Joseph François Marie de Guibert

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Joseph François Marie de Guibert SJ (* 14. September 1877 in Montégut, Haute-Garonne, Frankreich; † 23. März 1942 in Rom, Italien) war Jesuit und Aszetiklehrer. Er gehört zu den herausragenden Köpfen der französischen Renaissance der spirituellen Theologie im 20. Jahrhundert.

Biografie

Joseph François Marie de Guibert studierte am Collège du Caousou in Toulouse. Dann trat er am 19. Oktober 1895 in Toulouse in die Gesellschaft Jesu ein; dessen jüngerer Bruder Bernard folgte ihm. Neben Studien der Philosophie in Vals-près-Le Puy in Frankreich und der Theologie in Enghien in Belgien, spezialisierte er sich durch ein Studium in Paris. 1899 erwarb er das Lizentiat in Literatur an der Sorbonne und von 1901 bis 1903 studierte er dort Geschichte. Die Priesterweihe empfing er in Enghien in Belgien am 26. August 1906. Bald darauf lehrte er Theologie am Priesterseminar von Lecce in Italien (1908-1910) und im Scholastikat von Enghien (1910-1915). 1912 legte die Letzten Gelübde ab. Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) war er Militärgeistlicher in den Dardanellen. Nach Kriegsende zeichnete sich seine eigentliche Bestimmung ab, die wissenschaftliche Erforschung der geistlichen Theologie. Dazu gründete er 1919 die bald führende Zeitschrift Revue d'Ascetique et de Mystique und wurde 1922 bis zu seinem Tod Professor für Spiritualität und Fundamentaltheologie an der römischen Gregoriana ernannt. 1931 gab er die Documenta ecclesiastica christianae perfectionis studium spectantia heraus. Von 1932 bis 1942 diente er als Konsultor der Ritenkongregation. 1932 gehörte er zu den Herausgebern des großen Dictionnaire de spiritualité ascétique et mystique (16 Bände). Herausstechendes Merkmal seiner Veröffentlichungen ist seine historische Detailkenntnis, methodische Strenge, Objektivität und Exaktheit, die ihn zu einem Kenner der gesamten christlichen geistlichen Überlieferung machen. Dadurch gelangen ihm eindrucksvolle Zusammenfassungen wie Theologia spiritualis, ascetica et mystica. I. Introductio in studium theologiae asceticae et mysticae (Rom 1926), Études de théologie mystique (Toulouse 1930) und Leçons de théologie spirituelle (Toulouse 1946). Daneben machte er sich in der Selbstvergewisserung der ignatianischen Spiritualität einen Namen, insbesondere in La Spiritualité de la Compagnie de Jésus (Rom 1953). Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit gab er stets auch Exerzitien und geistliche Begleitung.[1]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Joseph de Guibert, Stephan Haering und Andreas Wollbold (Hsgr.): Documenta ecclesiastica christianae perfectionis studium spectantia - Dokumente des Lehramtes zum geistlichen Leben, Herder Verlag Freiburg 2012, Einleitung XXII+XXIII, ISBN 978-3-451-33110-7); Guibert in der www.encyclopedia.com.
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