo bietet das philosophische Grundstudium, sowohl auch ein Lizentiats- und Doktoratsstudium an, in dem die Mystik als genuine Erkenntnisform in Dialog mit anderen philosophischen Diskursen tritt.

Das Grundstudium an der Theologischen Fakultät nimmt vom Mönchtum kommend eine existentielle und erfahrungsorientierte Perspektive ein, in der die Heilige Schrift und die Liturgie grundlegende Bezugspunkte für den gesamten Fächerkanon sind. Aus diesem Zusammenhang speisen sich auch die Lehrgänge für das Lizentiat und Doktorat in Theologiegeschichte sowie Sakramententheologie. Eine dritte theologische Spezialisierung bietet das 1952 gegründete Monastische Institut.

Das "Liturgische Institut" im Rang einer Fakultät verleiht Bakkalaureate, Lizentiate und Doktorate in Liturgiewissenschaft.

Durch Covid 19 ausgelöste Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 hat auch die römische Hochschule kompakte Online-Kurse in verschiedenen Sprachen, die auf die Bedürfnisse von klausurierten Gemeinschaften abgestimmt. So konnten sich auch kontemplative Klöster bei physischer Abwesenheit einklinken.[4]

Bekannte Alumni

Literatur

  • Pius Engelbert: Geschichte des Benediktinerkollegs St. Anselm in Rom. Von den Anfängen (1888) bis zur Gegenwart. In: Studia Anselmiana. Bd. 98. Rom 1988.
  • Pius Engelbert: Rom: St. Anselm, Schnell & Steiner Verlag 2007 (ISBN 3-7954-6695-4).
  • Pius Engelbert: Sant’Anselmo in Rom. Kolleg und Hochschule. Von den Anfängen (1888) bis zur Gegenwart, 2. Auflage, EOS Verlag St. Ottilien 2012 (ISBN 978-3-8306-7532-7).
  • Mauritius Wilde OSB: Formation. Ideen, Institutionen, Erfahrungen: Sant'Anselmo als Haus der Formation. In: Erbe und Auftrag 96 Jg. (2020), S. 173–175.[6]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Osservatore Romano, 16. Juli 2021, S. 6, Von Bernhard A. Eckerstorfer OSB, Rektor des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo.
  2. Osservatore Romano, 16. Juli 2021, S. 6, Von Bernhard A. Eckerstorfer OSB, Rektor des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo.
  3. Osservatore Romano, 16. Juli 2021, S. 6, Von Bernhard A. Eckerstorfer OSB, Rektor des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo.
  4. Osservatore Romano, 16. Juli 2021, S. 6, Von Bernhard A. Eckerstorfer OSB, Rektor des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo.
  5. aus der Wikipedia, abgerufen am 19. Juli 2021
  6. aus der Wikipedia, abgerufen am 19. Juli 2021
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