Kathedra Petri

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Die Kathedra Petri, also der Lehrstuhl des Stellvertreters Christi auf Erden, Sitz des Bischofs von Rom, hat seiter alters her im Festkalender der lateinischen Kirche ein eigenes Fest, am 22. Februar.

In Rom wurde dieses Thronfest des hl. Apostels Petrus zu diesem Termin vielleicht schon um 300 n. Chr. begangen, sicher seit etwa 450. In Gallien wurde seit dem 6. Jahrhundert der Übergabe der Schlüsselgewalt an Petrus durch ein eigenes Fest am 18. Januar gedacht. Noch im 6. Jahrhundert begann man in Rom eine doppelte Stuhlfeier zu unterscheiden, nämlich separat für das Wirken des Petrus in Antiochia. Dieses Fest der Kathedra Petri in Antiochien ist mit der Liturgiereform 1969 entfallen; das Fest der Kathedra Petri vom 18. Januar auf den 22. Februar verschoben.

Papst Benedikt XVI. sagte am 22. Februar 2009 aus Anlass dieses Festes: „Die Kathedra des Petrus symbolisiert die Autorität des Bischofs von Rom, der innerhalb des ganzen Gottesvolkes zu einem besonderen Dienst berufen ist. Gleich nach dem Martyrium der heiligen Petrus und Paulus wurde der Kirche von Rom ein Primat in der ganzen katholischen Gemeinschaft zuerkannt – eine Rolle, die schon zu Anfang des zweiten Jahrhunderts vom heiligen Ignatius von Antiochien und vom heiligen Irenäus von Lyon bezeugt wird.“

Der „einzigartige und spezifische Dienst des Bischofs von Rom“ sei zuletzt auch vom II. Vatikanum angesprochen worden. Der Papst zitierte aus der dogmatischen Konstitution „Lumen Gentium“ über die Kirche: „In der kirchlichen Gemeinschaft gibt es legitimerweise die Ortskirchen, die eigene Traditionen haben. Davon unberührt bleibt aber der Primat der Kathedra des Petrus, die der weltweiten Gemeinschaft in Liebe vorsteht, die legitime Vielfalt schützt und darauf achtet, dass Eigenheiten der Einheit nicht nur nicht schaden, sondern ihr sogar dienen.“

Er fügte dann hinzu: „Christus hat Petrus als den Felsen erwählt, auf dem er seine Kirche aufbauen wollte. Als Apostel sollte er in der ganzen Welt – universal – als Hirte und Lehrer dienen, und dieses Apostelamt wirkt in seinen Nachfolgern durch alle Zeiten fort. Bitten wir den heiligen Petrus um seinen Fürsprache, daß Verwirrung und Stürme die Kirche nicht erschüttern und wir am unverfälschten Glauben festhalten, in der Einheit bleiben und in Liebe miteinander leben.“

siehe: Ex cathedra, Sedisvakanz, Sedisvakantismus

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