Matthäus Karrer

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Matthäus Karrer (* 2. August 1968 in Ravensburg) ist Weihbischof im Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Matthäus Karrer wuchs in Wangen-Deuchelried auf. Die Eltern betrieben eine klassische Pension und ein Wirtshaus: der Vater war der "musikalisch begabte Koch", die Mutter Betriebsleiterin.[1] Er studierte Philosophie und Theologie in Tübingen und München und schloss mit einer Diplomarbeit über „Ehe und Familie als Hauskirche“ ab. Die Priesterweihe empfing er am 15. Juli 1995 in Neuhausen an der Filder. Es folgten Vikarsjahre in Herrenberg und Ulm-Söflingen. Von 1999 bis 2002 war er Jugendpfarrer für die Regionen Ravensburg und Friedrichshafen. Anschließend wirkte er als Pfarrer der Pfarreien St. Georg, Jakobus und St. Maria in Isny im Allgäu. Im Jahre 2008 wurde er zum Dekan des neu gebildeten Dekanats Allgäu-Oberschwaben gewählt. Seit 2011 ist er Domkapitular und leitet Karrer die Hauptabteilung Pastorale Konzeption. Unter seiner Leitung wurde die Entwicklung der Seelsorgeeinheiten vorangetrieben und der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ initiiert und begleitet.

Weihbischof

Papst Franziskus ernannte ihn am 2. März 2017 zum Weihbischof im Bistums Rottenburg-Stuttgart[2] und Titularbischof von Tunnuna in Tunesien. Er folgt Johannes Kreidler nach. Die Bischofsweihe fand am 28. Mai im Rottenburger Dom St. Martin durch den Hauptkonsekrator Bischof Gebhard Fürst, Nebenkonsekratoren Erzbischof Stephan Burger und Weihbischof Udo Bentz. Die Funktion als Leiter der Hauptabteilung Pastorale Konzeption, soll er auch als Weihbischof beibehalten. In der Deutschen Bischofskonferenz gehört er der Pastoralkommission an.[3]

Position

Zur Segnung der Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare

Den negativen Entscheid der Glaubenskongregation vom 22. Februar 2021 zur Segnung der Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare sieht Karren und Diözesanbischof Gebhard Fürst so: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will gleichgeschlechtliche Paare trotz des Verbots aus Rom weiter segnen. Weihbischof Matthäus Karrer sagte der „Schwäbischen Zeitung“ am 16. April 2021: „Segnungen gehören in der Seelsorge zum pastoralen Alltag.“ Diese Praxis werde durch das Papier aus Rom zumindest in der württembergischen Diözese nicht infrage gestellt. Es gebe auch keine Strafen: „Wir sanktionieren keine Segnungen.“ Gleichwohl stellte er auch klar: „Segnungen für homosexuelle Paare sind kein "Ja" der Kirche zur Homo-Ehe.“ Es gehe um die Bitte, dass der Segen Gottes für sich liebende Menschen wirken möge: „Nicht weniger, aber auch nicht mehr.“[4] Auf Nachfrage von katholisch.de ergänzte Karrer, dass "die pastorale Praxis die dogmatische Sichtweise von Segen, wie sie die Glaubenskongregation definiert, schon lange überholt" habe. Dieser pastoralen Realität müsse in der Diskussion um die dogmatische Einordnung von Segnungen grundsätzlich Rechnung getragen werden. "Dies passiert ja bereits in den Beratungen im Synodalen Weg", so der Weihbischof.[5]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Anfang und Abschied in Rottenburg Katholisch.de am 27. Mai 2017
  2. Neuer Weihbischof in Rottenburg-Stuttgart Katholisch.de am 2. März 2017; Seelsorger mit Bodenhaftung und Organisationstalent. Pressemeldung, Bistums Rottenburg-Stuttgart am 2. März 2017
  3. dbk.de: Pressebericht Herbst-Vollversammlung, 28. September 2017
  4. Segnung für homosexuelle Paare? Südwest-Bistümer uneins www.tagblatt.de am 16. April 2021
  5. Weihbischof Karrer: Ehe nicht gegen Homosexuellen-Segnung ausspielen Katholische.de am 16. April 2021
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