Falda

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Die Fulda ist ein päpstlicher Halbrock aus weißer (oder auch cremefarbener) Seide, der von den Hüften bis weit über die Füße hinabreichte, eine lange Schleppe besaß und mit zwei Schnüren am Körper befestigt wurde.

Um ein Gehen zu ermöglichen, musste die Falda angehoben werden. Diese Aufgabe kam Mitgliedern verschiedener Prälatenklassen des Päpstlichen Hofs und dem Fürstlichen Thronassistenten des Papstes zu. Das Gewandstück wird erstmals in den »Diarii«, den Tagebüchern, der Zeremoniare Alexanders VI. (Rodrigo de Borja, 1492-1503) erwähnt und von ihnen als schon vorhanden bezeichnet. Die Falda trug der Heilige Vater, wenn er eine feierliche Pontifikalmesse oder -vesper zelebrierte beziehungsweise ihr vorstand. Ebenso zog er das Gewand zu den feierlichen Reiterprozessionen, der Fußwaschung am Gründonnerstag, zum Karfreitagsgottesdienst, bei der Öffnung und Schließung der Heiligen Pforte in einem Jubeljahr und den Konsistorien an. Dem Heiligen Vater standen zwei verschiedenlange Falden zur Verfügung: die eine mit den Maßen 0,25 m (vorderer Teil) /0,50 m (hinterer Teil), die andere mit den Maßen 0,50 m / 1,25 m. Die kurze Falda wurde zu den Geheimen Konsistorien - bei denen der Papst in Rochett, Mozzetta und Stola erschien - und bis zum Pontifikat Pius' VI. (Giovanni Angelo Braschi, 1775-1799) bei den Fronleichnamsprozessionen getragen, die lange Falda zum feierlichen Papstamt und anderen Feierlichkeiten. Eine Falda aus Wolle trug der Papst an den Sonntagen der Advents- und der Fastenzeit sowie bei der Feier der Karfreitagsliturgie.

In früheren Zeiten trug der Papst bei der feierlichen Pontifikalmesse über seinem weißen Talar und dem Rochett als liturgische Gewandung: Falda, Schultertuch, Albe, Zingulum, Subcinctorium, Brustkreuz, Stola, Fanon, Tunicella, Dalmatik, Kasel, Pallium, Manipel, Pontifikalring und Mitra, ferner Pontifikalstrümpfe und -schuhe. Einige dieser Kleidungsstücke und Insignien waren ausschließlich dem Heiligen Vater vorbehalten; so Falda, Subcinctorium und Fanon.

Quelle

Osservatore Romano, 2. November 2012, S. 6, Autor : Ulrich Nersinger

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