Gregoriana

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Die Gregoriana (lat.: Pontificia Universitas Gregoriana, ital.: Pontificia Università Gregoriana, kurz: PUG) ist die bekannteste päpstliche Universität. Sie geht zurück auf das 1551 gegründete römische Studienhaus der Jesuiten, das "Collegium Romanum". Im Jahr 1584 eröffnete Papst Gregor XIII. das Collegium an einem anderen Ort; er gilt darum als eigentlicher Gründer, wovon sich der Name ableitet. Bis zur Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 waren diese für die Organisation der Studien an der Gregoriana verantwortlich; 1824 wurde ihnen die Zuständigkeit von Papst Leo XII. erneut übertragen. 1873 wurde das Collegium Romanum vom Palazzo Borromeo in die Via del Seminario verlegt, wo es sich noch heute befindet. Papst Pius IX. erlaubte dem Institut, den Titel einer päpstlichen Universität ("Pontificia Universitas Gregoriana“) zu führen.

Kinderschutzzentrum und Institut für Anthropologie

Ein Kinderschutzzentrum CCP wurde 2012 von der Gregoriana, der Erzdiözese München und Freising sowie der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsklinik Ulm gegründet. Während einer dreijährigen Pilotphase bis Ende 2014 war München Sitz des Zentrums; Anfang 2015 siedelte das CCP nach Rom an die Universität über. Das Zentrum war Teil des Psychologischen Instituts der Gregoriana und gehört mittlerweile zu den führenden Einrichtungen weltweit, die sich mit sexueller Missbrauchsprävention und -aufarbeitung befassen. Seit Februar 2016 bietet das CCP einen Diplomstudiengang für Personen an, die im Bereich Kinderschutz und Missbrauchsprävention tätig sind. Später kam ein zweijähriger Lizenziats-Studiengang dazu. Zudem unterhält die Einrichtung Kooperationen mit Partnern in anderen Ländern.
Als Nachfolgeinstitution des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana hat am 1. September, das gegründete Institut für Anthropologie seine Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung übernimmt alle Bereiche des 2012 gegründeten Zentrums, erhält einen eigenen Lehrkörper und ermöglicht neben den bisherigen Abschlüssen Diplom und Lizenziat auch eine Promotion in Anthropologie. Geleitet wird das »Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen« (IADC) vom deutschen Kinderschutzexperten P. Hans Zollner SJ. Der 54-jährige Psychologe führte bisher auch das Kinderschutzzentrum.[1]

Weblink

Anmerkungen

  1. Osservatore Romano, 10. September 2021, S. 3.
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