Entwicklung der Pastoral geistlicher Berufungen in den Ortskirchen 1981

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Schlussdokument
des internationalen Kongresses der Verantwortlichen für die geistlichen Berufungen

in Rom am 10.16. Mai 1981
mit dem Thema

Entwicklung der Pastoral geistlicher Berufungen in den Ortskirchen:
Erfahrungen aus der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft

übergeben von der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, der Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, der Kongregation für die Glaubensverbreitung und der Kongregation für das katholische Bildungswesen
am 2. Mai 1982
im Pontifikat von Papst Johannes Paul II.

(Quelle: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 37)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der Heilige Vater hat in das Schlussdokument Einsicht genommen und seine Zufriedenheit ausgesprochen. Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli drückt das im Schreiben vom 29. März 1982 (Nr. 84.906) mit folgenden Worten aus:

"Der Heilige Vater hat mich beauftragt, in seinem Namen aufrichtigen Dank all denen auszusprechen, die zum guten Gelingen des Kongresses beigetragen haben. Der Heilige Vater hat auch den Wunsch geäußert, dass die Weisungen und Vorschläge des Kongresses aufmerksam studiert und umsichtig in die Tat umgesetzt werden, damit dadurch die Pastoral der geistlichen Berufungen in der ganzen Kirche einen neuen Impuls und größere Wirksamkeit erhalte. Indem der Heilige Vater für alle, die in der Pastorat der geistlichen Berufungen tätig sind, Gottes Hilfe erfleht, erteilt er von Herzen den Apostolischen Segen."

Von gleichen Gedanken getragen, übergeben die Kongregationen für die Orientalischen Kirchen, für die Ordensleute und Säkularinstitute, für die Glaubensverbreitung und für das katholische Bildungswesen den Text des Schlussdokumentes den hochwürdigsten Bischöfen und anderen Verantwortlichen für die Pastoral der geistlichen Berufungen. Sie sprechen tiefen, pflichtschuldigen Dank dem Heiligen Vater selber aus für die Anregungen, die die Kongressarbeiten durch ihn erhalten haben; den Kongressteilnehmern, die mit ihrer Sachkenntnis und Kompetenz die Kongressarbeiten bereichert haben; und schließlich der Kommission, die die Endvorschläge des Kongresses unter Berücksichtigung der von den Kongressteilnehmern vorgeschlagenen Ergänzungen beim und nach dem Kongress vertieft und erweitert hat. Wer dieses "Schlussdokument" aufmerksam lesen wird, kann sicher sein, dass er darin ein Ergebnis der Zusammenarbeit aller Teile der Kirche findet. Die Verantwortlichen für die Pastorat der geistlichen Berufungen werden sich so als lebendige Glieder dieser großen, in Gebet und Tätigkeit einmütigen Gemeinschaft fühlen und neuen Mut und neues Vertrauen zur Erfüllung ihrer Pflicht mit der Hilfe Gottes finden.

Rom, den 2. Mai 1982, 19. Weltgebetstag für die geistlichen Berufe

Zur Information

März 1976: Die Vollversammlung der Kardinäle und Bischöfe aus der Kongregation für das katholische Bildungswesen schlug vor, einen weiteren internationalen Kongress der Verantwortlichen für die geistlichen Berufungen abzuhalten. Zuvor hatte im Jahre 1973 ein internationaler Kongress stattgefunden.

Die Kongregation für das katholische Bildungswesen traf Absprachen mit den Kongregationen für die Ostkirchen, die Ordensleute und Säkularinstitute und für die Evangelisierung der Völker, um gemeinsam an die Vorbereitungen heranzugehen.

Die Päpste Paul Vl. und Johannes Paul II. ermunterten zu diesem Projekt und billigten das allgemeine Thema.

Januar-Februar 1978: Die Bischöfe wurden aufgefordert, ihre eigenen Programme oder diözesanen Aktionspläne für alle auszuarbeiten und nach Rom zu senden. Der außerordentliche Beitrag, den über 700 Diözesen leisteten, wurde zur Grundlage des "Arbeitspapiers" des Kongresses.

April 1979: Die Präsidenten der Bischofskonferenzen wurden gebeten, die Namen von Bischöfen, Nationaldirektoren und anderen Mitarbeitern, die zur Teilnahme am Kongress zu delegieren wären, vorzulegen. Die Kongregation für die Ostkirchen, für die Ordensleute und Säkularinstitute und für die Evangelisierung der Völker benannten die Delegierten in eigener Kompetenz. Die Zahl der Teilnehmer belief sich auf über 250.

10. Mai 1981: Papst Johannes Paul II. eröffnete den Kongress mit einer Eucharistiefeier in der Vatikanischen Basilika, bei der er den Vorsitz führte.

11. bis 15. Mai: Der Kongress fand in der neuen Synodenaula statt, die der Papst zur Verfügung gestellt hatte. Jeden Morgen hielt man Vollversammlungen ab. Danach gingen die Arbeiten in fünf Sprachgruppen weiter, die einer Kommission die Erarbeitung von Vorschlägen für das Schlussdokument übertrugen.

16. Mai: Die Vollversammlung prüfte und billigte die Vorschläge für das Schlussdokument und regte noch eine Reihe von Verbesserungen an. Eine vom Kongress ernannte Sonderkommmission ergänzte und verbesserte dann die abschließenden Vorschläge. Ein vorläufiger Text des Schlussdokumentes wurde allen Kongressteilnehmern zugestellt mit der Bitte um Bemerkungen. Diese wurden von der Kommission bei der Abfassung des endgültigen Schlussdokumentes berücksichtigt.

Redaktionelle Bemerkungen

Adressaten: Die Grundlage der Kongressarbeiten bildeten die Aktionspläne der Diözesanbischöfe. Daher ist das Schlussdokument an erster Stelle an die Bischöfe gerichtet. Die Aktionspläne waren in Zusammenarbeit mit den Ordensoberen und anderen Verantwortlichen für die Pastoral der geistlichen Berufungen zusammengestellt worden. Auch an diese wendet sich das Dokument.

Quellen: Quelle des Schlussdokumentes sind die Endvorschläge des Kongresses. Die Kommission hat außerdem die im Plenum vorgetragenen Berichte, 20 Protokolle der Sprachgruppen sowie die Beiträge der Kongressteilnehmer beim und nach dem Kongress berücksichtigt.

Grenzen. Das Schlussdokument hält sich an das allgemeine Thema. Daher gilt:

A) Wenn es von "Berufungen zu den geweihten Diensten und zu anderen Formen gottgeweihten Lebens" spricht oder von "gottgeweihten Berufen" oder einfach von "Berufen", so versteht es darunter, falls der Kontext es gestattet, die Berufung

- zu den geweihten Diensten: Presbyterat und Diakonat; auch Subdiakonat und niedere Weihen gemäß den geltenden Gesetzen der einzelnen Kirchen des orientalischen Ritus;

- zum Ordensleben in all seinen Formen: kontemplatives und apostolisches, monastisches Ordensleben nach orientalischer und westlicher Überlieferung, von Klerikern und Laien, Männern und Frauen;

- zu den Säkularinstituten in der Verschiedenheit ihrer Aufgaben und Mitglieder, Männer und Frauen aus dem Laienstand, Priester und Diakone;

- zum missionarischen Leben im genauen Sinn einer Sendung "ad gentes" (Nichtchristen).

Der Text wiederholt nicht jedesmal diese Aufzählung und setzt als bekannt voraus, dass die gottgeweihten Berufe in ganz verschiedenen Verhältnissen gelebt werden können. Priester und Diakone können zum Weltklerus gehören oder Ordensleute, Missionare und Mitglieder von Säkularinstituten sein. Der Ordensmann wieder kann Priester, Diakon, Missionar oder Laienbruder sein. Der Missionar aber kann Priester, Diakon, Ordensmann, Ordensfrau, Mitglied eines Säkularinstitutes oder Laie sein.

B) Das Schlussdokument berücksichtigt nur einige Aspekte der Seelsorge in den Einzelkirchen. Es kann daher nicht das gesamte komplexe Material zur Problematik der Berufe behandeln, die Theologie, Soziologie und Psychologie, sondern muss sich auf kurze Hinweise beschränken. Es kann sich ferner nicht mit den Fragen der Ausbildung des Priester und Ordensnachwuchses in Seminaren, Noviziaten, kirchlichen Fakultäten und anderen Instituten befassen.

Anwendung auf die konkrete Situation. Das Schlussdokument drückt sich meist allgemein aus; es kann nicht jedes Mal die verschiedenen territorialen und persönlichen Besonderheiten berücksichtigen. Im einzelnen gilt:

A) Das Dokument spricht von Einzelkirchen oder Ortskirchen im allgemeinen (wobei die Ausdrücke "Einzel-" und "Orts-" synonym verwandt werden, auch wenn sie zuweilen unterschiedliche Bedeutung annehmen und man in bestimmten Sprachen die Verwendung des einen oder des anderen Ausdrucks vorzieht). Es kann sich nicht bei den Verschiedenheiten aufhalten, die zwischen den Einzelkirchen vorliegen und die in den Aktionsplänen der Bischöfe deutlich werden: Da gibt es die in alter Zeit und die erst kürzlich gegründeten Kirchen; die Kirchen, deren Bevölkerung sich in städtischen und industrialisierten Gebieten konzentriert, und die Kirchen in nach und nach entvölkerten ländlichen Zonen; es gibt Kirchen mit zahlreicher katholischer Bevölkerung und solche mit Minderheiten, die in ihrem Ursprungsland verwurzelt sind, oder Minderheiten, die verstreut in Ländern der Emigration leben.

B) Der Kongress wurde von Vertretern der Kirchen aus der ganzen Welt in harmonischer Zusammenarbeit vorbereitet und veranstaltet. Das Dokument wendet sich an alle diese Kirchen, auch wenn das nicht eigens gesagt wird.

C) Das Dokument spricht oft von Jugendlichen. Dieser Ausdruck umfasst, je nach dem Zusammenhang, auch Kinder und Heranwachsende.

D) Das Dokument spricht bei Gelegenheit von Berufungen Erwachsener; diese Berufe sind auch dann mitgemeint, wenn der Text nicht eigens darauf zu sprechen kommt.

Der Leser möge daher das Dokument jeweils im Blick auf die verschiedenen Situationen oder Personen lesen, die ihn besonders angehen und für die er Verantwortung trägt.

Schlussdokument

1. Ziele des Kongresses

Der Kongress möchte die Bischöfe und die übrigen Verantwortlichen für die Pastoral der geistlichen Berufungen auf folgendes aufmerksam machen:

Der Kongress ist sich bewusst, wie schwer seine Aufgabe ist. Auch der Papst betonte in der Homilie beim Eröffnungsgottesdienst: "Das Problem der Priesterberufe ebenso wie der männlichen und weiblichen Ordensberufe ist, das will ich offen sagen, das Grundproblem der Kirche."[1]

Der Kongress dankt den Bischöfen aus allen Teilen der Weit, dass sie die Arbeit des Kongresses mit dem außerordentlichen Reichtum der Gedanken und Erfahrungen gefördert haben, die in den diözesanen Aktionsplänen enthalten sind.[2]

Der Kongress wünscht seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Betreuung der geistlichen Berufungen in den Ortskirchen zu richten, "in denen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Christi präsent ist und wirkt".[3]

Der Kongress fühlt sich verpflichtet, alle gottgeweihten Berufungen zu berücksichtigen, die der Heilige Geist der Kirche immerfort schenkt:[4] Berufungen zu den geweihten Diensten des Priestertums und des Diakonates; zu den Charismen der religiösen Orden und Kongregationen und der Säkularinstitute; Berufungen zum missionarischen Leben.[5]

Der Kongress erklärt, im Geist der Brüderlichkeit und des Dienstes am Evangelium gearbeitet zu haben, in der Zuversicht, den Einzelkirchen, zumal denen mit größeren Schwierigkeiten,[6] einige Hilfe bieten zu können. Der Kongress kennt freilich auch die zwischen der einen oder anderen Ortskirche gegebenen Unterschiede, weiche keine überall anwendbaren Empfehlungen möglich machen.

Der Kongress unterstreicht einige wichtigere Punkte, die Gegenstand vertiefender Überlegung waren. Die Notwendigkeit einer starken und ständigen Ausrichtung am Glauben; die erstrangige Bedeutung des Gebetes; die neue Situation der Jugend in Kirche und Welt; die Sendung der Ortskirche, in der jeder seinen Dienst einbringt unter der Hauptverantwortung des Bischofs.

Der Kongress dankt Papst Johannes Paul II., der nicht nur zur Vorbereitung des Kongresses ermuntert hat, sondern ihn auch als Vorsitzender bei der Eucharistiefeier in der Vatikanischen Basilika eröffnete.

Der Kongress erneuert seinen tiefen Glauben an "Ihn, der alles in allen wirkt",[7] und schaut mit diesem Glauben trotz der Schwierigkeiten mit neuem Vertrauen auf das, was Gegenwart und Zukunft bringen "im Namen des Herrn".

Einführung: Die Herausforderung des Jahres 2000

2. Auf die Herausforderung einer neuen Welt antworten

Der Glaube garantiert, dass Jesus der Herr es nie daran wird fehlen lassen, durch seinen Geist Männer und Frauen in seine Nachfolge zu berufen. Sie sollen Diener und Zeugen sein, die sich gänzlich der Sache des Evangeliums geweiht haben. Dieser Ruf ist mit dem Geheimnis des Heiles verbunden, das ständig in der Welt am Wirken ist: "Gott, unser Heiland, will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen."[8] Doch "wie sollen sie davon sprechen hören, wenn niemand verkündigt? Wie soll aber jemand verkündigen, wenn er nicht gesandt ist?"[9]

Die Antwort auf den Ruf wird heute um so dringlicher, als die Kirche, das "allumfassende Heilssakrament",[10] auf die Herausforderung einer neuen Welt antworten muss. Diese Welt will dem Menschen mehr Wohlstand, Freiheit und Glück verschaffen. Sie verspricht eine umfassendere Herrschaft über die Materie und die Kräfte der Natur. Sie erlaubt außerordentlich rasche universale Kommunikation. Sie ist voll von Verheißungen und Hoffnungen. Doch zugleich ist sie derart stolz, dass sie meint, sie könne sich allein, ohne Gott, aufbauen."[11]

Es ist eine Welt voller Möglichkeiten und Projekte, die aber zugleich Unsicherheit und tiefreichende Ungleichgewichte erlebt. Trotz ihrer Reichtümer wird eine große Zahl von Menschen weiter von Elend und Hunger gequält. Trotz ihrer Befreiungspläne herrschen in vielen Gebieten der Erde weiterhin Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalttätigkeit.

3. Kleine Herde großer Auftrag

Die Kirche als kleine Herde im Herzen dieser Weit, durchquert mit dieser die Wüste.[12] Sie erlebt deren Wandlungen mit und nimmt Anteil an deren Ängsten. Es ist verständlich, dass die tiefreichenden Krisen der Welt in gewissen kirchlichen Institutionen und gottgeweihten Personen Schwierigkeiten haben aufbrechen lassen.

In dieser Situation bietet sich die Kirche als Zeichen der Hoffnung an, denn "auch wir befinden uns in gewisser Weise in der Zeit eines neuen Advents, in einer Zeit der Erwartung".[13] Die Kirche ist sicher, dass "die Wüste ... blühen soll".[14] Sie "glaubt: Christus, der für alle starb und auferstand, schenkt dem Menschen Licht und Kraft durch seinen Geist, damit er seiner höchsten Berufung nachkommen kann; ... sie glaubt ferner, dass in ihrem Herrn und Meister der Schlüssel, der Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte gegeben ist".[15]

Die Kirche nimmt die Herausforderung unserer Zeit an. Sie verkündet der Welt die Frohbotschaft, welche auf die Sorgen und Ängste des Menschen von heute antwortet. Alle Wege der Kirche führen auf den Menschen hin.[16] Das Wort der Kirche wird aber um so glaubwürdiger sein, je mehr sie sich bewusst ist, durch Christus erlöst und in seine universale Heilssendung eingefügt zu sein.

Wenn sie sehen, wie die Kirche ihre Sendung in der Welt in Fülle lebt, werden viele Männer und Frauen, gerade auch Jugendliche, den Ruf verspüren, in den heiligen Dienst und in die verschiedenen Formen des gottgeweihten Lebens einzutreten.

Diese erneute Verfügbarkeit für ein gänzlich Gott und der Kirche geweihtes Leben zeigt sich bereits in verschiedenen Teilen der Welt als Wirklichkeit. Der Kongress nimmt es mit Freude zur Kenntnis und dankt dem Geist, der die Kirche "durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben lenkt und sie mit seinen Früchten schmückt".[17]

4. Die Kirche und die Welt der Jugend

Nach verbreiteter Meinung sind viele Jugendliche der Person Christi gegenüber offen eingestellt, nicht aber der Kirche und ihren Institutionen gegenüber. Diese Tatsache gibt uns zu denken. Weiches Bild von der Kirche bieten wir der Jugend dar? Was für eine Kirche lehnt sie ab? Und warum?

Gewiss liegt hier ein Glaubensproblem vor, doch auch ein Problem der Glaubwürdigkeit. Die Jugendlichen glauben deshalb nicht, weil sie keine überzeugenden Zeichen und Zeugen vorfinden, die sie anregen, sich für die Kirche einzusetzen. Vielmehr sind da gewisse Widersprüche zwischen Glauben und Leben bei Personen und Institutionen, die noch größere Hindernisse aufrichten. Es ist für die Jugendlichen nicht leicht, sich eine Kirche vorzustellen, ",die Sünder in ihrem Schoße umfasst, die zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig ist".[18] Gelegentlich haben auch die Personen und Institutionen ihre Schwierigkeiten, die Unruhe und Kritik sowie die Bestrebungen der jungen Menschen von heute zu verstehen.

Die Kirche setzt in ihre Jugend Vertrauen und glaubt, dass diese ihr helfen wird, der Welt ihr wahres Antlitz zu offenbaren. Die Antwort der Jugendlichen wird um so hochherziger ausfallen, wenn sie sich als verantwortliche Glieder der Kirche fühlen, ja als bevorzugte Glieder, und wenn die Kirche sie aufruft, sich noch mehr für den Aufbau einer Gesellschaft im Zeichen der Liebe einzusetzen.[19]

Die Erzieher müssen die Werte anerkennen, die viele Jugendliche spüren und leben. Wenn sie zur Freundschaft bereit sind, für den Dienst verfügbar, für eine ernsthafte religiöse Erfahrung aufgeschlossen, wenn sie vor allem Christus offen gegenüberstehen; Jugendliche, die Echtheit anstreben und verantwortlich sein wollen. Eine konstruktive Pädagogik muss sich auf diese Werte stützen.

Bieten wir den jungen Menschen das wahre Antlitz der Kirche dar, ihre Sendung in der Welt als Dienst der Gemeinschaftlichkeit, als Teilhabe, Heil und Leben, so werden sie darin eine Hilfe finden, um mitzumachen und sich einzusetzen. Lassen wir sie in der Freundschaft Jesu mit ihnen den Leitfaden ihres Lebens entdecken, so werden sie ihm in Treue Freundschaft halten und bereit sein, sich auch zu einem gänzlich seinem Dienst geweihten Leben rufen zu lassen.[20]

Viele Jugendliche stehen der Kirche fern und lassen sich nur schwer erreichen. Diese Tatsache unterstreicht die Wichtigkeit des Einsatzes der Jugendlichen selber als ersten Boten des Evangeliums für andere Jugendliche.[21] Diese Feststellungen gelten natürlich für eine breite Altersspanne.

5. Berufung der Kirche und Pastoral der geistlichen Berufungen

Die Pastoral der geistlichen Berufungen erwächst aus dem Geheimnis der Kirche und stellt sich in ihren Dienst. Daher betont diese Pastoral erneut den Glauben an die Sendung Christi als Erlöser, die durch die Kirche wirksam wird; dieser Kirche will sie dienen, damit die "hierarchischen und charismatischen Gaben", die Gott seinem Volk weiter schenkt, überall hochherzig aufgegriffen werden, ungeachtet der Schwierigkeiten, die sich entweder in den Berufenen erheben können oder die sich aus den allgemeinen Verhältnissen der modernen Welt ergeben.

Der Kongress ist überzeugt, dass die Pastoral der geistlichen Berufungen sich ständig erneuern muss, indem sie die Anregungen aus dem Glauben und von den "Zeichen" her, die in den Menschen sichtbar werden, aufgreift, um einen treuen Mittlerdienst zwischen dem rufenden Gott und jenen, die gerufen werden, zu leisten.[22]

Erster Teil: Lebendiger Glaube - Grundlage der Pastoral der geistlichen Berufungen=

Der Kongress fühlt sich verpflichtet, einige theologische Themen, die in vielen Aktionsplänen behandelt werden, herauszustellen, damit sie in den Ortskirchen verbreitet und vertieft werden können.

6. Glaube als Grundlage des Apostolats und als Grundmotiv der Berufung

Die mit dem Gebet verbundene tiefe und ständige Orientierung am Glauben ist die innere Grundlage des apostolischen Wirkens in der Pastoral der geistlichen Berufungen. Der ständige Bezug auf den Glauben bildet zugleich das solide Fundament der Motive derer, die dem göttlichen Ruf folgen. Doch da die Pflicht zur Förderung der Berufe bei der gesamten Gemeinschaft der Christen liegt, muss auch die ganze Gemeinschaft sich nachhaltig und ständig vom Glauben leiten lassen.[23]

Es werden nun folgende Grundthemen behandelt:

- Vom Geheimnis Gottes zum Geheimnis der Kirche.

- Die ganze Kirche setzt die Sendung Christi in der Kraft des Hl. Geistes fort.

- Die durch Weihe übertragenen Dienste in der Kirche. Der Ordensstand im Leben der Kirche.

- Die Säkularinstitute im Leben der Kirche.

- Die missionarische Berufung im Leben der Kirche. Die Kirche: Mutter der Berufungen.

- Die Kirche: im Gebet und ständig auf dem Weg der Bekehrung. Berufung und Sendung der Ortskirche.

- Das Geheimnis Gottes und der Kirche in Bewusstsein und Leben der Berufenen und der ganzen Gemeinschaft.

- Maria: V ermittlerin von Berufungen und V orbild der Berufenen.

7. Vom Geheimnis Gottes zum Geheimnis der Kirche

Will man die Berufung des Christen und die Berufungen zum gottgeweihten Leben verstehen und würdigen, muss man diese Berufungen im Licht des Geheimnisses der Kirche betrachten. Um aber ins Geheimnis der Kirche einzudringen, soweit es den von der Gnade getragenen begrenzten Fähigkeiten des Menschen gestattet ist, muss man notwendig auf das Geheimnis Gottes zurückkommen.

Genau dies ist der Weg, den das Evangelium aufzeigt, wenn es uns auffordert, unseren Geist zum Vater zu erheben, der "so sehr die Welt geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab ... damit die Welt durch ihn gerettet wird".[24] Es ist also der Vater, der aus freiem Liebesratschluss die Initiative ergreift. Es ist der Vater, der ruft und sendet. Er ruft sein auserwähltes Volk und sendet seine Propheten, damit das Volk lerne, ihn zu erkennen, zu lieben und ihm zu dienen. So wird die Kirche, das neue Volk Gottes, im Verlauf der Jahrhunderte im Vorbild dargestellt und vorbereitet.

Jesus der Herr aber, der Retter und Sohn Gottes, vollendet in der Fülle der Zeit durch sein Opfer den Heilsplan des Vaters. Jesus begründet seine Kirche, die universale Gemeinschaft der Gerufenen, "ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde",[25] das schon auf der Erde anwesende Reich Gottes, für alle Völker geöffnet, bis ans Ende der Welt.[26]

Nachdem Jesus seine Sendung vollendet hatte, war und ist es der Geist des Herrn, der ständig die Kirche in ihrer Sendung für das universale Heil erbaut, heiligt und leitet. Der Geist bereichert auch ständig die Kirche mit seinen Gaben, denn "jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt".[27]

Jede Berufung ist daher eingefügt in den Heilsplan des Vaters, ist verbunden mit der Sendung des Sohnes und dem Wirken des Geistes. Auf jede Berufung fällt Licht, jede gewinnt Kraft vom Geheimnis der Kirche und vom Geheimnis Gottes her.[28]

8. Die ganze Kirche setzt die Sendung Christi in der Kraft des Hl. Geistes fort

Die ganze Kirche ist gerufen und in die Welt gesandt, um die Sendung Christi in der Kraft des Heiligen Geistes fortzusetzen: "Von Christus als Gemeinschaft des Lebens, der Liebe und der Wahrheit gestiftet, wird (das Volk Gottes) von ihm auch als Werkzeug der Erlösung angenommen und als Licht der Welt und Salz der Erde in alle Welt gesandt."[29]

Die ganze Kirche findet sich als berufene und gesendete vor, und daher findet sich auch jedes Glied der Kirche für seinen Teil als berufen und gesendet vor. Auf Grund des gemeinsamen Priestertums des Volkes Gottes wirkt jeder durch das Bekenntnis des Glaubens, durch die Verkündigung der Frohbotschaft, durch die Teilnahme an der hl. Eucharistie und an den übrigen Sakramenten, durch sein Gebet und das Zeugnis seines Lebens, durch tätige Liebe und das Apostolat in seinen verschiedenen Formen an der Sendung der Kirche mit.[30]

Mit dieser universalen Berufung, die Sendung des gemeinsamen Priestertums zu übernehmen, ist die allgemeine Berufung zur Heiligkeit in der Nachfolge des Herrn Jesus, des Vorbilds und Meisters des ganzen christlichen Lebens, verbunden.[31]

9. Die durch Weihe übertragenen Dienste in der Kirche

Jesus der Herr wollte bei der Gründung seiner Kirche verschiedene Ämter zum Dienst für die Gemeinschaft einsetzen. "Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.[32] Er, der ewige Hirte, hat die Apostel berufen und sie in die Welt gesandt, wie der Vater ihn gesandt hatte, und er wollte, dass die Bischöfe als Nachfolger der Apostel bis ans Ende der Zeiten die Hirten der Kirche sein sollten, als Lehrer des Glaubens, als Priester des Gottesdienstes und als Diener der geistlichen Leitung.[33] Daher gilt: "Die Kirchen stammen von den Aposteln, die Apostel von Christus, Christus aber von Gott.[34]

Den Bischöfen ist der Dienst anvertraut, jene zu berufen, die die heiligen Weihen anstreben, um ihre Mitarbeiter im apostolischen Amt zu werden.[35] Die Berufung zu den geweihten Diensten ist also ein durch den Bischof vermittelter Aufruf, sein Leben der Verkündigung des Wortes Gottes, der Feier der Liturgie und dem Dienst an der Gemeinschaft zu weihen.

Der priesterliche Dienst, von Jesus dem Herrn mit denselben Worten eingesetzt, mit denen er auch die Eucharistie einsetzte, ist besonders eng mit der Eucharistie verbunden und durch sie mit dem ganzen Volk Gottes, in dem die Eucharistie Zeichen der Einheit und Band der Liebe ist.[36] Der priesterliche Dienst "ist ein Geschenk für die Gemeinschaft, das von Christus selber kommt, aus der Fülle seines Priestertums".[37] Die Gemeinschaft muss dies im Licht des Glaubens verstehen und in diesem Licht immer mehr das grundlegende und unersetzliche Geschenk des priesterlichen Dienstes schätzen lernen.

10. Der Ordensstand im Leben der Kirche

Auch die Weihe im Ordensstand durch die Beobachtung der evangelischen Räte der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams, die sich auf Beispiel und Lehre Jesu des Herrn gründen, ist ein Geschenk, das er seiner Kirche gemacht hat und das diese mit seiner Hilfe immer bewahrt. Das Ordensieben ist im Verlauf der Jahrhunderte mit einem außerordentlichen Reichtum an Charismen des Geistes gewachsen, und es äußert sich weiter in verschiedenen Formen, die sich entwickeln sowohl "zum Fortschritt ihrer Mitglieder wie zum Besten des ganzen Leibes Christi".[38] Der Hochherzigkeit der Berufenen stehen viele Wege offen.

Wer dieser Berufung folgt, ist bereit, sich gänzlich dem über alles geliebten Gott hinzugeben, "so dass er selbst durch einen neuen und besonderen Titel Gottes Dienst und Ehre wird" und sich zugleich mit einer Liebe ohne Grenzen "in besonderer Weise mit der Kirche und ihrem Geheimnis" verbindet, um ihr sein ganzes Leben hinzuschenken.[39] Der Ordensberuf wird so zu einer Offenbarung einer fundamentalen Wirklichkeit: Christ sein heißt Glied einer Gemeinschaft sein, die sich dem Dienst der anderen geweiht hat.

Das Ordensleben muss in seinem Wesen und in der Verschiedenheit seiner Formen von den Hirten und den Gemeinschaften der Gläubigen immer mehr verstanden und geschätzt werden. Besser verstanden und geschätzt werden muss auch die Sendung der Ordensbrüder und der Schwestern, denn diese steht heute vor neuen und schweren Problemen. Besonders die weiblichen Berufe spüren die Schwierigkeiten, die von den gewandelten Verhältnissen der Frau in der modernen Gesellschaft ausgehen. In vielen Mädchen und jungen Frauen erheben sich Konflikte und Ungewissheiten hinsichtlich der Art und Weise, wie sie heute der Kirche am besten dienen können.

Es gibt aber Probleme, die allen Bewerbern gemeinsam sind. Den Ordensinstituten ist bekannt, dass die neuen Berufe erneuerte Gemeinschaften erfordern, die sich ihrer Identität sicher sind und frohen Herzens das eigene Charisma "in neuer Kraft und Frische" im Dienst Gottes, der Kirche und der Menschheit zum Ausdruck bringen.[40]

11. Die Säkularinstitute im Leben der Kirche

Die Säkularinstitute[41] verlangen eine echte und volle Profess der evangelischen Räte der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams, die von der Kirche anerkannt ist. Diese Profess schenkt den Laien Männern und Frauen sowie den geweihten Dienern, welche gemäß dem eigenen Stand das normale Leben dieser Welt führen, eine besondere Weihe. Sie sind daher berufen, sich gänzlich Gott in vollkommener Liebe hinzuschenken.[42]

Die Säkularinstitute und ihre Mitglieder besitzen eine besondere Gestalt, nämlich die des "Weltlichen", um in der Lage zu sein, wirksam und überall die apostolische Sendung zu erfüllen, für die sie entstanden sind. "Ihre Weise, Kirche zu sein und Kirche präsent zu machen, sich selbst zu retten und das Heil präsent zu machen, ist das Sein der Welt, d. h. die Pflege der Werte dieser Welt.“[43]

Sie sind ein Zeichen der kommenden Welt, indem sie in den gewöhnlichen Lebensverhältnissen radikal das Evangelium leben und die zeitlichen Wirklichkeiten aufgreifen, um sie zu heiligen und umzuwandeln: um" die Welt von innen her zu verwandeln".[44]

12. Die missionarische Berufung im Leben der Kirche

Die missionarische Berufung hat ihr Fundament in der Sendung der Kirche, die ihrer innersten Natur nach missionarisch ist. Sie hat ihren Ursprung und Seinsgrund nämlich von der Sendung Jesu des Herrn und von der Sendung des Heiligen Geistes her, die beide gesandt sind, um den universalen göttlichen Heilsplan, der aus der unermesslichen Liebe des Vaters stammt, zu verwirklichen. Deswegen hat Jesus gesagt: "Geht zu allen Völkern und macht (sie) ... zu meinen Jüngern .. ;[45] und "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.[46]

Daher ist die ganze Kirche missionarisch, und, auch jede Berufung in der Kirche ist missionarisch. Jede Berufung ist vom ersten "Ruf" an durch eine Sendung gekennzeichnet, die erfüllt werden soll. Man wird berufen, um gesandt zu werden: "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch";[47] und "Jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt."[48]

Die missionarische Berufung "ad gentes" ist eine besondere Berufung, welche der Gründung und dem Wachstum von neuen Glaubensgemeinschaften gilt. Die Kirche fährt kraft des Auftrags des Herrn fort, ununterbrochen ihre Missionare auszusenden, damit neue Kirchen aufgebaut werden, die ihrerseits das Werk der Evangelisierung fortsetzen sollen.[49] Die Missionare sind von Kirche zu Kirche gerufen und gesandt. So kann eine gegenseitige Bereicherung der Kirchen Wirklichkeit werden, und es können in der Kraft des Geistes wachsende Strahlungskräfte apostolischer Hingabe freigesetzt werden. Der Missionsberuf ist daher für Leben und Zukunft der Kirche wesentlich.[50] Die Glaubensgemeinschaften müssen sich dessen immer tiefer bewusst werden.

13. Die Kirche: Mutter der Berufungen

Die Kirche ist von Gott gerufen und steht in der Welt als Gemeinschaft der Gerufenen; sie ist ihrerseits Werkzeug des Rufes Gottes. Nach dem Willen des Vaters, durch die Verdienste Jesu des Herrn und in der Kraft des Heiligen Geistes ist sie ein lebendiger Aufruf.

Diese Wahrheit theologischer Ordnung muss immer neu in der existentiellen Ordnung Wirklichkeit werden. Da alle in der Kirche eine Berufung erhalten haben, müssen sie auch in Gemeinschaft untereinander und mit den Bischöfen, in Gemeinschaft mit dem obersten Hirten der Kirche ein klares Bewusstsein davon haben, eine Gemeinschaft von Berufenen zu sein. Sie müssen den Wert des ihnen Geschenkten im Licht des Geheimnisses Gottes und der Kirche entdecken.

Die Gemeinschaft, die sich ihres Berufenseins bewusst wird, erkennt damit zugleich, dass sie ihrerseits ständig rufen muss. So offenbart sich in ihr weiter das Geheimnis des Vaters, der ruft, das des Sohnes, der sendet, und das des Geistes, der weiht.

Durch die Verkündigung des Evangeliums, durch die Feier der Eucharistie, und der übrigen Sakramente, durch das Gebet und den Dienst der Liebe, was zusammen ihr Lebenszeugnis ausmacht,[51] erweist sie ihre fruchtbare Mutterschaft. "Leben zeugt Leben."[52]

14. Die Kirche. Im Gebet und ständig auf dem Weg der Bekehrung

Die erste Christengemeinde erwartete betend den Pfingsttag: "Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern."[53] Was damals geschah, muss immer geschehen.

Jesus der Herr betete, bevor er die Apostel erwählte.[54] Er betete für sie und für jene, die ihr Wort hören würden.[55] Er lehrte sie, um das Kommen des Reiches Gottes zu beten, und dass Gottes Wille geschehe.[56] Im Licht des Beispiels und der Lehre des Herrn versteht man das Gebot, "den Herrn der Ernte zu bitten, er möge Arbeiter in seine Ernte senden",[57] in seiner ganzen Bedeutung.

Was die Berufung angeht, so ist das Gebet ein erstrangiger und wesentlicher Wert. Liegt doch die Berufung als in Freiheit dem Menschen angebotene Gabe Gottes ihrer Natur nach auf der Ebene des Geheimnisses. Das im Namen des Herrn gesprochene Gebet ist zugleich ein Gebet des Geistes, der in uns wohnt,[58] und es wird vom Vater erhört, weil es den fundamentalen Bedürfnissen der Kirche für das Kommen des Reiches entspricht.

Das wahre Gebet ist ein Hören auf das Wort Gottes, der den Menschen nicht nur schafft, sondern ihm auch die Wahrheit seines Seins und die Identität seines persönlichen und einmaligen Lebensentwurfs offenbart[59] und ihn zur Mitarbeit für die Sendung Jesu des Herrn, des Retters der Welt, beruft.[60]

Jesus hat ferner daran erinnert, dass es nicht genügt, "Herr, Herr" zu sagen, dass man vielmehr "den Willen des Herrn tun" muss.[61] Dieser Wille umfasst die Pflicht zur Bekehrung,[62] welche die ganze Kirche angeht, die "zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig" ist.[63]

15. Berufung und Sendung der Ortskirche

Die Einzel- oder Ortskirche ist "der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem Presbyterium zu weiden anvertraut wird"; in ihm "ist die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirksam und gegenwärtig".[64] Wie die Gesamtkirche, so befindet sich auch die Einzelkirche im Zustand der Berufung und Sendung, sie ist aufgerufen und muss antworten, und damit ist sie verantwortlich.

Die Einzelkirche befindet sich im Zustand der Berufung, weil sie identisch ist mit allen Berufungen, aus denen sie sich zusammensetzt. In ihr empfangen die Getauften die universale Berufung zum gemeinsamen Priestertum der Gläubigen und zur Heiligkeit. In ihr entstehen als Gabe des Geistes die besonderen Berufungen zu den geweihten Diensten, zur Lebensweihe im Ordensstand oder im Säkularinstitut sowie zum missionarischen Leben. Sie ist also die Gesamtheit all jener, die in Gemeinschaft mit dem Bischof und untereinander vom Vater zur Nachfolge Jesu des Herrn gemäß den Charismen des Geistes berufen sind.

Es wird daher zur wesentlichen Pflicht für die Einzelkirche, alle Berufungen aufzunehmen, zu unterscheiden und zu bewerten. Auch für sie gilt ja der Grundsatz, dass die Berufungen "Nachweis und zugleich Bedingung der Lebenskraft der Kirche sind".[65]

Die Einzelkirche befindet sich ferner im Zustand der Sendung. "Kraft der Katholizität bringen die einzelnen Teile ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu"; es bestehen daher "zwischen den verschiedenen Teilen der Kirche die Bande einer innigen Gemeinschaft (auch) der apostolischen Arbeiter".[66]

Daher sind die Berufungen ein Geschenk, das die Einzelkirche auch empfängt, um es der Gesamtkirche darzubieten, "vor allem jenen Gegenden ... in denen Arbeiter für den Weinberg des Herrn besonders dringend benötigt werden".[67] Auch diese Verpflichtung ist eine wesentliche: "Die Einzelkirche darf sich nicht in sich selber verschließen; sie muss sich vielmehr, als Teil der Gesamtkirche, den Bedürfnissen anderer Kirchen öffnen. Daher bleibt ihre Beteiligung an der universalen Sendung zur Evangelisierung nicht ihrem Gutdünken überlassen, auch wenn sie großzügig denkt. Sie hat vielmehr als fundamentales Lebensgesetz zu gelten."[68] So wird schließlich die Aufforderung wahr: "Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat."[69]

16. Das Geheimnis Gottes und der Kirche im Bewusstsein und Leben der Berufenen und der ganzen Gemeinschaft

Mit dem Hinweis auf das Geheimnis Gottes und der Kirche verbindet der Kongress die Einladung an die Berufenen, über folgende Punkte nachzudenken.

Jeder Berufene soll ein lebendiges Verhältnis zum Vater pflegen. Wer sich vertrauensvoll an den Vater wendet, damit "sein Reich komme" und "sein Wille geschehe", befindet sich in der besten Verfassung, einen besonderen Ruf zu vernehmen. Wer über den universalen göttlichen Heilsplan nachdenkt, entdeckt die Motive, deretwegen er sein Leben der Kirche weiht, die ja der Welt dieses Heil bringt. Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, ist auch bereit, den Verpflichtungen des gottgeweihten Lebens für den ganzen Verlauf seiner Existenz mit Freude nachzukommen.

Jeder Berufene soll ein lebendiges Verhältnis zum Sohn pflegen. Wer in die Nachfolge des Herrn eintritt, findet darin die Kraft, die tägliche Last eines gänzlich Gott und der Kirche geweihten Lebens zu tragen; Kraft auch, seinen apostolischen Dienst in tätige Liebe zu verwandeln. Jeder Berufene soll ein lebendiges Verhältnis zum Heiligen Geist pflegen. Vom Geist stammt nämlich jede Gabe des Dienstes und der Weihe an Gott. Im Geist findet jeder Berufene die Kraft, sein Ja zu Gott und zur Kirche zu erneuern; das Ja zum Ruf zur christlichen Vollkommenheit; das Ja zum Dienst an den Brüdern und Schwestern; das Ja endlich zur Hingabe in Liebe, ohne menschliche Befriedigung zu suchen.

In diesem lebendigen Verhältnis zu Gott liegt also die Quelle für die Berufung und zugleich das Geheimnis der Beharrlichkeit.

Die Aufforderung, über diese Punkte nachzudenken, richtet sich nicht nur an die Berufenen, sondern an jedes Mitglied der Gemeinschaft der Glaubenden. Denn man glaubt und lebt ja das Geheimnis Gottes und der Kirche in der ganzen Gemeinschaft.[70]

17. Maria. Vermittlerin von Berufungen und Vorbild der Berufenen

Der Kongress schaut auf die allerseligste Jungfrau Maria, denn ihre Person ist aufs innigste mit dem Geheimnis Gottes und der Kirche verbunden, folglich auch mit dem Geheimnis jeder Berufung zum Dienst für Gott und die Kirche.

Sie hat mit ihrem vollkommenen Ja die Einladung des Vaters angenommen; sie hat in ihrer reinsten Person die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und in ihrer unaussprechlichen Mutterschaft der Welt Jesus den Herrn geschenkt. Sie steht da als Beispiel für die Gesamtkirche und jede Einzelkirche, die nach dem Willen Gottes, durch die Verdienste Christi und in der Kraft des Geistes immer neue Berufungen zum Dienst für Gott und die Kirche hervorbringt.

Die Gemeinschaft der Glaubenden aber, die bei ihrer Sorge um Berufungen ihre Pflichten erfüllt, sieht in Maria jene, die "durch ihre vielfältige Fürbitte fortfährt, uns die Gaben des ewigen Heiles zu erwirken[71] und damit auch das Geschenk der Berufungen und ruft sie als Mutter aller Berufungen an.

Jeder Berufene, der den Blick zu Maria erhebt, findet in ihr ein anziehendes Beispiel: für die Erkenntnis des göttlichen Heilsplanes; für das Verhältnis zu Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist; für die Bereitschaft, dem Herrn nach seinem Willen zu dienen; für das Verlangen, der Welt Jesus zu schenken; für die Annahme des Kreuzes und für die Liebe zur Kirche.[72]

Zweiter Teil: Richtlinien für die Aktion: "Leben zeugt Leben"

Der Kongress hält es für gut, auf die Personen, Gemeinschaften und Initiativen einzugehen, die mit Gottes Hilfe dazu beitragen, die Sorge um Berufungen in den Einzelkirchen wirksam werden zu lassen. Diese Punkte werden in den Aktionsplänen der Bischöfe betont.

18. Die Pastoral der geistlichen Berufungen innerhalb der Gesamtpastoral

"Das Leben bringt Leben hervor. Wie ein Boden seinen Reichtum an Lebenskräften durch die Frische und Üppigkeit der auf ihm herangereiften Ernte beweist, so wird eine Kirchengemeinde dadurch, dass sich in ihr ein blühender Reichtum an Berufungen einstellt, ihre Kraft und ihre Reife beweisen."[73]

Diese Botschaft des Papstes an den Kongress entspricht der Weisung des Konzils: "Berufe zu fördern, ist Aufgabe der gesamten christlichen Gemeinde. Sie erfüllt sie vor allem durch ein wirklich christliches Leben.[74] Die christliche Gemeinde, die in einer Einzelkirche lebt, wird gebildet von Einzelpersonen und kleineren Gemeinschaften. Alle sind mitverantwortlich bei der Durchführung des Aktionsplanes für die Berufungen im Rahmen der Gesamtpastoral.

Die Gesamtpastoral hat die Aufgabe, im Volk Gottes ein Klima zu schaffen, in dem Berufungen wachsen können. Die Gläubigen müssen sich bewusst werden, dass die Berufungen zu den geweihten Diensten nicht nur für die Kirche, für jede Diözese und Pfarrei ein Geschenk sind, sondern auch für jede Familie und Gemeinschaft. Bei den Eltern und Jugendlichen muss das Verständnis für die evangelischen Räte und eine das ganze Leben umfassende Weihe an Gott geweckt werden. Die Gesamtpastoral muss sozusagen ein immer dichteres Netz von persönlichen und institutionellen Kontakten knüpfen, in dem Berufungen entdeckt, ermuntert und gepflegt werden können. Beruf und Berufungen müssen ein grundlegendes Thema für Predigt, Gebet und Katechese werden. Dabei genügt es nicht, das Thema in direkter Form zu behandeln; es muss als Botschaft auch sonst in Predigt, Gebet und Katechese irgendwie präsent sein.

Der Kongress macht sich die in den Aktionsplänen zahlreicher Bischöfe geäußerten Gedanken zur Pastoral der geistlichen Berufungen zu eigen und betont:

- Sie fügt sich organisch in die Gesamtpastoral ein, ist also keine isolierte Aktion;

- sie befasst sich in besonderer Weise mit den gottgeweihten Berufen, ist also keine im Allgemeinen verbleibende Aktion;

- sie interessiert sich für alle gottgeweihten Berufe, ist also keine einseitige Aktion;

- sie widmet sich dem "fundamentalen Problem der Kirche", ist also keine Aktion am Rande. Einige Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

1. Wichtige Akzente der Pastoral der geistlichen Berufungen.

2. Verantwortung, Zeugnis, Mittlerrolle der einzelnen und der Gemeinschaften.

3. Jugendseelsorge und Spätberufene.

4. Formen der Berufsbegleitung.

5. Einrichtungen und Strukturen.

I. Wichtige Akzente der Pastoral der geistlichen Berufungen

Die gesamte Pastoral der geistlichen Berufungen ist von einer tiefen Glaubenshaltung geprägt. Die Höhepunkte ihres Wirkens bestehen nach der Regel der Apostel wesentlich" im Gebet und ins Dienst am Wort".[75] Hinzu kommt das Zeugnis des Glaubens oder der Dienst der Liebe, auf den das Schlussdokument anschließend zu sprechen kommt.

A) Gebet und Berufungen

19. Eucharistie und Berufungen

Das pastorale Wirken der Einzelkirche zeigt sich an erster Stelle in der Liturgie, "Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt".[76] Die Liturgie ist ferner höchster Ausdruck des Gebetes der Kirche, das sich dem göttlichen Geschenk der Berufungen öffnet.

Für jede Berufung hat die Eucharistie entscheidende Bedeutung. Ist doch dort Jesus der Herr als jener präsent, der sich jedem einzelnen schenkt und sich zum Brot für das Leben der Welt macht. Die Eucharistie ist Quelle des priesterlichen Dienstes, Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens und jeder gänzlichen Weihe für die Sache des Evangeliums.[77]

Die Glaubensgemeinschaft muss sich zur eucharistischen Anbetung bekehren. Dabei muss diese Anbetung bei den gottgeweihten Personen zuerst beginnen. Am Anfang wählte Jesus seine ersten Mitarbeiter aus jenen Personen aus, die bei ihm lebten.[78] Auch heute noch empfangen viele ihre Berufung, wenn sie anbetend nahe bei ihm weilen, ihn empfangen, am eucharistischen Opfer teilnehmen, am Altare dienen. Zugleich betet die Gemeinde mit den gottgeweihten Personen zu ihm, dass ihr Ruf gehört werde.

20. Buße und Berufungen

Das Sakrament der Versöhnung, innerlich verbunden mit der Eucharistie[79] nimmt in der Pastoral der geistlichen Berufungen einen lebenswichtigen Platz ein. Jede Antwort auf die Berufung ist eine Metanoia, eine Lebenswende. So widerfuhr es den ersten Jüngern des Herrn und Saulus auf dem Weg nach Damaskus. Die Verkündigung des Evangeliums beginnt mit einer Aufforderung zur Bekehrung.[80]

Eine echte Berufung erfordert Bekehrung, die ein Werk der Gnade ist und im Gebet heranreift. Im Bußsakrament wird sie von der Kirche bekräftigt.

Ein Mensch, vor allem in jugendlichem Alter, den man in das Verständnis dieses Sakramentes einführt, empfängt es gern, in Freiheit und nicht aus Gewohnheit. Durch dieses Sakrament empfängt er nicht nur die diesem eigene Gnade, sondern auch innere Gelöstheit des Geistes, Klarheit des Denkens, ein feinfühliges Gewissen und den Mut zum Ausharren.

Zum Sakrament gehören Geist und Tugend der Buße. Die Berufung zum gottgeweihten Leben bringt den Mann und die Frau dem Geheimnis des Kreuzes nahe. Dabei sind Geist und Tugend der Buße unerlässlich. Beruf und Beharrlichkeit sind mit einer wesentlichen Bedingung, nämlich der ständigen Bekehrung, verbunden, und das muss jede berufene und gottgeweihte Person ohne Ausnahme innerlich bejahen.

Das Sakrament der Versöhnung braucht Seelenhirten, die es gebührend zu spenden wissen. Eine entsprechende Vorbereitung wird sie befähigen, den Pönitenten beim Überwinden mancher Schwierigkeiten zu helfen, die ihnen beim Empfang dieses Sakramentes begegnen. Sie können ihnen dann auch helfen, sei es während der Beichte, sei es durch weitere Seelenführung, den Ruf Gottes zu entdecken und ihm Folge zu leisten.

21. Die übrigen Sakramente und die Berufungen

In der Taufe empfangen wir die grundlegende Berufung zum christlichen Leben, die im Keim auch jede Berufung zu einem gottgeweihten Leben enthält. In der Firmung empfangen wir durch den Heiligen Geist das besondere Geschenk der Weihe an Christus und die Kirche.[81] Die orientalischen Kirchen, welche nach ehrwürdiger Überlieferung Taufe und Firmung verbinden, kennen ebenfalls geeignete pastorale Initiativen, die im Bewusstsein der Gläubigen die Gabe des Heiligen Geistes lebendig erhalten. Die Sakramente der christlichen Initiation sind zugleich die Sakramente der Einführung in ein Leben, das gänzlich Gott und der Kirche geweiht ist.

Jene weise Seelsorge, die Jugendliche auf das Sakrament der Ehe vorbereiten und den Eheleuten in ihrer Sendung Halt bieten will, stellt die Verantwortung der Familie auch für die Berufung der Kinder ins rechte Licht.[82]

Die Feier des Sakramentes der heiligen Weihen aber bietet vor allem dann, wenn sie in der Heimatgemeinde der Weihekandidaten erfolgt, eine providentielle Gelegenheit, beim Volk Gottes den Sinn für Verantwortung gegenüber den Berufenen neu zu wecken. Die Weihe ist für die Gemeinde ein Ereignis. Sie erkennt die große Gabe Gottes für die Gemeinde selber und für die ganze Kirche. Sie fühlt sich ermuntert, sich für den Empfang weiterer Gaben noch würdiger zu machen.

22. Liturgiefeiern des gottgeweihten Lebens und Berufungen

Die männlichen und weiblichen Ordensleute schenken sich Gott und der Kirche auf jenem Weg, der vom Noviziat über die erste Profess zur ewigen Profess führt. Es gibt Institute, die nach ihren eigenen Konstitutionen auch die Gelübdeerneuerung feierlich begehen. Alle diese Feiern sind von liturgischen Riten begleitetet.[83] Sie sollten bei Gelegenheit vor der Öffentlichkeit vollzogen werden, so dass die Gemeinde, die sich im Gebet mit den gottgeweihten Personen vereint und für sie betet, ihr Verständnis für diese Weihe an Gott vertieft und ihre Verantwortung für die Berufenen wachsen spürt.

Ähnliche Empfehlungen gelten für die Feiern der Missionsinstitute und eventuell für andere Formen des gottgeweihten Lebens.

23. Gebetsgeist und Berufungen

Die Liturgie erschöpft nicht unsere Verpflichtung zum Gebet.[84] Wir erleben in der Welt eine wachsende Vielfalt von Gebetsinitiativen. Die Pastoral der geistlichen Berufungen besteht ihrerseits auf der Notwendigkeit, aber auch auf dem rechten Inhalt dieses Gebetes. Echtes Gebet ist Frucht des Glaubens, der Gnade und der Verfügbarkeit für Gott. Es lässt sich nicht trennen vom Glauben an die Mittlerschaft Jesu des Herrn "durch Maria". Auch die Pflicht zu Bekehrung und Zeugnis gehört untrennbar hinzu.

Das Gebet der Gemeinde führt zur Aktion der Gemeinde. Das persönliche Gebet öffnet die Seele für den Willen Gottes. Die Berufung steht dann da als "Ruf und Antwort". Das Gebet hält dieses Verhältnis zwischen Mensch und Gott dann auch lebendig. Der Berufene muss unbedingt ein Mensch des Gebetes sein. Das Gebet ist nicht nur ein beliebiges Mittel, um die Gabe von Berufungen bei Gott zu erwirken. Es ist das wesentliche Mittel, das der Herr uns aufgetragen hat. Wenn die Pastoral der geistlichen Berufungen sich um eine innere Verbesserung des Gebetes bemüht, dann tut sie es so, dass es nicht zu einer schablonenhaften Wiederholung von Andachtsformen kommt und auch kein Vorwand geschaffen wird, sich vor dem Tun zu drücken.

Das Bittgebet muss in seinem echten Wert gesehen werden. Nach dem Beispiel und der Weisung Jesu macht es einen Teil der christlichen Existenz aus und fügt sich in den Rahmen des "Vaterunsers" ein, wo wir bitten, es möge sein Wille geschehen, und es möge sein Reich kommen. Das Bittgebet erhält sein volles Licht aus der Gesamtlehre Jesu über das Gebet als Anbetung, Lob und Dank.[85]

Das Gebet will nicht nur neue Berufungen wachsen sehen, sondern alte Bedürfnisse der Kirche im Hinblick auf das gottgeweihte Leben berücksichtigen: die Qualität der Berufungen, die Verschiedenheit gemäß den Gaben des Geistes, die apostolische Fruchtbarkeit und die Beharrlichkeit. Jesus der Herr war der erste, der um die Beharrlichkeit der von ihm Berufenen betete.[86] Wenn ein Berufener hinter dem, was er versprochen hat, zurückbleibt, muss sich die christliche Gemeinde entsprechende Fragen stellen. Wenn der Berufene seinerseits Schwierigkeiten hat, muss er sich bewusst sein, dass sein Problem nicht nur ein persönliches ist, sondern die gesamte Gemeinschaft betrifft. Geht er von ihr fort, so kann das verheerende Wirkungen haben, vor allem bei den Jugendlichen. Er wird also um die Gnade der Beharrlichkeit beten. Die Gemeinschaft aber wird beten, "der Herr möge seiner Jugendtreue gedenken".[87]

24. Gebetsinitiativen und Gebetserziehung für die geistlichen Berufungen

Die diözesanen Aktionspläne bringen zahlreiche Gebetsanregungen.[88] Der Kongress weist besonders auf den Weltgebetstag für geistliche Berufungen hin, den die Päpste eingeführt und empfohlen haben und zu dem sie jedes Jahr eine Botschaft an die ganze Kirche richten. Der Weltgebetstag stellt ein öffentliches Zeugnis der betenden Gemeinde dar und bildet zugleich einen Höhepunkt des Gebetes, das immer fortdauert wie in einem Kloster, obwohl man es nicht bemerkt. Der Weltgebetstag bekräftigt den Primat des Glaubens und der Gnade bei allem, was die Berufungen zum gottgeweihten Leben angeht. Zugleich bietet er Gelegenheit zu Initiativen für die geistliche Vertiefung und lädt die Gläubigen, insbesondere die Jugendlichen, ein, sich vor Gott hörbereit und verfügbar zu machen.

In zahlreichen Einzelkirchen bilden sich Gebetsgruppen für geistliche Berufungen. Seminare, Ordensund Missionshäuser öffnen ihre Pforten für Gebetskreise. Viele Familien sind Gemeinschaften des Gebetes.

Jede Gebetsinitiative, ob liturgisch, in Gruppen oder persönlich, ist lebendiges Gebet und wird zu einer Schule des Gebetes. Die Pastoral der geistlichen Berufungen fördert solche Gebetserziehung und schenkt den Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit. Jesus der Herr, der uns auftrug zu beten, wollte auch Lehrer des Gebetes sein: "Herr, lehre uns beten."[89]

B) Wort Gottes und geistliche Berufungen

25. Geistliche Berufe in der Verkündigung

Die Verkündigung des Wortes Gottes bildet neben dem Gebet die zweite tragende Säule der Pastoral der geistlichen Berufungen. Das Wort Gottes ist nämlich tief mit jeder Berufung verbunden. Ist es doch ein Wort, das ruft, das ins Dasein ruft. Daher bedeutet jede Begegnung mit dem Wort Gottes für eine eventuelle Berufung einen günstigen Augenblick. Der Glaubende, der sich vom Wort Gottes durchdringen lässt, gewinnt ein neues Bewusstsein seiner eigenen Berufung; er bleibt im Dialog mit Gott, fühlt sich eindringlich angesprochen und entdeckt anspruchsvollere Wege eines Mitwirkens mit Jesus dem Herrn für das Kommen des Reiches.

Das Wort Gottes muss in einer entsprechenden Katechese verkündet werden.[90] Viele Menschen, gerade auch viele Jugendliche haben nur wenig oder mangelhafte Kenntnis von der grundlegenden Berufung des Christen sowie von den besonderen Formen gottgeweihten Lebens im Dienste Gottes und der Kirche. Dringend gefordert wäre daher eine Katechese, welche die Gläubigen und vor allem die Jugendlichen dahin führt, das christliche Leben in erster Linie als Antwort auf den Ruf Gottes zu sehen. So würde die gesamte Katechese für geistliche Berufungen fruchtbar werden.

Die besondere Katechese stellt ihrerseits den jeweiligen Eigencharakter der Berufung zum Priestertum, zum Diakonat, zum Ordensstand, zum Missionseinsatz und zum gottgeweihten Leben im Säkularinstitut heraus, damit die Gemeinschaft der Glaubenden deren Wichtigkeit für das Reich Gottes begreift.[91]

Diese Katechese stellt insbesondere den wesentlichen Unterschied zwischen dem gemeinsamen Priestertum der Gläubigen auf Grund der Taufe und dem priesterlichen Dienst des Bischofs und der Priester vom Weihesakrament her heraus.[92] Diese Katechese lässt klar werden, dass der priesterliche Dienst ein großes und unverdientes Geschenk ist, das Gott seiner Kirche macht, indem er diese Menschen in einer noch radikaleren Gemeinschaft mit dem Priestertum Christi verbindet.[93] Die Katechese stellt auch die Jungfräulichkeit und den kirchlichen Zölibat als Gabe und Wert ins rechte Licht, denn es sind dem Evangelium entsprechende Wege, die zur gänzlichen Weihe an Gott und die Kirche führen und die Fruchtbarkeit der geistlichen Liebe des Christen vervielfältigen.[94] Wenn die Katechese den kirchlichen Zölibat als Gabe und Wert unterstreicht, lässt sie es doch nicht an Respekt für die ehrwürdigen orientalischen Kirchen fehlen, welche diesen Zölibat in hohen Ehren halten, auch wenn sie andere alte Überlieferungen in ihrem Recht bewahren.[95]

26. Biblische Katechese

Die biblische Katechese führt die Gläubigen, insbesondere die Jugendlichen, zum Hören des Wortes Gottes hin; sie hilft ihnen, den tiefen Sinn des Bundes Gottes mit den Menschen zu verstehen; sie bereitet sie vor auf das Ja zur eigenen Berufung als Antwort auf den Ruf Gottes und als Hingabe des eigenen Lebens an den Willen Gottes, zum Dienst für das Volk Gottes: "Rede, Herr, dein Diener hört."[96]

Die biblische Katechese gibt dem Geheimnis Gottes größtes Gewicht: Vater, Sohn und Heiliger Geist als Quelle und Fundament jeder Berufung, gleichsam als Seele jedes Apostolates.[97]

Die biblische Katechese stellt die großen Persönlichkeiten des Alten und Neuen Testamentes vor, die von Gott berufen wurden, um mitzuwirken bei der Durchführung der Heilsgeschichte, wie die Jungfrau Maria. Sie stehen da als konkrete und wirksame Zeugen für die "Pädagogik" Gottes und die Antwort des Menschen.[98]

27. Katechese und Geschichte im Leben der Kirche

Die Katechese beleuchtet die Geschichte der Kirche auf ihrem Weg zu den Völkern als Geschichte des Martyriums, der Evangelisierung, der Liebe und der Heiligkeit. Die Katechese stellt Leben und Werk der Heiligen heraus, die in vollkommener Weise Christus nachgefolgt sind und ihre eigene Berufung im gänzlichen Dienst für Gott und die Kirche verwirklicht haben. Wenn die Katechese auf diese Weise Leben und Werk der heiligen Stifter von Orden und Ordenskongregationen sowie Missionsinstituten schildert, macht sie den Wert und die Aktualität der Charismen und der Berufungen im Blick auf diese Gründungen verständlich.

Die Katechese hilft den Gläubigen, Leben und Sendung der Kirche von heute besser kennenzulernen; ebenso ihre Antwort auf die Herausforderungen der Welt sowie ihr fast universal anerkanntes Wirken im Dienste der Menschheit, um die Werte der Menschenwürde, des Lebens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Friedens zu sichern.[99]

Das größere Verständnis für die Kirche in ihrer Geschichte und in ihrem Leben ermutigt die Gläubigen und zumal die Jugendlichen zur Gemeinschaft mit ihr, zur Beteiligung und zur Zusammenarbeit.

28. Katechese und Ausbildung der Mitarbeiter für die Pastoral der geistlichen Berufungen

Die erste Gelegenheit zur Katechese bietet sich in der Liturgie.[100] Die Eucharistiefeier, zu der die Homilie gehört, ist die nächste und wirksamste Gelegenheit. In der Eucharistie ist Jesus der Herr präsent als jener, der sein Leben für die Brüder hingibt. Die Katechese lehrt, dass die Gegenwart des Auferstandenen in der Eucharistie wesentlich dynamisch und missionarisch zu verstehen ist. als anrufende Präsenz. Verbunden mit der Eucharistie ist die Beichtkatechese. In der Bekehrung und Reinigung des Geistes öffnet sich der Gläubige für das Wort des Herrn: "Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn, wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz."[101] Die Berufung ist -eine Gabe des Geistes und daher mit der Firmung verbunden. Die Katechese macht klar, dass die Firmung den jungen Menschen geeigneter und aufgeschlossener macht für das Verhältnis zu Gott, der ruft.[102]

Die diözesanen Aktionspläne lassen also der Liturgie den ersten Platz, der ihr zusteht, beschreiben dann aber zahlreiche weitere Gelegenheiten zur Katechese: geistliche Exerzitien, Einkehrtage oder "Wüstentage", Jugendwallfahrten, Wochen oder Jahre der Besinnung über eine Berufung, Religionsunterricht in der Schule und in den Verbänden, Zeiten vertieften Nachdenkens über Lebensentscheidungen am Ende von Kursen auf der höheren Mittelstufe, je nach den Schulsystemen der verschiedenen Nationen.[103]

Die für Berufungen Verantwortlichen nützen diese und andere Gelegenheiten und suchen sie schöpferisch fruchtbar zu machen. Ihre Aufgabe ist nicht leicht, denn sie müssen es verstehen, Jugendliche von heute anzusprechen. Sie müssen auch wirksam das christliche Leben als Berufung darstellen sowie Sinn und Wert der verschiedenen Berufungen zum gottgeweihten Leben erläutern können.

Die Einzelkirche leistet ihnen Hilfestellung. Die für die Berufungen Verantwortlichen halten ihrerseits Kontakt mit den Zentren für die Katechese, die es in jeder Diözese gibt, damit die ganze Katechese diese notwendige Ausrichtung auf die Berufung erhält.[104]

II. Verantwortung, Zeugnis und Mittlerrolle der einzelnen und der Gemeinschaften

Die gesamte Gemeinschaft der Glaubenden ist für Berufungen verantwortlich, die gottgeweihten Personen selber sind es in besonderer Weise. Auch die kleineren Gemeinden, die zur Diözesangemeinschaft gehören, tragen an der Verantwortung mit. Personen und Gemeinschaften leisten einen notwendigen Mittlerdienst, wie er den Plänen der Vorsehung entspricht.[105]

29. Der Bischof als Hauptverantwortlicher für die Förderung der geistlichen Berufe

Der Bischof ist der Erstverantwortliche für Berufungen. Die Hirten sind sich dessen auch bewusst, und die diözesanen Aktionspläne zeigen es. Das Konzil erläutert diese Verantwortung: "Als Führer zur Vollkommenheit seien die Bischöfe darauf bedacht, die Heiligkeit der Kleriker, Ordensleute und Laien nach der Berufung eines jeden zu fördern. Dabei seien sie sich freilich bewusst, dass sie gehalten sind, das Beispiel der Heiligkeit in Liebe, Demut und Einfachheit des Lebens zu geben. Die ihnen anvertrauten Kirchen sollen sie so heiligen, dass in ihnen der Sinn für die ganze Kirche Christi voll aufleuchtet. Deswegen sollen sie die Priester- und Ordensberufe soviel wie möglich fördern und dabei den Missionsberufen besondere Sorgfalt widmen."[106]

Zum Amt des Bischofs gehören also drei Ziele. die Vollkommenheit der Gottgeweihten, die Heiligung der Gemeinschaft und die Förderung neuer geistlicher Berufungen. Die Verbundenheit dieser drei Aufgaben ist einsichtig. Der Bischof müht sich als Vater, Hirt und Bruder, damit das göttliche Leben, das der Hl. Geist der Gemeinschaft schenkt, sich entwickelt und vertieft. Dazu braucht der Bischof die Zusammenarbeit der gottgeweihten Personen, und diese Zusammenarbeit muss mit der Zeit zu weiterem Zustrom neuer Kräfte führen.[107]

Der Bischof ist also kraft der Natur seines Dienstamtes Führer und Koordinator der Gesamtpastoral wie der Pastoral der geistlichen Berufungen.

Der Bischof kann freilich nicht alles allein tun. Er versieht seinen Dienst als Mittelpunkt der Gemeinschaft der Ortskirche. Er ermuntert einzelne und Gemeinschaften, er verkündet und bezeugt auch den christlichen Optimismus. Er weckt neu den Glauben an das Geheimnis des auferstandenen Christus, der seine Kirche stützt. Der Osterglaube ist sich bewusst, dass Dunkelheit und Leid auf das Kreuz verweisen, das das Geheimnis der Auferstehung bereits in sich trägt.

Der Bischof vollzieht sein Dienstamt für die Berufungen besonders auf folgende Weise:

- er verkündet in der Predigt und in anderen Äußerungen seines Lehramtes, welche Gnade die geweihten Dienste und die verschiedenen Formen des gottgeweihten Lebens bedeuten; er stellt ferner die universale Bedeutung ihrer Sendung heraus;

- er lädt alle ein, auf die eigene Berufung Gott gegenüber gelehrig zu antworten, um seinen Willen zu erfüllen und das eigene Leben im Dienst für die Gemeinschaft einzusetzen;

- er hält den Gebetsgeist lebendig und weckt die Mitverantwortung von einzelnen und Gruppen, damit niemand passiv bleibt;

- er richtet einen direkten persönlichen Appell an jene, die bereit sind, zumal an Jugendliche, und er müht sich nach dem Beispiel des Herrn, ihnen beim Reifenlassen ihrer Entscheidung zu helfen;

- er wirkt dahin, dass die Priester und Seelsorgeräte sowie andere Institutionen und Verbände, zumal die Jugendorganisationen, sich aus ganzem Herzen für die Förderung der geistlichen Berufe einsetzen;

- durch den Diözesandirektor und weitere fachkundige Personen unterstützt, leitet und koordiniert er das diözesane Zentrum oder eine andere diözesane Stelle bei ihrem Dienst für alle geistlichen Berufungen.[108]

30. Bischofskonferenzen, Patriarchalsynoden und Versammlungen unterschiedlicher Riten

Die Bischofskonferenzen, die Patriarchalsynoden und die Versammlungen unterschiedlicher Riten teilen in ihrer Verantwortung für das Volk Gottes voll und ganz die Überzeugung des Heiligen Vaters, hier handle es sich um "das Grundproblem der Kirche ... und die Voraussetzung für die Erfüllung ihres Auftrages und ihrer Entfaltung".[109] Tatsächlich haben auch die Bischofskonferenzen, die Patriarchalsynoden und die Versammlungen unterschiedlicher Riten in vielfacher Weise ihr Interesse für dieses Problem zum Ausdruck gebracht. In zahlreichen Ländern haben sie Bischofskommissionen, Zentren oder Sekretariate oder andere nationale Organe für geistliche Berufungen eingesetzt und aufgebaut; sie haben ihre Aktionspläne veröffentlicht, die allen gottgeweihten Berufen gelten.

Der Kongress spricht seinen Dank für dieses ständige und fruchtbare Wirken aus und erlaubt sich, den Wunsch zu äußern, die Konferenzen, Synoden und die Versammlungen unterschiedlicher Riten möchten auch weiterhin

- die Lehre der Kirche über die geweihten Dienste und die übrigen Formen gottgeweihten Lebens verbreiten, damit bei den Gläubigen und zumal bei den Jugendlichen Klarheit besteht und die Gefahren ihrer Verwirrung überwunden werden;

- keine Mühe scheuen, um die Identität des gottgeweihten Lebens in den verschiedenen Formen, die der Heilige Geist geweckt und die Kirche anerkannt hat, zu wahren;

- für die Pastoral der geistlichen Berufungen und eine entsprechende Ausbildung der Berufenen maßgebende Richtlinien erlassen;

- die Bischofskommissionen und die nationalen Zentren für geistliche Berufungen schaffen, oder, wenn nötig, konsolidieren.

31. Konferenzen der Ordensoberen und -oberinnen

Die Konferenzen der Ordensoberen und -oberinnen, die vom Hl. Stuhl in einer großen Zahl von Nationen eingerichtet sind, tragen zum Wohl der eigenen Institute bei und fördern zugleich eine wirksamere Zusammenarbeit zum allgemeinen Nutzen der Kirche.[110]

Das grundlegende Problem der Berufungen zum gottgeweihten Leben gehört in den Verantwortungsbereich dieser Konferenzen. Sie sollen daher mitwirken an der Förderung der Ordensberufe, aber auch der Berufe zu den geweihten Diensten für die Diözesen und der Missionsberufe.[111]

Dieses fruchtbare Wirken geschieht in Verbindung mit den Bischofskonferenzen, Patriarchalsynoden und Versammlungen unterschiedlicher Riten, im Geist der weisen Normen, die bereits mit positiven Ergebnissen angewandt werden.[112] Ähnliche Bedeutung haben, laut Konzilsbestimmungen, die Konferenzen für die Säkularinstitute.[113]

32. Priester

Das Konzil erkennt den unersetzlichen Wert ihres Wirkens, ihrer Betreuung der Berufungen an: "Diese Pflicht gehört in der Tat mit zur priesterlichen Sendung, durch die der Priester teilhat an der Sorge für die ganze Kirche, damit im Gottesvolk hier auf Erden niemals die Arbeiter fehlen".[114]

Wenn sie diesen fundamentalen Dienst übernehmen, wissen die Priester die Schwierigkeiten objektiv einzuschätzen, doch sie lassen sich nicht von ihnen überwältigen. Sie lassen es nicht dahin kommen, dass sie sich infolge der Schwierigkeiten entmutigt fühlen, sich scheuen, über den Priesterberuf zu sprechen und sich irgendwelchen Unterlassungen schuldig machen. Die Priester lassen sich einzig vom Glauben leiten: "Das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube."[115]

Die Priester erfüllen in enger Zusammenarbeit mit dem Bischof und untereinander sowie mit den übrigen Verantwortlichen die ihnen eigene Pflicht vor allem dann,

- wenn sie der Gemeinde das Wort Gottes verkünden, wo es von der Berufung des Christen spricht, von der Berufung zum Priestertum und den übrigen Berufungen zum gottgeweihten Leben;

- wenn sie allen, zumal den Jugendlichen, offen begegnen; das Suchen nach echten Werten ermuntern; die geistlichen, apostolischen und missionarischen Erfahrungen stützen; endlich eine vollständige christliche Erziehung fördern, so dass jeder Gläubige sich seiner Berufung bewusst wird;[116]

- wenn sie Zeugnis geben vom Glauben, von einem Leben nach dem Evangelium, apostolischem Eifer, wahrer Liebe, Hoffnung und christlichem Optimismus, auch damit andere, durch ihr Beispiel angeregt, den Wunsch verspüren, zu sein wie sie und sich ihnen anzuschließen;[117]

- wenn sie Personen und zumal Jugendliche ausfindig machen, die geeignet und bereit sind, sich für ein gottgeweihtes Leben zu entscheiden; wenn sie ihnen klug, aber klar, nachdem sie gebetet haben, diese Möglichkeit furchtlos aufzeigen; wenn sie die Kandidaten mit weiser Seelenführung begleiten.

33. Diakone

Das Diakonat gehört zur göttlichen Verfassung der Kirche. Die Diakone, gottgeweiht durch die Handauflegung "nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung ... dienen, mit sakramentaler Gnade gestärkt, dem Volke Gottes in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit, in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium".[118] Sie vollziehen ihren Dienst in Stellvertretung Christi, der Diener aller war. Ihr besonderes Charisma besteht darin, "Anreger des Dienens oder der Diakonie der Kirche in den Ortsgemeinden zu sein, Zeichen und Sakrament Christi des Herrn selber, der nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen".[119]

Die Diakone, welche unter dem Volk und in Jugendnähe arbeiten, besitzen eine besondere Gnade der Zusammenarbeit mit dem Bischof, mit den Priestern und den übrigen Verantwortlichen beim Dienst für Berufungen, und sie leisten ihn durch ihr Gebet, ihr Wort, ihren Rat und ihr Beispiel für ein Leben, das ganz gottgeweiht ist und im Dienst der Gemeinde steht.

Die orientalischen Kirchen leisten einen ähnlichen Dienst, je nach den entsprechenden Charismen, auch durch die übrigen geweihten Dienste, wie das Subdiakonat und die niederen Weihen, jeweils in Übereinstimmung mit den in jeder Einzelkirche geltenden Normen.[120]

34. Männliche und weibliche Ordensleute

Die Ortskirche bildet den Raum, wo das Ordensleben, "gottgeweiht zum Wohl der ganzen Kirche",[121] sich voll und schöpferisch ausprägen kann, im Rahmen der vom Bischof geführten Gesamtpastoral und im Blick auf das Gemeinwohl der Kirche.[122]

Der erste Beitrag männlicher und weiblicher Ordensleute für die Gemeinschaft der Glaubenden kommt von ihrem Sein als Ordensleute her: "Was zählt, ist nicht so sehr das, was Ordensleute tun, vielmehr das, was sie als dem Herrn geweihte Personen sind.[123] Ihre Präsenz ist ein Zeichen für eine Antwort auf die Berufung zu einem radikal vom Evangelium geprägten Leben, die für jede männliche wie weibliche Ordensperson den eigentlichen Sinn des Lebens ausmacht.

Daraus folgt das Bemühen um ein konsequentes Zeugnisgeben, als freudige Treue zur Berufung, als Klarheit des Lebens gemäß dem Evangelium und als Hingabe an den Dienst für Kirche und Welt.[124] "Mit ihrem ganzen Leben ... sollen sie Zeugnis geben für das Reich, das nicht von dieser Welt ist und nie vergeht. "[125]

Das erhabenste Zeugnis kommt vom kontemplativen Leben her. Die kontemplative Dimension ist das eigentliche Geheimnis der geistlichen Erneuerung und der apostolischen Fruchtbarkeit des Ordenslebens. Die im engeren Sinn kontemplativen Orden besitzen ihrerseits "ein reiches kontemplatives Erbe geistlicher und lehrhafter Natur, und dieses stellt einen Anruf an die Welt dar und eine Antwort an die Menschen, die in unseren Tagen mit Unruhe suchen".[126] Die Präsenz des kontemplativen Lebens in einer Einzelkirche hat unschätzbaren Wert, auch für die Sache sämtlicher gottgeweihter Berufe.

In Übereinstimmung mit den diözesanen Aktionsplänen haben die männlichen und weiblichen Ordensleute ferner fruchtbare Erfahrungen für Gemeinschaften oder Orientierungsgruppen angeboten als Bildungsmöglichkeit, die allen Berufungen offensteht. Diese und andere Erfahrungen verdienen ausgewertet zu werden.[127]

Die Ordensinstitute arbeiten auf der einen Seite mit der Gemeinschaft der Diözese zusammen, um allen Berufungen zu dienen; sie haben andererseits aber auch das Recht und die Pflicht, ihre eigenen Charismen bekanntzumachen und Berufe für ihre Kongregationen zu fördern. Die Einzelkirche wird ihnen nahe sein sowie Gebet und brüderliche Hilfe bieten, damit kein Institut sich vernachlässigt fühlen kann.[128] Besondere Aufmerksamkeit gelte jenen Schwesterngemeinschaften kontemplativen und aktiven Lebens, die der Kirche wertvolle Dienste leisten, aber vielleicht weniger Möglichkeiten besitzen, sich bekannt zu machen.

35. Säkularinstitute

Leben in der Welt, Weihe an Gott und Apostolat sind die drei Grundpfeiler, auf die sich das Leben der Mitglieder von Säkularinstituten stützt. Weil sie in der Welt leben, führen sie dort das gewöhnliche Leben und üben normale Berufs- oder Seelsorgsarbeit aus; sie richten ihr Leben aber bewusst darauf hin, diese Arbeit gottgemäß zu tun, um "so wie ein Sauerteig zur Heiligung der Welt gewissermaßen von innen her beizutragen".[129]

Daher leisten sie für die Pastoral der geistlichen Berufungen nicht nur den Beitrag ihrer besonderen Spiritualität, die immer besser bekannt werden sollte, sondern bringen auch ihre Erfahrung ein, wie man das Ideal des Evangeliums mit dem Leben in der Welt verbindet.[130] Dieses ist ihr besonderer Beitrag zur Pastoral der geistlichen Berufungen. Darüber hinaus vereinigen sie sich mit dem Gebet und dem Wirken der übrigen Verantwortlichen und der gesamten Ortsgemeinde.

36. Missionare

Die Präsenz von Missionaren "ad gentes" (unter Nichtchristen) in der Einzelkirche ist recht wertvoll.[131] Sie ist ein Zeichen der missionarischen Berufung der Ortsgemeinde, zugleich Ansporn und Werkzeug für ihre missionarische Verlebendigung. In ihm können sich die Kirchen verschiedener Nationen begegnen. Hier wird den Gläubigen und zumal den Jugendlichen ein lebendiges Zeugnis gegeben und ein konkreter Einsatz vorgestellt. In der Gestalt des Missionars wird ja nicht nur die missionarische Dimension der Gesamtkirche sichtbar, sondern auch die Dringlichkeit des missionarischen Einsatzes und des Dienstes zugunsten der armen Länder.[132] Diese Probleme sprechen die Jugendlichen von heute in erheblichem Maße an.[133]

37. Treue, Liebe, Einheit, Schulung

Die Urkirche bietet ein gemeinschaftliches Zeugnis des Glaubens, der Einheit und der Liebe: "Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. "[134] Eine geeinte Kirche, die aufgeschlossen ist für die Charismen des Geistes und bereit, eine universale Sendung zu übernehmen, steht hier vor uns. Auch heute muss die gesamte Gemeinschaft, die in einer Einzelkirche lebt, dieses Zeugnis geben.

An erster Stelle müssen dieses Zeugnis aber alle gottgeweihten Personen in ihrer Gesamtheit bieten. Als Gesamtheit bezeugen sie die treue und freudige Antwort auf die eigene Berufung; das Übereinstimmen von Glauben und Leben; gegenseitige Hochachtung und brüderliche Beziehungen; Dienst für die Gemeinschaft, zumal für die Armen, die Letzten, die Verlassenen und Fernen; Einheit und Liebe in allem und unter allen.[135]

Auch im Dienst für die Berufungen darf niemand sich isolieren und nur für sein Institut arbeiten: "Das Werk der Berufsförderung soll großherzig die Grenzen der Diözesen, der Völker, der Ordensfamilien und der Riten überschreiten und mit dem Blick auf die Bedürfnisse der Gesamtkirche Hilfe bringen."[136] Man arbeitet zusammen, ohne seine Eigenart aufzugeben. Gibt man sich Rechenschaft von der eigenen Berufung, so ist das ein Reichtum für alle. Das Hinausblicken über die Sonderinteressen ist Pflicht für jeden.

Diese Einstellung ist nötig, um gemeinsam den derzeitigen Schwierigkeiten begegnen zu können. Notwendig ist freilich auch eine gute Vorbereitung, will man wirksam in diesem Geiste arbeiten. In den Studienplänen der verschiedenen Ausbildungsinstitute müssen die lehrmäßigen Grundlagen des Berufes und der Berufungen ihren Platz finden, aber auch die pastoralen Aufgaben, die sich daraus ergeben, "unter Verwertung aller von der heutigen Psychologie und Soziologie zur Verfügung gestellten geeigneten Hilfsmittel".[137] Die Einzelkirche unterstützt ihrerseits alle in diesem Dienst engagierten Personen durch entsprechende Einführung in neue theoretische und seelsorgliche Erkenntnisse.

38. Aufgaben der Laien in der Pastoral der geistlichen Berufungen

Zahlreiche Laien, Männer und Frauen, übernehmen in der Ortskirche besondere Verantwortung. Große Hochachtung und Dankbarkeit verdient die Arbeit, die von Katecheten, Lehrkräften, Erziehern und Anregern in der Pastoral der geistlichen Berufe geleistet wird. Je mehr diese den Sinn für ihre eigene Berufung und Sendung als Laien in der Kirche vertiefen, desto mehr gehen ihnen auch Wert und Notwendigkeit der geweihten Dienste und des gottgeweihten Lebens auf.

Die Einzelkirche hilft diesen Laien, ihre eigene Berufung und Sendung zu erkennen. Das Beispiel ihres Lebens, ihr berufliches Können und ihr apostolisches Wirken werden auf viele Personen, zumal auf Jugendliche, einen günstigen Eindruck machen, besonders wenn es um eine Entscheidung für das gottgeweihte Leben zum Dienst für die Gemeinschaft geht.[138]

39. Familie: Hauskirche

Die Berufung kommt von Gott, und sie offenbart sich in der Einzelkirche, die ihrerseits aus zahlreichen anderen Gemeinschaften und Gruppen besteht. An erster Stelle ist hier die christliche Familie als Hauskirche zu nennen, "die zum Dienst am Aufbau des Reiches Gottes in der Geschichte berufen ist, indem sie am Leben und an der Sendung der Kirche teilnimmt".[139]

Die Erziehungsaufgabe der christlichen Eltern "gründet in ihrer Teilnahme am Schöpfungswerk Gottes", wird im Sakrament der Ehe "geweiht" und empfängt darin "Würde und Berufung, ein echtes und wirkliches Amt' der Kirche zur Auferbauung ihrer Glieder".[140]

Die Familie ist als Gemeinschaft des Glaubens, des Lebens und der Liebe der normale Ort, wo die Kinder als Menschen, als Christen und als Berufene heranwachsen. Der Erziehungsauftrag der Familie umfasst das gesamte komplexe Erziehungsfeld. Ja, eine gediegene "menschliche" Erziehung bereitet in den Kindern auch am besten das Erdreich für die eigentlich christliche Erziehung vor.[141]

Das Konzil nennt die besondere Erziehungsaufgabe der Familie bei Berufungen zum gottgeweihten Leben: "Die Kinder sollen so erzogen werden, dass sie, erwachsen, in vollem Verständnis für ihre Verantwortung ihrer Berufung, auch einer geistlichen, folgen."[142] Die Wirksamkeit der Erziehung durch die Familie hängt davon ab, wie weit sie eine glaubende und evangelisierende Gemeinschaft ist, eine Gemeinschaft im Dialog mit Gott und im Dienst der Kirche und des Menschen.[143] Zusammen mit ihren Kindern nehmen die Eltern an der Liturgie, namentlich an der Eucharistiefeier, teil. Sie beten mit den Kindern. Sie sichern den Kindern eine gute Katechese. Sie übernehmen mit den Kindern apostolische Aufgaben in der Gemeinde. Solche Zusammenarbeit versöhnt Kinder und Eltern und verhindert, dass sich die Kinder der Familie und der Gemeinde entfremden.

In diesem Reichtum christlichen Lebens und apostolischen Einsatzes wachsen Eltern und Kinder gemeinsam in der Nachfolge des Herrn. In einem solchen, dem Evangelium entsprechenden Klima finden die Gaben des Geistes gutes Erdreich vor, um aufgenommen und fruchtbar werden zu können.

Die Familie, von der hier die Rede ist, kann als ideale Familie erscheinen, wie sie heute nicht oft vorkommt. Doch sucht die Einzelkirche, welche die Realitäten und Verhältnisse am Ort kennt, durch eine entsprechende Familienseelsorge den Eltern zu helfen. Sie unterstützt die Eltern bei ihrer allgemeinen Erziehungsaufgabe sowie bei der besonderen, wenn eine Berufung der Kinder aktuell wird. Deswegen hilft sie ihnen besonders, die Berufungen zu den geweihten Diensten und zu anderen Formen gottgeweihten Lebens zu verstehen und hochzuschätzen. Sie hilft ihnen ferner, sich so zu verhalten, dass die Kinder mit Respekt und Vertrauen auf die Priester, die Diakone, die Ordensleute männlichen und weiblichen Geschlechts zugehen, sowie auf die gottgeweihten Personen in den Säkularinstituten und die Missionare. Sie hilft ihnen endlich, den Kindern feinfühlig und klug beizustehen, wenn sie, vom Gebet der Eltern begleitet, ihre Entscheidungen treffen.[144]

40. Pfarr- und andere Gemeinschaften

Leben und Sendung der Ortskirche spielen sich vor allem in den Pfarrgemeinschaften ab, die im Glauben erwachsen geworden und zum Dienst verfügbar sind. "Sie stellen auf gewisse Weise die über den ganzen Erdkreis hin verbreitete sichtbare Kirche dar."[145] Sie sind gleichsam "die Zellen der Diözese", Schulen für das Apostolat[146] und für missionarischen Geist,[147] der Ort, wo jeder eine Gabe zum Wohle aller hat. In ihnen ist der Priester Anreger der Charismen unter den Brüdern, ein Mann, der Gemeinschaft pflegt, und ein Diener der Einheit unter den Gläubigen. Er teilt die Verantwortung des Bischofs auch bei der Förderung der verschiedenen Berufungen.[148]

Betont sei die Wichtigkeit der Pfarrgemeinschaft als providentielle Umwelt für das Aufkommen und die Entwicklung von Berufungen zum gottgeweihten Leben. Zur Durchführung dieses Dienstes verfügt die Pfarrgemeinschaft über die bedeutenden pastoralen Mittel, von denen oben die Rede war: die Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente, das Gebet, die Verkündigung des Wortes Gottes und den Dienst der Caritas. Daraus wird die Kraft zur Anregung von Berufungen deutlich, weiche die Pfarrgemeinschaft hat, wenn sie sich in den apostolischen Tätigkeiten einsetzt, offen ist für die Bedürfnisse der Missionen und besonders eifrig den Dienst an den Armen, Vergessenen, an den Randexistenzen, wahrnimmt. Hier finden die Jugendlichen ein Betätigungsfeld, das sie als Menschen, Christen und Apostel reifen lässt.

Die Pfarrgemeinschaft ist der natürliche Ort für die Begegnung mit anderen Gemeinschaften und Gruppen, wie sie sich heute in allen Teilen der Kirche immer zahlreicher darbieten. Man sollte dieses Phänomen als neue Form, aktiv Mitglied der Kirche zu sein, bejahen.

Die christlichen Werte der Basisgemeinschaften, die das Lehramt der Kirche herausgestellt hat[149] und die sich heute in vielen Ländern zeigen, bereichern das Bild der Pfarrgemeinschaft. Die Basisgemeinschaften dienen der Kirche zwar in besonderen Formen, aber stets verbunden in der Gemeinschaft der Kirche und in Gemeinschaft mit dem Diözesanbischof. Die echten Basisgemeinschaften, auch ihrerseits lebendige Zellen der Kirche, bieten ein fruchtbares Feld für die Pastoral der geistlichen Berufe. Die intensive Glaubenserziehung und die Erfahrung im konkreten Dienst an den Brüdern sind ja wertvolle Mittel für das Aufkommen von neuen Berufungen zu den geweihten Diensten und zu den übrigen Formen gottgeweihten Lebens.

Das gleiche wird Wirklichkeit auch in anderen Gemeinschaften, die für die Verkündigung des Evangeliums und für den Dienst am Volk Gottes entstehen.

Die in der Pfarrgemeinschaft präsenten Ordensgemeinschaften tragen viel bei zu deren Bereicherung in der Spiritualität und im Apostolat. Sie besitzen als besonderes Charisma die Berufung, als Gemeinschaften des Glaubens, des Gebetes und des Dienstes zu leben. Dabei strahlen die Wirkungen des gottgeweihten Lebens in die Pfarrgemeinschaft aus. Große Wirksamkeit zeigt die Präsenz von Ordensgemeinschaften, die sich dem Schulwesen, der Erziehung und der Krankenbetreuung widmen. Außergewöhnlich wertvoll ist die Präsenz von Gemeinschaften mit kontemplativem Leben.

Die Pfarrgemeinschaft wird ferner bereichert durch Leben und Wirken von Verbänden, Bewegungen und Laiengruppen, die "aufs engste mit ihren Priestern vereint" arbeiten[150] und "in engerer Verbindung mit der Hierarchie die im eigentlichen Sinn apostolischen Ziele verfolgen".[151] Diese Verbände, Bewegungen und Gruppen besitzen ihrer Natur nach eine pädagogische Eignung, um Berufungen zum Priestertum, zum Ordensstand, für die Missionen und zum gottgeweihten Leben der Laien zu fördern, eben weil sie direkter am Dienst der Seelsorge beteiligt sind und damit an Leben und Sendung der Kirche.

Die verschiedenen Gemeinschaften, in denen sich Berufungen zeigen, sollen Gott für die empfangenen Gaben danken und sie frohen Sinnes und weitblickend für das Allgemeinwohl der Kirche zur Verfügung stellen, indem sie sich über die Grenzen ihrer Einzelinteressen hinaus öffnen.[152]

41. Kirchliche Bildungsinstitute

Im Vorteil sind jene Einzelkirchen, die Bildungsinstitute für gottgeweihte Berufe besitzen: Seminare, Noviziate und andere Bildungsgemeinschaften für das Ordensleben, Zentren für die Vorbereitung von Missionaren sowie kirchliche Fakultäten und Universitäten.

Niemand ist für die Evangelisierung von Jugendlichen besser geeignet als Jugendliche. Junge Studenten also, die sich aufs Priestertum vorbereiten, männliche und weibliche Jugendliche in der Ausbildung für das Ordensund Missionsleben, sind persönlich und als Gemeinschaft "die ersten und unmittelbaren Apostel der Jugend" und Zeugen für die Berufung unter den übrigen Jugendlichen.[153]

Die Seminare und die übrigen Bildungsinstitute bilden die natürlichen Stätten, wo die berufenen Jugendlichen ihren Altersgenossen ein klares Bild vom Beruf vermitteln. Das Leben der Berufenen selber ist dabei schon ein Angebot. Die Seminare und die übrigen Bildungsinstitute ihrerseits besitzen als lebendige Gemeinschaften innerhalb der Einzelkirche ihrer Natur nach eine besondere Aufgabe bei der Evangelisierung und Anregung von Berufungen. Ihre Ausstrahlungskraft muss sich daher immer wirksamer bemerkbar machen.

III. Jugendpastoral und Spätberufene

Das vorher Gesagte gilt für Berufe jeden Alters. Der Kongress möchte aber bei dieser Gelegenheit einige besondere Überlegungen der Jugendpastoral und den Spätberufenen widmen.

42. Jugendpastoral und Pastoral der geistlichen Berufungen

Jugendpastoral und Pastoral der geistlichen Berufungen ergänzen sich. Die besondere Pastoral für die Berufungen findet in der Jugendpastoral ihren Lebensraum. Die Jugendpastoral wird vollständig und wirksam, wenn sie sich für das Anliegen der Berufe öffnet. Eine solche Pastoral erfordert freilich eine schrittweise und solide Ausbildung der Jugendlichen:

- eine Hinführung zum Glaubensleben. Dazu gehört, dass das Wort Gottes gekannt, angenommen, in Gebet übersetzt und tätig gelebt wird. Ferner eine bewusste Teilnahme am liturgischen und sakramentalen Leben und das Bewusstsein, dass man alles von Christus empfängt;[154]

- eine Hinführung zum Verständnis von Identität und Sendung der Kirche als Gemeinschaft und Dienst. Dazu gehört die Erfahrung, "Kirche zu sein", als Entscheidung für die gemeinschaftliche Beteiligung an der Verwirklichung des göttlichen Heilsplanes im Heute;

- eine Hinführung zur Entdeckung der persönlichen Berufung und Sendung. Dazu gehört das Bewusstmachen dessen, was jeder tun kann und muss, um seinem Leben Sinn zu geben, und dann die Entscheidung, "sein Leben hinzugeben", wie es Jesus der Herr getan hat, in einem ständigen konstruktiven Streben;[155]

- eine Hinführung zum Sinn für Geschichte. Dazu gehört das Achten auf die "Zeichen der Zeit" als Fähigkeit, die eigene persönliche Erfahrung und die der Gemeinschaft im Licht des Wortes Gottes zu sehen.[156]

43. Christliche Gemeinschaft: Ort für Weckung und Wachstum von Berufungen

In diesem Zusammenhang besteht die Pastoral der geistlichen Berufungen wesentlich in der Hinführung zur konkreten und aktiven Beteiligung an Leben und Sendung der Einzelkirche. Die Klärung des Berufes erfolgt zumal in der Pfarrgemeinde, in der die Jugendlichen mitmachen und verantwortlich sind.

Hier sammeln Jugendliche Erfahrung, wie man eine lebendige Gemeinschaft aufbaut, wie man das Wort Gottes hören muss, wie man Katechese gibt, wie man betet und wie man gleichzeitig der Kirche und der Menschheit dient. Bei diesem Sammeln von Erfahrung brauchen die Jugendlichen Hilfe. Doch müssen sie sich weiterhin persönlich verantwortlich fühlen können, je nach den eigenen Charismen und nach dem Maß der Möglichkeiten eines jeden: "Sie müssen die ersten und unmittelbaren Apostel der Jugend werden und in eigener Verantwortung unter ihresgleichen apostolisch wirken, immer unter Berücksichtigung des sozialen Milieus, in dem sie leben."[157] Doch reicht ihr Wirken über die Welt der Jugend hinaus. Andere brauchen sie: Arme, Alte, Randexistenzen und Verlassene.

Wenn sie innerhalb der Gemeinschaft arbeiten, entdecken die Jugendlichen die Wirklichkeit, in der sie leben, sowie die Ämter und Dienste, welche die Gemeinschaft braucht. Was man heute tut, kann dann, wenn es so im Plan des Herrn vorgesehen ist, wie ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einer endgültigen Weihe für das ganze Leben.

Die Kirche in jedem Land bietet besondere Probleme. Die Jugendpastoral muss auf diese konkreten Situationen eingehen, die sowohl Vielfalt wie Einheit der Ämter und Dienste verlangen.

44. Jugendverbände und Berufungen

Besondere Bedeutung gewinnen heute u. a. die katholischen Jugendorganisationen, die Ministrantengruppen, die Bewegungen für Spiritualität, welche lebendige Kontakte unter den Jugendlichen pflegen. Bewegungen, Gruppen und Verbände, die innerhalb der Pfarrei arbeiten, müssen danach streben, eine Pfarrei zu schaffen, "die verschiedene Gemeinschaften zu einer Einheit verbindet". Sie bilden bedeutende Wege des Glaubenslebens und sollten sich daher auch immer besser als Wege für kirchliche Berufungen qualifizieren. Diese Bewegungen, Gruppen und Verbände haben meist nicht die besondere Aufgabe, für die gottgeweihten Berufe zu wirken. Doch tatsächlich zeigen sich zahlreiche Berufungen gerade in diesen Organisationen. Zweifellos tragen auch weitere jugendliche Mitglieder eine Berufung in sich, bei denen sie aber noch nicht klar geworden ist.

Die Hauptverantwortlichen dieser Organisationen und ihre örtlichen Führungskräfte, dazu die entsprechenden Programme, haben daher die Aufgabe, auch der Sorge für die Berufungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Pflegt man in den Jugendorganisationen große Hochachtung für die geweihten Dienste, für das gottgeweihte Leben nach den evangelischen Räten und den missionarischen Einsatz, vertieft man den Glauben an Gott, der liebt und jeden einzelnen ruft, fördert man menschliches und geistliches Verhalten, das eine besondere Berufung begünstigt, dann hat man das Seinige getan, dass der göttliche Ruf gehört und befolgt wird von all denen, an die er sich richtet.[158]

45. Schule und Berufungen

Auch die Schule hat große Bedeutung für die berufliche Ausrichtung der Jugendlichen. Die Aktionspläne der Bischöfe bekräftigen das fast einmütig.

In Ländern, wo die Schule "säkularisiert" ist, legt man besonderen Wert auf das persönliche Ansehen und das erzieherische Wirken von Lehrkräften, die sowohl fachlich gut vorbereitet als auch christlich eingestellt sind. Wo der Religionsunterricht in der Schule zugelassen ist, bietet er immer wieder Gelegenheit, die christliche Sicht der Weit und des Lebens vorzutragen und damit auch zur Orientierung auf den Beruf hin beizutragen.

Die im eigentlichen Sinn katholische Schule, die überall in der Welt eine erhebliche Zahl von Jugendlichen anzieht, fühlt in besonderer Weise die Verpflichtung, ein für diese Ausrichtung offenes Klima zu schaffen.

Die katholische Schule ist ja tatsächlich eine Erziehungsgemeinschaft, die einen vollständigen menschlichen und christlichen Lebensentwurf vorlegen kann, wenn sie sich in die kirchliche Wirklichkeit einfügt und sich ebenfalls in die Organe der bürgerlichen Gesellschaft integriert, soweit sie für die Schule zuständig sind, wenn sie ferner in ihrem Inneren von gottgeweihten Personen und von christlich engagierten Laien geprägt wird.[159]

Eine katholische Schule, die wirklich ihrer Definition entspricht, also Schule und christlich ist, besitzt eine tief christliche Sicht der Welt; sie entwirft für Kultur und Erziehung einen Plan, der, vom Glauben geprägt, dahin strebt, eine dem Evangelium gemäße Atmosphäre zu schaffen; sie fördert eine Pädagogik der Entscheidung für eine Berufung und legt in diesem Zusammenhang auch klar die Werte der geweihten Dienste, des gottgeweihten Lebens und der Missionsarbeit dar.[160]

Die Aufgabe der Lehrkräfte ist verantwortungsvoll und wichtig. Gewiss kennen sie die Lehre der Kirche über die Berufung und die Berufe; außerdem sind sie fachlich zuständig in der Psychologie und Pädagogik der Orientierung von Jugendlichen.

Die wertvollen Beiträge, die die Schule bietet, finden ihre Ergänzung in anderen Initiativen, die sich außerhalb der Schule entfalten. in Studentenbewegungen, Jugendverbänden und in der Einbindung in das Leben der Pfarrgemeinde.

46. Öffnung zur Kirche und ihrer weltweiten Sendung

Die verschiedenen Erfahrungen der Pastoral der Jugend und der geistlichen Berufe dürfen nicht als in sich selber abgeschlossen und exklusiv betrachtet werden, sondern eher wie zahlreiche Kanäle, die sich öffnen und nutzbar machen lassen im Interesse der universalen Kirche und der Menschheit.

Über jede Einzelerfahrung hinaus reift die Erfahrung von Jugendlichen mit ihrer Berufung, wenn sie begreifen, dass sie von Christus und mit Christus beim Aufbau der Gesellschaft im Zeichen der Liebe beteiligt werden.

Die Jugendlichen werden aufgefordert, ihre Sicht der Wirklichkeit Zu erweitern und auf die Bedürfnisse des Menschen von heute zu antworten, und zwar nicht nur in außergewöhnlichen Umständen, sondern vor allem in den täglichen Bedürfnissen. Sie werden ermuntert, anderen Gruppen in verschiedenen Altersstufen und Verhältnissen zu dienen: Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen in schwierigen und leidvollen Situationen.

Die Aufforderung, den Horizont zu erweitern, wird um so nachhaltiger und dringender, wenn man an die große Masse der Menschen denkt, die das Licht des Evangeliums noch nicht kennen und unter schweren Unrechts- und Elendssituationen leiden, zumal in den Ländern der Dritten Welt.

Diese nicht einfache, aber lohnende Erziehungserfahrung verwandelt sich in eine konkrete Initiative im Dienst der Kirche und ist Voraussetzung für Entscheidungen zur Ganzhingabe.[161]

47. Spätberufene

Berufungen im Erwachsenenalter[162] sind keine Ausnahmeerscheinung. Sie nehmen heute in allen Teilen der Kirche zu. Für den Heiligen Geist gibt es ja keine Altersgrenzen, und "er weht, wo er will".[163] Jesus der Herr hat reife Menschen als seine Jünger und Apostel berufen, und die Urkirche folgte seinem Beispiel.[164] Die Kirche besitzt eine reiche Fülle von Hirten, Heiligen und Ordensgründern, die erst im Erwachsenenalter den Weg gänzlicher Weihe an Gott beschnitten haben.

Im Interesse der Einzelkirche und der Gesamtkirche muss die Pastoral der geistlichen Berufungen sich der Tatsache bewusst bleiben, dass es berufstätige Personen, Arbeiter, Techniker und an der Universität schon weit fortgeschrittene Studenten gibt, die bereit sind zu einem vertieften Nachdenken über den Dienst, den sie der Kirche leisten können.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Berufung zum ständigen Diakonat, die erwachsene Personen betrifft.

Freilich bringt die Berufung im Erwachsenenalter nicht geringe Probleme mit sich. Sie verlangt kluge Unterscheidung, gediegene geistliche Führung und entsprechende Vorbereitung, bevor an den Eintritt in die kirchlichen Ausbildungsinstitute gedacht werden kann. Das Konzil fordert die Verantwortlichen auf, darauf die notwendige Sorge zu verwenden.[165]

Die Einzelkirchen erproben auch in Zusammenarbeit miteinander die besten Formen der Hilfe für Personen, die sich im Erwachsenenalter für eine Berufung zum gottgeweihten Leben öffnen. Verschiedenen Orts existieren bereits oder entstehen entsprechende Gemeinschaften, die, vielleicht im Ausmaß eingeschränkt, dennoch reich sind an menschlicher Wärme, evangelischem Geist und apostolischem Eifer, dank weiser Ermunterung durch Priester, Ordensleute und Missionare.[166]

IV. Formen der Berufsbegleitung

Wenn ein jugendlicher oder ein erwachsener Mensch den göttlichen Ruf vernimmt, dann Rat erbeten und erhalten hat, weiß er doch um die Notwendigkeit und den Nutzen weiterer Hilfe und Führung, um seinen Weg mit wachsender Klarheit finden und ihm folgen zu können. Dies ist das Problem der spirituellen Begleitung.

48. Gesamtblick auf den Weg einer Berufung

Das Reifen einer Berufung zum gottgeweihten Leben nimmt im allgemeinen einen Verlauf, den man wie folgt darstellen kann:

- Ausgangspunkt der Förderung von Berufungen ist gewöhnlich eine christliche Gemeinde, die durch Gotteswort, Sakramente, Gebet und apostolischen Einsatz ein Gespür dafür gewonnen hat. In der Gemeinde wird das Zeugnis gottgeweihter Personen und anderer verantwortlicher Personen sichtbar. Hier liegt jene Vermittlung vor, die den Plänen der göttlichen Vorsehung entspricht.

- Den folgenden Schritt bildet der direkte Vorschlag, der persönliche Appell an geeignete Jugendliche, sich zu überlegen, ob für sie nicht eine Entscheidung für das gottgeweihte Leben in Frage kommt.

- Der nächste Schritt ist die Begleitung der Aspiranten durch geistliche Führung, Apostolatsgruppen, Gruppen für mögliche Berufe und zu diesem Ziel gegründete Gemeinschaften.

- Endlich erfolgt die freie und begründete Entscheidung, und der Aspirant kann in die besonderen Ausbildungsinstitute eintreten: in ein Seminar, in ein Noviziat oder ein Institut zur Vorbereitung auf den Missionsberuf. Die Säkularinstitute sehen eigene Ausbildungszeiten und -programme vor, je nach den besonderen Charismen einer jeden Person.[167]

Einige Punkte dieses Weges verdienen besondere Aufmerksamkeit.

49. Anruf, Unterscheidung, spirituelle Begleitung

Die Berufung zum gottgeweihten Leben ist nicht lediglich ein Problem des einzelnen; sie betrifft die Kirche. Denn die Berufung entsteht in der Kirche, und sie entwickelt sich in der Kirche. Sie wird endlich auf dem ganzen Weg ihrer Entwicklung von der Kirche mitgetragen.

Der Augenblick des Bewusstwerdens einer Berufung ist besonders wichtig. Das Bewusstwerden kann spontan erfolgen, als ein Geschenk der Gnade, als innerer Anruf, der gewöhnlich mit Zeichen, Ereignissen und Zeugnissen verbunden ist, die der Aspirant selbst erfährt. Die Kirche muss schon von diesem Augenblick an präsent sein als erste Zeugin des göttlichen Rufes. Die Verantwortlichen werden die Bedeutung dieser Zeugin, die die Kirche ist, hervorheben und den Aspiranten auffordern, sich einem Priester anzuvertrauen oder einer anderen Person, die in der Lage ist, ihm zur Klarheit zu verhelfen.[168]

Das Bewusstwerden kann und muss immer mehr erfolgen im Anschluss an eine direkte Einladung, einen persönlichen Appell, den eine verantwortliche Person an einen geeigneten Kandidaten richtet. Auch dieser Appell ist ein Akt der Gnade.[169] Daher gibt es für ihn den rechten Augenblick. Der erfahrene und kluge Erzieher weiß darum. Sind die Vorbedingungen gegeben, ist es nie zu früh, die Einladung auszusprechen. Wichtig ist, dass sie nicht zu spät erfolgt.

In jedem Fall muss der Verantwortliche die Weisheit der Unterscheidung besitzen,[170] damit er die äußeren Fakten und die inneren Bewegungen durchschauen kann, die eine Person zu einer Berufung hinführen. Man sucht dann zu klären, ob der Aspirant die rechte Absicht hat oder sich von anderen Motiven leiten lässt; ob er bereit ist, alles zu verlassen, um dem Herrn zu folgen, der ruft, oder ob Bindungen anderer Art den Ausschlag geben.

Die Unterscheidung fügt sich anfangs am besten in eine weise geistliche Führung ein, die den Aspiranten bis zu dem Augenblick begleitet, da sein Beruf von der Kirche anerkannt wird, nämlich im amtlichen Aufruf des Bischofs oder des zuständigen Oberen.

Wenn ein junger Mensch sich eines Rufes durch Gott bewusst wird, entdeckt er gewöhnlich das Bedürfnis und den Nutzen einer Verbindung mit anderen, die den gleichen Idealen nachleben. Er empfindet auch die Notwendigkeit einer entsprechenden geistlichen Führung, um immer klarer den eigenen Weg zu erkennen und ihm zu folgen. So bilden sich in der Kirche betreute Gruppen in verschiedener Form: Gruppen von Berufungen auf Pfarr- oder Regionsebene; Gemeinschaften, die junge Menschen zeitweilig aufnehmen; Jugendzentren, die Orientierung bieten; Knabenseminare und ähnliche Institute für das Ordensleben und das Leben als Missionare.

50. Spirituelle Begleitung der einzelnen

Eine Begleitung der einzelnen Berufung ist immer notwendig, auch dann, wenn die ganze Gruppe betreut wird. In manchen Situationen ist freilich die Einzelbegleitung die einzig mögliche.[171] Es geht um einen Dienst des Einfühlens, des Mitfühlens und der Ermunterung; es ist ein Dienst, der der Betrachtung der Geheimnisse Gottes und der Kirche entspringt.

Wer den Dienst der Begleitung leistet, achtet die Freiheit des Jugendlichen auf seinem Weg, denn es geht immer um einen persönlichen Weg. Der Begleiter weist vor allem auf Christus hin, der kam, um den göttlichen Heilsplan durchzuführen. Er weist auf das Evangelium hin, das den Sinn des Lebens erhellt, auf das Geheimnis der Kirche, die in der Welt die Heilssendung Jesu fortsetzt. Er hilft, die verschiedenen Berufungen zum gottgeweihten Leben zu entdecken, gänzlich Christus gemäß in der Kirche und für die Welt zu leben. Er wirkt darauf hin, dass jeder "seinen" Platz sucht: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?"[172] Er hilft endlich, dass die Antwort "Ja" lautet.

Der Begleiter muss daher Kenntnis und Erfahrung in der Unterscheidung und in der Seelenführung besitzen. Er findet dafür nützliche Hilfen in den modernen Errungenschaften der Psychologie,[173] die freilich in keinem Fall einfach Ersatz bieten können.

Das Feld, wo er seine Begleitung anbieten kann und soll, ist weiträumig. Jeder Seelenhirt und jede andere Person mit Verantwortung empfinden die Notwendigkeit, jenen Jugendlichen und Erwachsenen Aufmerksamkeit zu schenken, die sie bei ihrer Seelsorgstätigkeit einzeln oder in Gruppen vorfinden, und die wegen ihrer besonderen Qualitäten Interesse wecken. In diesen Fällen wird es zur Pflicht, klug nach den Zeichen für eine Berufung Ausschau zu halten, sie zu pflegen und sie zu erproben. Wie man lernt, die Zeichen einer Berufung zu erkennen, wie man sich in die Kunst der Unterscheidung und Seelenführung einübt, das gehört zum Ausbildungsprogramm sowie zum normalen Bereich der Tätigkeiten eines Seelenhirten und anderer Personen, die für die Begleitung von Berufungen verantwortlich sind.

51. Spirituelle Betreuung in Gruppen

In den Einzelkirchen gibt es verschiedene Angebote: Gruppen zum Erfahrungsaustausch über Glauben und Apostolat; Gruppen, die über die Ausrichtung ihres Lebens nachdenken; Gruppen, die ihre Berufung in Richtung auf eine Entscheidung für das gottgeweihte Leben vertiefen möchten. Solche Gruppen bilden sich in Pfarreien, bei Ordensinstituten, Verbänden und Jugendbewegungen.

Besonders wirksam ist die Arbeit von Gruppen für die menschliche und christliche Reifung, für die Erreichung des effektiven Gleichgewichts, für die Festigung des Glaubens, zumal in Verhältnissen, wo Gleichgültigkeit und Unglaube weit verbreitet sind.

In der Gruppe wird durch zielbewusstes Vorgehen folgendes möglich:

- ausdrücklich die Berufung zu den geweihten Diensten und zu den übrigen Formen gottgeweihten Lebens vorzuschlagen; den Wert des Gebetes, der Betrachtung, des Gemeinschaftslebens, des apostolischen Einsatzes und der Seelenführung zu erkennen, welche die verschiedenen Erfahrungen erhellt und festigt;

- mit den Familien, in denen die Jugendlichen ihr tägliches Leben gestalten, Kontakt zu halten und zusammenzuarbeiten;

- mit der Pfarrgemeinde Kontakte aufrechtzuerhalten und bei ihren geistlichen und apostolischen Werken mitzuwirken;

- mit den Seminaren und den Seminaristen Kontakt zu halten und zusammenzuarbeiten; mit Noviziaten und Novizen (Novizinnen); mit Instituten für missionarische Ausbildung und mit ihren Aspiranten; mit den Mitgliedern von Säkularinstituten und mit Personen, die sich diesen zuwenden.[174]

52. Spirituelle Begleitung in Jugendgemeinschaften und Jugendzentren

Es gibt Gemeinschaften im eigentlichen Sinn, unter Leitung von Priestern, männlichen oder weiblichen Ordensleuten, in enger Verbindung mit der Einzelkirche, die ausdrücklich auf die gänzliche Weihe des Lebens für das Reich Gottes hinarbeiten. Es handelt sich also um echte Gemeinschaften mit Orientierung auf die Berufung zu den geweihten Diensten und den übrigen Formen des gottgeweihten Lebens.

Diese Gemeinschaften möchten den männlichen und weiblichen Jugendlichen helfen bei der Reifung ihrer Entscheidung für den Beruf, und sie geben sich Mühe, dass die Ausrichtung auf den Beruf auch erzieherisch wirksam ist. Dem dient eine tiefe Erfahrung im Glauben und im Apostolat. Dazu bieten die Gemeinschaften entsprechende Personen, Räumlichkeiten und Mittel an. Wenn die männlichen oder weiblichen Jugendlichen sich am Gemeinschaftsleben beteiligen, lernen sie verstehen, wie sich eine Gemeinschaft formt, wie man betet und der Kirche dienen kann. Sie werden dabei ermuntert, Christus gemäß ihrer besonderen persönlichen Berufung zu folgen. Zum rechten Zeitpunkt sind sie dann bereit, in ein Seminar, ein Noviziat oder ein anderes Institut zur Ausbildung für das gottgeweihte Leben einzutreten.[175]

53. Berufliche Begleitung in Knabenseminaren und ähnlichen Instituten

In der heutigen Pastoral der geistlichen Berufungen haben die auf das Priesterseminar vorbereitenden Seminare und ähnliche Institute für die übrigen Formen gottgeweihten Lebens ihre bestimmte Aufgabe als besonders geeignete Stätten für die Aufnahme, Unterscheidung und Begleitung von Berufungen. Die Daseinsberechtigung der Knabenseminare und ähnlicher Institute ist solide begründet:

- die Pfarrgemeinden, die Familien, die verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften, weiche Angebote zur Orientierung und Begleitung der Berufe machen, bitten um Hilfe bei der Erziehung jener Knaben und Heranwachsenden, die sich für eine besondere Berufung aufgeschlossen zeigen;

- dazu können das Knabenseminar und ähnliche Institute geeignete Verhältnisse und ein Klima unbeschwerter jugendgemäßer Brüderlichkeit bieten;

- sie können klare Aussagen zur Radikalität des Evangeliums, zum Gebet, zum kirchlichen Dienst, zur tiefen Freundschaft mit Jesus dem Herrn wagen, in voller Achtung vor der jeweiligen Phase des Wachstums und der Reife im Entwicklungsalter;

- das Berufsbild muss heute ständig neu vorgelegt und formuliert werden, weil die kulturellen und sozialen Verhältnisse sich ständig wandeln, was in den Jugendlichen Haltungen der Kritik und der Ungewissheit weckt;

- das Gemeinschaftsleben kann günstige Voraussetzungen schaffen für ein normales und vollständiges menschliches, christliches, soziales und apostolisches Wachsen und dann auch für eine bewusste Öffnung auf den Beruf eines jeden hin.

Die Seminare, weiche auf das Priesterseminar vorbereiten, sowie die damit vergleichbaren Institute können diesen Beitrag leisten, wenn sie fest eingefügt bleiben in das Leben der Einzelkirche und sich als Gemeinschaften erweisen, die für Leben und Sendung der Gesamtkirche aufgeschlossen sind.[176]

54. Schwierigkeiten der beruflichen Begleitung

Die spirituelle Begleitung einer Berufung ist, wie jedes andere Wirken der Kirche, eine österliche Erfahrung. Tod und Auferstehung sind miteinander verbunden, als schmerzvoller Weg, über dem aber das Licht des Glaubens und der Hoffnung strahlt.

Häufigere Schwierigkeiten:

- die bescheidene Zahl der Personen, die sich der Begleitung widmen können. Oft sind die für diesen Dienst geeigneten Personen mit anderen Aufgaben überlastet und können diese Aufgabe nicht die volle notwendige Zeit über wahrnehmen;

- Entmutigung angesichts fehlgeschlagener Versuche. Nicht selten hängen ungute Erfahrungen mit Menschen zusammen, die für diese schwierige erzieherische Aufgabe nicht vorbereitet waren; Personen, die vielleicht gut organisierte Gruppen geschaffen haben, aber keine lebendigen Gemeinschaften von Jugendlichen, in denen die befreiende Botschaft des Evangeliums aufleuchtet;

- negative Haltungen von Jugendlichen, die fürchten, sie würden manipuliert, eingeschlossen, ihrer Freiheit beraubt. Vielleicht haben einige Jugendliche unechte "Berufsinitiativen" kennen gelernt, die in Wirklichkeit nur unkluge und improvisierte Formen der Werbung neuer Kräfte waren. Daher misstrauen sie nun auch anderen Vorschlägen im Hinblick auf den Beruf, die ernsthaft und verantwortlich gemacht werden. Andere Jugendliche besitzen keine richtige Vorstellung von geistlicher Leitung und nehmen sie nicht gern an.

55. Der Verantwortliche für die Pastoral der geistlichen Berufungen

Gerade die Schwierigkeiten dieses Dienstes zeigen die Wichtigkeit der Präsenz einer geeigneten Person für die Begleitung auf. Es muss sein:

- eine Person, die vorurteilslos zuhören kann, wenn die Jugendlichen ihre persönliche Geschichte erzählen;

- eine Person im Dienst der Barmherzigkeit, die dem Aspiranten hilft, die Vergangenheit zu bewältigen und sich der Zukunft im Licht Gottes zu öffnen; der Höhepunkt solcher Hilfe ist im Sakrament der Versöhnung gegeben;

- eine Person, die Antworten nicht nach menschlicher Klugheit, sondern nach dem Plan Gottes zu geben weiß;

- eine kontemplative Person also, die gemeinsam mit dem Jugendlichen den Lebensweg vor Gottes Angesicht überprüft;

- eine Person, der eine gediegene Ausbildung am Herzen liegt, so dass das Wachsen als Mensch und als Christ, das Suchen und Finden und das Sich- Einleben in die persönliche Berufung im Leben des männlichen oder weiblichen Jugendlichen nur verschiedene Momente auf ein und demselben Weg des Glaubens sind;

- eine Person, die Geduld, Hoffnung und Liebe und die Freude eines tiefen Vertrauens auf die Gnade des Herrn vorgeben kann.

- Es ist angebracht, dass jene, die für die Begleitung verantwortlich sind, untereinander und auch mit den eigentlichen Ausbildungsinstituten Kontakt halten, in denen die Begleitung ihren Höhepunkt erreicht.

56. Hinweise für die Zukunft

Man stellt allgemein fest, dass viele Jugendliche für ein Gespräch offen .sind und Begleitung bejahen. "Die Herzen zahlreicher junger und auch nicht mehr ganz junger Menschen sind bereit, auf euch zu hören. Viele von ihnen sind auf der Suche nach einem Lebenszweck; sie sind darauf bedacht, eine wertvolle Aufgabe zu entdecken, der sie ihr Leben weihen können. Christus hat sie auf seinen und euren Ruf vorbereitet. Wir müssen rufen. Den Rest wird der Herr tun."[177] Notwendig ist also die Schaffung eines Klimas der Freundschaft und des Vertrauens, das den Dialog und das Suchen erleichtert.

Die für die Begleitung Verantwortlichen, namentlich die Spirituale, müssen Menschen des Glaubens sein und durch das Zeugnis ihres Lebens ansprechen. Jugendliche sind dafür empfindsam. Natürlich ist zwischen der geistlichen Führung und der Förderung in einer Gruppe zu unterscheiden.

Die Einzelkirche muss alle gottgeweihten Personen zu einem Beitrag ermuntern und diesen nutzbar machen. Das erfordert brüderliche Zusammenarbeit zwischen Diözesanpriestern, männlichen und weiblichen Ordensleuten, Missionaren und Mitgliedern von Säkularinstituten beim Werk der Begleitung. Es liegt hier ein weithin spürbares Problem vor, das die eine, alles umgreifende Sendung der Ortskirche in der Pastoral der geistlichen Berufungen angeht. Die Einzelkirche muss auch die Laien bei ihrem Wirken ermuntern, die persönlich und gemeinsam auf diesem Gebiet mit bedeutenden Ergebnissen arbeiten.

In gewissen Situationen lassen sich die Initiativen für die Begleitung nicht leicht im begrenzten örtlichen Rahmen durchführen. Die Einzelkirchen müssen dann zu einer passenden Zusammenarbeit untereinander kommen. Gewisse Institute für die Begleitung zum Ordensieben, die keinen genügenden Zulauf haben, können Personal und Räumlichkeiten für diözesane Berufungen und Aspiranten für das Ordens- und Missionsleben zur Verfügung stellen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Verantwortlichen im gemeinsamen Einsatz wird sowohl Fragen der Erziehung und Ausbildung wie auch wirtschaftliche Gesichtspunkte umfassen.

In jedem Fall ist dringend für die spezifische Ausbildung der Spirituale und der anderen für die Begleitung Verantwortlichen zu sorgen. Wo Ortskirchen und Institutionen besondere Zentren und Kurse zu diesem Zweck anbieten, wird man sie nutzen.[178]

V. Organe und Strukturen

Auch die Pastoral der geistlichen Berufungen braucht einige Organe und Strukturen. Die Formen sind dabei von Ort zu Ort verschieden. Doch zeigt sich die Tendenz, die Kräfte zusammenzufassen, um allen geistlichen Berufungen im Interesse jeder Einzelkirche und der Gesamtkirche dienen zu können.

57. Diözesanes Zentrum für die Förderung geistlicher Berufe

Um eine einheitliche Pastoral der geistlichen Berufungen zu fördern, die ständig und wirksam den Dienst der Anregung leistet, ist in jeder Einzelkirche das Wirken eines diözesanen Zentrums für die Förderung geistlicher Berufe gefordert.[179] Vorgeschlagen wird nicht eine Erweiterung bürokratischer Strukturen, sondern die Einfügung der Pastoral der geistlichen Berufungen in die allgemeine Pastoral und in die örtlichen Institutionen, damit dem gemeinsamen Ganzen gedient wird. Eben dies soll durch das erwähnte Zentrum geschehen. Jede Verzögerung beim Aufbau dieses Organs oder beim Sicherstellen seiner Wirksamkeit bedeutet einen Schaden für die Kirche.

Das diözesane Zentrum für die Förderung der geistlichen Berufe unter Leitung des Bischofs

- hat das Ziel, die Anregung zu geistlichen Berufen, die nach den Weisungen des Konzils[180] in der Diözese und in jeder Pfarrei erfolgen muss, zu fördern und zu koordinieren, ohne an die Stelle des Wirkens der Pfarrgemeinde zu treten, die vorrangiges Zentrum der Anregung zu allen geistlichen Berufen bleibt;

- bildet den natürlichen Ort für die Begegnung von Personen, Institutionen und Verbänden, die zur Pastoral der geistlichen Berufungen beitragen können, wenn man mit vereinten Kräften arbeitet sowie die Charismen und besonderen Zielsetzungen eines jeden beachtet;

- nimmt in sein Wirken den Dienst an allen gottgeweihten Berufungen auf, ohne in den Bereich jener Initiativen einzudringen, den einzelne Institutionen mit Recht zugunsten besonderer Berufungen pflegen dürfen;[181]

- hält die notwendigen Kontakte mit den verschiedenen Initiativen für die Begleitung und mit den Instituten für die Ausbildung von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Missionaren, die es in der Ortskirche gibt.

Dem Leiter des diözesanen Zentrums für die Förderung der geistlichen Berufe, der vom Bischof ernannt wird, werden nach Absprache mit den übrigen Vertretern des gottgeweihten Lebens Priester, Diakone, männliche und weibliche Ordensleute, Missionare, Mitglieder der Säkularinstitute und Laien an die Seite gegeben, die ausgewählt werden, um die Tätigkeiten des Zentrums mitzutragen in Übereinstimmung mit dem diözesanen Programm oder Aktionsplan für geistliche Berufungen. Diese Personen sollen sich der Bedeutung ihres Dienstes bewusst sein und diesen mit ihrer Fachkenntnis und Erfahrung möglichst gut ausführen.

58. Das nationale Zentrum für die Förderung der geistlichen Berufe

Die Einzelkirche als Mittlerin aller Berufungen findet im nationalen Zentrum für die Förderung der geistlichen Berufe den normalen Ort für eine gemeinsame Abstimmung der Pastoral der geistlichen Berufungen. Es ist ein geeignetes Werkzeug zum Studium, Planen, Koordinieren und Dienen bei der Förderung einer einheitlichen Pastoral zugunsten der gottgeweihten Berufe. Dieser Dienst umfasst

- Vorschläge von Richtlinien für die Pastoral der geistlichen Berufungen gemäß den Programmen der Bischofskonferenz und den Weisungen des universalen Lehramtes;

- Förderung der einheitlich ausgerichteten diözesanen Zentren;

- Hilfe zur Ausbildung von Mitarbeitern und die Vorbereitung von pastoralen Hilfen zum gemeinsamen Nutzen;

- Zusammenarbeit mit anderen nationalen Organen, Verbänden und Bewegungen, die ebenfalls das Apostolat, die Erziehung und die Spiritualität fördern wollen; schließlich ist er

- ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Gemeinschaft mit den diözesanen Zentren.[182]

59. Koordinierung, Zusammenarbeit, Programme

Die diözesanen und nationalen Zentren für die Förderung der geistlichen Berufe sowie eventuell die regionalen Zentren und weitere untergeordnete Stellen auf Pfarrebene bieten damit providentielle Gelegenheiten, jene Koordinierung der Kräfte zu erreichen, die heute von allen Seiten gefordert wird und auf die dieses Schlussdokument mehrfach hingewiesen hat. Es geht um die Koordinierung von Weltklerus, männlichen und weiblichen Ordensleuten, Missionaren und Säkularinstituten; um die Koordinierung auf nationaler, wenn möglich regionaler und diözesaner Ebene bis hin zur Ebene der Pfarrgemeinde und anderer Gemeinschaften, Gruppen und Bewegungen am Ort. Es würde einen gemeinsamen Vorteil bedeuten und das Volk Gottes erbauen.

Aus dieser Koordinierung der Kräfte erwächst eine wirksame Zusammenarbeit, die sich in Programmen äußert, welche sorgfältig studiert und dann mit Liebe und Eifer durchgeführt werden. Die Programme enthalten die verschiedenen schon früher genannten Aspekte:

- eine kraftvolle Glaubenshaltung verbreiten; geistliches Leben und Gebet pflegen;

- die Pastoral der geistlichen Berufungen in die Gesamtpastoral der Einzelkirchen einfügen;

- die Anregung zu geistlichen Berufen in die Pastoral der Pfarrgemeinde einbauen und dabei Bewegungen, Gruppen, Dienstangebote und andere Gemeinschaften einspannen, die in der Gemeinde tätig sind;

- die Anregung zu geistlichen Berufen in die Jugendpastoral einfügen; die verschiedenen Initiativen der Begleitung stützen, insbesondere die Knabenseminare und ähnliche Institute für andere Formen gottgeweihten Lebens;

- die Gemeinden aufwecken, dass sie sich des Wertes und der Notwendigkeit auch solcher Berufungen bewusst werden, die vielleicht weniger bekannt sind (gottgeweihtes Leben in der Weit) oder auch vergessen werden (kontemplative Berufe, Brüdergenossenschaften oder Schwesterngemeinschaften, die sich dem Unterricht, der Krankenpflege und anderen Diensten widmen, welche die Kirche in hohem Maße braucht);

- Darstellungen für die Öffentlichkeit schaffen und verbreiten, die den verschiedenen Bedürfnissen der Pastoral der geistlichen Berufungen gerecht werden;

- für die Vorbereitung von Personen sorgen, die von den Bischöfen, den Ordensoberen und -oberinnen oder anderen Verantwortlichen für das gottgeweihte Leben den besonderen Auftrag erhalten haben, Berufene zu betreuen und zu begleiten. Das wertvolle Wirken dieser Personen muss anerkannt und geschätzt werden. Sie verdienen die Anerkennung der Kirche.

60. Medien der sozialen Kommunikation

In den Programmen der Pastoral der geistlichen Berufungen gewinnen heute die Medien der sozialen Kommunikation besondere Bedeutung. Werden sie klug und fachkundig eingesetzt, können sie mithelfen, die Kenntnis der gottgeweihten Berufe zu verbreiten und um sie ein Klima wohlwollender Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu schaffen. Damit können sie das Bewusstsein der Gemeinde wecken.

Auch auf dem Gebiet der Pastoral der geistlichen Berufungen gilt, was zur Evangelisierung gesagt wurde: "Die Kirche würde vor ihrem Herrn schuldig, wenn sie nicht diese machtvollen Mittel nützte, die der menschliche Verstand immer noch weiter vervollkommnet. Dank dieser Mittel verkündet die Kirche die ihr anvertraute Botschaft von den Dächern". In ihnen findet sie eine moderne, wirksame Form der Kanzel. Durch sie vermag sie zu unzählbar vielen Menschen zu Sprechen.[183]

61. Armut der Mittel und Reichtum des Geistes: Aufruf zur gegenseitigem Hilfe der Einzelkirchen

Wenn der internationale Kongress diese Richtlinien für eine Pastoral der geistlichen Berufungen vorlegt, geht er nicht von einem Bild aus, nach dem die Ortskirchen auf eine reiche Zahl von Gläubigen blicken können, Überfluss haben an Priestern und anderen gottgeweihten Personen, die verschiedensten Verbände und Institutionen besitzen und über Mittel aller Art verfügen. Der Kongress ist sich vielmehr deutlich bewusst, dass überall auf der Weit Kirchen in einer Diasporasituation leben, nur eine beschränkte Freiheit besitzen und verfolgt werden. Es gibt Kirchen mit wenig Gläubigen, einer sehr bescheidenen Zahl von Priestern und anderen gottgeweihten Personen und fast ohne menschliche Mittel.

Unter solchen Verhältnissen haben die Gesamtpastoral und die Pastoral für die Förderung der geistlichen Berufe ihre großen Schwierigkeiten. Gewisse Initiativen sind unmöglich.

Doch "nichts ist unmöglich bei Gott".[184] Auch wenn Armut an Menschen und Mitteln gegeben ist, so ist doch der unerschöpfliche Reichtum des Geistes da. Wo das Wort Gottes ist, die Eucharistie, das Gebet, das Bemühen um Bekehrung, das Zeugnis des Glaubens, da liegt auch das Wesentliche vor, damit sich Berufungen von Gott her zeigen können.

Alle übrigen Kirchen aber, die unter verschiedenen Verhältnissen in Freiheit ihre eigenen Initiativen ergreifen können, werden nicht säumen, den in Schwierigkeiten befindlichen Kirchen entgegenzukommen mit ihrem Gebet und mit jeder anderen Hilfe, die möglich ist. Zu diesem Zeugnis verpflichtet uns die die Kirche durchpulsende Liebe.

Abschluss: 62. Der internationale Kongress. Wirkung des Heiligen Geistes

Der Kongress, der vom Hl. Geist geführt war und in dem die Einzelkirchen Erfahrungen und Vorschläge für eine solide Pastoral der geistlichen Berufungen zusammengetragen haben, spricht seine Überzeugung dahin aus, dass er mit Gottes Hilfe "den Ausgangspunkt eines neuen Antriebs für die Pastoral der geistlichen Berufungen in jeder Einzelkirche" bedeuten kann. Diesen Wunsch formulierte auch Papst Johannes Paul II. bei der konzelebrierten Eucharistiefeier zu Anfang, wobei er versprach, "mit seinem Denken und Beten" auch auf dem Kongress präsent zu sein.

Der Kongress meint, dieser Wunsch sei nach dem, was alle gemeinsam erlebt haben, Gewissheit geworden. Dem Heiligen Vater, dem universalen Hirten und dem Anreger von geistlichen Berufungen, gilt der herzliche Dank aller Kongressteilnehmer.

Mit diesem Kongress kündigt sich neue Lebenskraft der Kirche an, denn geistliche Berufungen zeigen und steigern diese Lebenskraft. Ein tröstliches Zeichen wurde hervorgehoben: ein schrittweise sich verbreitendes Bewusstsein für die Berufe in der christlichen Gemeinde und zugleich die Tatsache einer einheitlichen Pastoral, die in den diözesanen Aktionsplänen für geistliche Berufungen zum Ausdruck kommt und Wirklichkeit wird im einmütigen Zusammenwirken aller kirchlichen Stellen der Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensmänner und Ordensfrauen, Missionare, Mitglieder der Säkularinstitute und der Laien.

Daher möchte der Kongress an alle Förderer der Pastoral der geistlichen Berufungen, die in den Einzelkirchen tätig sind, ein Wort der Anerkennung und des Dankes richten für ihren wertvollen Dienst.

Der Kongress ist überzeugt, dass das Problem der Berufung zum gottgeweihten Leben "das fundamentale Problem der Kirche ist" und bekräftigt daher, dass es im Gebet zum Herrn der Ernte seine sichere Lösung findet. Er richtet deswegen auch einen eindringlichen Appell an die Gemeinden, an die einzelnen Gläubigen, an die gottgeweihten Personen und besonders an die Gemeinschaften kontemplativen Lebens, sie möchten beten, ohne Unterlass beten um geistliche Berufungen.

Die Kongressteilnehmer schließen ihre Arbeiten ab; doch spüren sie in sich den Antrieb zu einem größeren apostolischen Mut bei der Arbeit für die geistlichen Berufungen in der ganzen Kirche und sehen zugleich die Zeichen einer sicheren Hoffnung. Der Heilige Vater hat nämlich gesagt: "Trotz aller Dinge, die zur Geisteskrise in der gesamten zeitgenössischen Zivilisation gehören, hört der Heilige Geist nicht auf, in den Seelen zu wirken. Und gerade hier eröffnen sich für die Kirche von heute auch günstige Ausblicke für geistliche Berufungen, wenn sie nur bemüht ist, Christus echte Treue zu wahren; wenn sie nur unbegrenzt hofft auf die Kraft seiner Erlösung und alles, was möglich ist, tut, um auf dieses Vertrauen ein Recht' zu haben."[185]

Wirklich alle: Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensmänner und Ordensfrauen, Missionare, Mitglieder der Säkularinstitute, Laien, Gemeinschaften und einzelne Gläubige sollen voll ihre Pflicht erfüllen, "um ein Recht auf dieses Vertrauen zu haben".

Maria, die Mutter der Kirche und das Vorbild jeder Berufung, möge für alle, die auf dem licht- und hoffnungsvollen Weg zu einem geistlichen Beruf sind, Fürsprache einlegen und sie begleiten.

Anmerkungen

  1. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  2. Vgl. Das Arbeitspapier des Kongresses.
  3. Christus Dominus 11; vgl. ebd. 6.
  4. Vgl. Lumen gentium 4 und 1 Kor 12,4 EU.
  5. Darstellung der verschiedenen Berufungen auf dem II. Vatik. Konzil: Lumen gentium 41 und 43; Christus Dominus 15; Ad gentes 23; Perfectae caritatis 11
  6. Vgl. Optatam totius, 2 gegen Ende.
  7. Vgl. 1 Kor 12,6 EU.
  8. Vgl. 1 Tim 2,3 f EU.
  9. Vgl. Röm 10,14 f EU.
  10. Lumen gentium 48.
  11. Vgl. Gen 11,4 EU und die Analyse in Gaudium et spes 4-6.
  12. Vgl. Lk 12,32 EU mit Weish 11,1-3 EU.
  13. Johannes Paul II., Redemptor hominis 1.
  14. Jes 35,1 EU.
  15. Gaudium et spes 10.
  16. Johannes Paul II., Redemptor hominis 14, wo diese Gedanken entwickelt werden.
  17. Lumen gentium 4.
  18. Lumen gentium 8; vgl. Gaudium et spes, 19 gegen Ende.
  19. Vgl. die Ansprachen von Johannes Paul II. an die Jugendlichen von Mexiko, Polen, Irland, USA, Afrika, Frankreich, Brasilien, Deutschland und den Philippinen; vgl. auch: III. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Episkopates in Puebla."Bevorzugter Einsatz für die Jugendlichen": Akten IV, 2.
  20. Vgl. Gravissimum educationis 2-3: von der menschlichen Erziehung zur christlichen Reife und zur Hingabe im Apostolat.
  21. Vgl. Apostolicam actuositatem 12.
  22. Vgl. Optatam totius 2, wo dieser Dienst der Vermittlung erläutert wird.
  23. Vgl. Optatam totius 2, zu Beginn.
  24. Joh 3,16 f EU.
  25. 1 Petr 2,9 EU.
  26. Vgl. Mt 28,19 f EU.
  27. 1 Kor 12,7 EU.
  28. Vgl. Lumen gentium 2-4; Dei verbum 2-4; Ad gentes 2-4.
  29. Lumen gentium 9; vgl. Evangelii nuntiandi 14: "Die Aufgabe, allen Menschen die Frohbotschaft zu verkündigen, ist die wesentliche Sendung der Kirche ... Evangelisieren ist ... die Gnade und eigentliche Berufung der Kirche, ihre tiefste Identität."
  30. Vgl. Lumen gentium 10-11.
  31. Vgl. ebd. 40.
  32. Eph 4,11 f EU.
  33. Vgl. Lumen gentium 18-20.
  34. Tertullian, De praescriptione haereticorum 41, 4. CCSL 1, 202.
  35. Vgl. Lumen gentium 2 8; ferner Catechismus Romanus 11, 7: "Über das Weihesakrament" 3: "Als von Gott berufen gelten jene, die von den rechtmäßigen Dienern der Kirche berufen werden."
  36. Vgl. Konzil von Trient: Denz./Schön 1740-1742. Ferner Sacrosanctum concilium 47; Lumen gentium 28; Presbyterorum ordinis 2.
  37. Johannes Paul II., An alle Priester der Kirche zum Gründonnerstag 1979, 4.
  38. Vgl. Lumen gentium 43, Perfectae caritatis 1.
  39. Vgl. Lumen gentium 44; Evangelica testificatio 50.
  40. Evangelica testificatio 51; vgl. auch ebd. 52-55.
  41. Vgl. Pius XII., Apostolische Konstitution Provida mater ecclesia vom 2. Februar 1947; Motu proprio Primo feliciter vom 12. März 1948.
  42. Vgl. Perfectae caritatis 11; Ad gentes 40.
  43. Paul VI., An die Leiter der Säkularinstitute, am 20. September 1972.
  44. Johannes Paul II., An die Vertreter der Säkularinstitute aus aller Welt, am 28. August 1980.
  45. Mt 28,19 f EU.
  46. Apg 1,8 EU.
  47. Joh 20,21 EU.
  48. 1 Kor 12,7 EU; vgl. Lumen gentium 17; Christus Dominus 6 und 15; Ad gentes 1- 5; Evangelii nuntiandi 13-16 und 59.
  49. Vgl. Ad gentes 23 und die folgenden Abschnitte.
  50. Vgl. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Berufung und Ausbildung der Missionare, Pfingsten 1970.
  51. Vgl. Optatam totius, am Anfang.
  52. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  53. Apg 1,14 EU.
  54. Vgl. Lk 6,12 f EU.
  55. Vgl. Joh 17,9.20 EU.
  56. Vgl. Mt 6,9 f EU.
  57. Vgl. ebd. 9,37f EU.; Lk 10,2 EU.
  58. Vgl. 1 Kor 3,16 EU.
  59. Vgl. Apg 22,10 EU.
  60. Vgl. Joh 17,18 EU.
  61. Mt 7,21 EU.
  62. Ebd. 4,17 EU.
  63. Lumen gentium 8.
  64. Vgl. Christus Dominus 11.
  65. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  66. Lumen gentium 13.
  67. Optatam totius 2, gegen Ende.
  68. Kongregation für den Klerus, Postquam apostoli 14 vom 25. März 1980.
  69. 1 Petr 4,10 EU
  70. Vgl. Apg 2,42.46-48 EU.
  71. Lumen gentium 62.
  72. Vgl. zu dieser Vorbildlichkeit Mariens Lk 1,28-38 EU; Joh 19,25 EU; Apg 1,14 EU; vgl. auch Lumen gentium 56-59.
  73. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  74. Optatam totius 2, zu Anfang.
  75. Apg 6,4 EU.
  76. Sacrosanctum concilium 10.
  77. Vgl. Denz./Schön 1740; Lumen gentium 11; Evangelica testificatio 47-48.
  78. Vgl. Lk 6,12 f EU.
  79. Vgl. 1 Kor 11,28 f EU.
  80. Vgl. Mk 1,15 EU.
  81. Vgl. Lumen gentium 11.
  82. Vgl. Gaudium et spes 52.
  83. Vgl. Kongregation für den Gottesdienst, Ordo professionis religiosae vom 2. Februar 1970.
  84. Vgl. Sacrosanctum concilium 12.
  85. Vgl. Mt 9,3.7 f. EU mit Mt 6,9-13 EU; Lk 10,21 EU; Joh 17, 1-24 EU.
  86. Vgl. Lk 22,32 EU; Joh 17,15 EU.
  87. Vgl. Jer 2,2 EU.
  88. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im Arbeitspapier des Kongresses. Dieses Dokument verdient daher weite Verbreitung.
  89. Lk 11,1 EU.
  90. "Katechese" wird hier im weitesten Sinn des Wortes verstanden, als Verkündigung des Wortes Gottes und damit als Einführung in das christliche Leben bzw. Orientierung in der Berufsfrage.
  91. Die Erfahrung der Kirche bestätigt die Gültigkeit dieser besonderen Katechese: "Was die Berufungen zum Priester- und Ordensberuf betrifft, so werden gewiss viele geweckt im Verlauf einer Katechese, die während der Kindheit und Jugendzeit gut gegeben wird." Catechesi tradendae 39.
  92. Vgl. Lumen gentium 10.
  93. Vgl. Johannes Paul II., Brief an alle Priester der Kirche zum Gründonnerstag 1979, 4-5.
  94. Vgl. Lumen gentium 42; Optatam totius 10; Presbyterorum ordinis 16; Perfectae caritatis 12.
  95. Vgl. Presbyterorum ordinis 16.
  96. 1 Sam 3,10 EU; vgl. Dei verbum 21; Catechesi tradendae 27.
  97. Vgl. den ersten Teil des Schlussdokumentes, Nr. 7.
  98. Vgl. die Stellen aus der reichen biblischen Offenbarung über das Wort Gottes, das ruft; Stellen, die im gesamten Verlauf der christlichen Tradition ausgiebig erklärt worden sind, z.B. Gen 12,1-3 EU; Ex 3,1-12 EU; 1 Sam 3,1-10 EU; Jer 1,1-10 EU; Jes 6,8f EU, Mt 4,18-22 EU; Mk 1,16-20 EU; Lk 5,1-11 EU; Joh 1,35-51 EU; Apg 9,1-30 EU; Eph 1,3-10 EU.
  99. Vgl. Gaudium et spes 41-42; Redemptor hominis 14 und 21.
  100. "Die Katechese ist von ihrem Wesen her mit dem gesamten liturgischen und sakramentalen Handeln verbunden; denn gerade in den Sakramenten und zumal in der Eucharistie wirkt Jesus Christus aus der Fülle seiner Person, um die Menschen umzuwandeln." Catechesi tradendae 23.
  101. Ps 23,3 f EU.
  102. Ähnliches gilt für die übrigen Sakramente und die anderen Liturgiefeiern, vgl. Schlussdokument 19-22.
  103. Vgl. Arbeitspapier des Kongresses, wo solche Erfahrungen ausführlich dokumentiert sind.
  104. Vgl. Kongregation für den Klerus, Directorium Catechisticum Generale 126.
  105. Vgl. Optatam totius 2.
  106. Christus Dominus 15, verglichen mit Lumen gentium 24-27.
  107. Vgl. Kongregation für die Bischöfe, Directorium de Pastorali Ministerio Episcoporum 14-19.
  108. Vgl. Optatam totius 2.
  109. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  110. Vgl. Perfectae caritatis 23. Vgl. außerdem: Kongregation für die Bischöfe und Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Leitlinien für die gegenseitigem Beziehungen zwischen Bischöfen und Ordensleuten in der Kirche 2 1. Zitiert im folgenden: Mutuae relationes.
  111. Vgl. Mutuae relationes 18. 36-39.
  112. Vgl. Perfectae caritatis 23; Ecclesiae Sanctae 11, 43; Mutuae relationes 60-65.
  113. Perfectae caritatis 23.
  114. Presbyterorum ordinis 11; vgl. Perfectae caritatis 24; Ad gentes 39; Mutuae relationes 39.
  115. 1 Joh 5,4 EU.
  116. Vgl. Gravissimum educationis 2.
  117. Vgl. Optatam totius 2; Presbyterorum ordinis 11.
  118. Lumen gentium 29.
  119. Paul VI., Ad pascendum, Einleitung.
  120. Vgl. Orientalium ecclesiarum 17.
  121. Lumen gentium 44.
  122. Vgl. Mutuae relationes 18, 23 und 52.
  123. Johannes Paul II., Ansprache am 1. Oktober 1979.
  124. Vgl. Perfectae caritatis 20.
  125. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.
  126. Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute: Die kontemplative Dimension des Ordenslebens 24, vom 12. August 1980; vgl. Ad gentes 18 und 40.
  127. Vgl. Mutuae relationes 39. Von diesen Erfahrungen spricht das Schlussdokument unter Nr. 52.
  128. Vgl. Perfectae caritatis 24.
  129. Lumen gentium 31; vgl. Pius XII., Primo feliciter 6.
  130. Vgl. Paul VI., Beim 25. Jahrestag von "Provida mater ecclesia", am 2. Februar 1972.
  131. Vgl. Ad gentes 37.
  132. Vgl. Optatam totius 2, gegen Ende; Ad gentes 12.
  133. Vgl. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Beruf und Ausbildung der Missionare 2 und 6, Pfingsten 1970.
  134. Apg 2,42 EU.
  135. Vgl. Mutuae relationes 39 und öfter.
  136. Optatam totius 2.
  137. Ebd. 2.
  138. Über diese verantwortlichen Laien spricht das Schlussdokument besonders in den folgenden Abschnitten, wo es Familie, Schule und Verbände behandelt.
  139. Familiaris consortio 49.
  140. Ebd. 38.
  141. Vgl. Gravissimum educationis 1-3.
  142. Gaudium et spes 52; vgl. Familiaris consortio 53.
  143. Vgl. Familiaris consortio 51-64.
  144. Was Zeiten, Strukturen und die Kräfte für die Familienpastoral angeht, vgl. Familiaris consortio 65 und folgende.
  145. Sacrosanctum concilium 42.
  146. Vgl. Apostolicam actuositatem 10.
  147. Vgl. Christus Dominus 30.
  148. Vgl. ebd. 15, verglichen mit 30.
  149. Vgl. Evangelii nuntiandi 58.
  150. Apostolicam actuositatem 10.
  151. Ebd. 20.
  152. Vgl. Optatam totius 2, gegen Ende.
  153. Vgl. Apostolicam actuositatem 12.
  154. Vgl. Apostolicam actuositatem 33.
  155. Vgl. ebd. 30.
  156. Vgl. Gaudium et spes 11. Zum Ganzen vgl. Gravissimum educationis 2.
  157. Apostolicam actuositatem 12.
  158. Vgl. Apostolicam actuositatem 19.
  159. Vgl. Gravissimum educationis 1, 2 und 8.
  160. Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Die katholische Schule vom 19. März 1977. Nr. 8. 12. 34-36. 45-47. 60-63.
  161. Vgl. Lumen gentium 17; Ad gentes 12; Gaudium et spes 32. 42 und 88; Evangelii nuntiandi 64; Familiaris consortio 54; Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Beruf und Ausbildung der Missionare 2-6; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Die katholische Schule 62.
  162. Als "Erwachsenenalter" wird hier jenes Alter verstanden, in dem andere Personen gewöhnlich die heiligen Weihen empfangen oder schon empfangen haben, bzw. die ewigen Gelübde im Orden ablegen oder bereits abgelegt haben.
  163. Vgl. Joh 3,8 EU.
  164. Vgl. 1 Tim 3,1-7 EU; Tit 1,5-9 EU.
  165. Vgl. Optatam totius 3; Presbyterorum ordinis 11.
  166. Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis 19, vom 6. Januar 1970.
  167. Vgl. Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Die Ausbildung in den Säkularinstituten, Ostern 1980.
  168. Vgl. Mt 18,17 EU: "sagt es der Gemeinde"; Apg 9,6 EU: "Dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst."
  169. Vgl. Johannes Paul II., Botschaft zum XVI. Weltgebetstag für geistliche Berufe vom 29. April 1979: "Beten, rufen, antworten." "Gott kann jederzeit rufen, wen er will, und wann er will ... Für gewöhnlich jedoch bedient er sich dabei unserer selbst und unseres Wortes. Ruft daher ohne Furcht. Geht mitten unter eure Jugendlichen. Geht ihnen persönlich entgegen und ruft sie."
  170. Hier verstehen wir bei "Unterscheidung" das Charisma oder die Fähigkeit, die man durch Erfahrung und Klugheit und mit Hilfe der Gnade erworben hat, zu erkennen, ob die Motive oder Gründe eines Menschen zu einem geistlichen Beruf einen übernatürlichen Ursprung haben oder nicht. Über die komplexen Fragen zur Unterscheidung vgl. das Dictionnaire de spiritualité III, 1281-1291.
  171. Man denke an Orte, wo es nicht möglich ist, organisierte Gruppen aufzustellen. Man denke insbesondere an Berufungen von Erwachsenen, zum Diakonat und zu einem gottgeweihten Leben in der Welt.
  172. Apg 9,6 EU.
  173. Vgl. Optatam totius 2: "Unter Verwertung aller von der heutigen Psychologie zur Verfügung gestellten geeigneten Hilfsmittel."
  174. Das Arbeitspapier des Kongresses zählt verschiedene Angebote für die Begleitung auf, wie sie in verschiedenen Ortskirchen vorliegen. Das Schlussdokument beschränkt sich darauf, einige allgemeinere Elemente aufzuzeigen.
  175. Zur verschiedenen Form der spirituellen Begleitung vgl. Optatam totius 3; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis, 18; Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Renovalionis causam 4, 10-12 vom 6. Januar 1969.
  176. Vgl. Optatam totius 3. Das Konzil unterstreicht auch folgende Aspekte: väterliche Leitung durch die Vorgesetzten, denen die Eltern entsprechend hilfreich zur Seite stehen sollen, eine Lebensweise, die dem Alter, dem Geist und der Entwicklung der Heranwachsenden entspricht und voll die Grundsätze einer gesunden Psychologie wahrt, ohne eine passende Erfahrung mit den menschlichen Dingen sowie die Beziehungen zur eigenen Familie zu vernachlässigen; eine Studienordnung, die es den Alumnen gestattet, ihre Studien anderswo ohne Schaden fortzusetzen. Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis 11-17; Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Renovationis causam 4 und 10-12.
  177. Johannes Paul II., Botschaft zum XVI. Weltgebetstag für geistliche Berufe.
  178. Allgemein gesprochen, müsste ein Vorbereitungsprogramm drei Aspekte umfassen: den theologischen, den psychologisch-pädagogischen und den pastoralen.
  179. Dieses Organ hat in den verschiedenen Ortskirchen verschiedene Bezeichnungen: Zentrum, Werk, Dienst, Sekretariat, Abteilung, Amt usw. Das Schlussdokument verwendet den Ausdruck "Zentrum", weil er vielerorts verbreitet ist und auch wirklich das operative Zentrum des Werkes für geistliche Berufe meint, von dem das Konzil spricht.
  180. Vgl. Optatam totius 2, wo das Konzil Zielsetzungen und Aufgaben dieses diözesanen Organs und ähnlicher nationaler und regionaler Einrichtungen darlegt: "Die Werke zur Förderung von Berufen, die nach einschlägigen päpstlichen Dokumenten auf diözesaner, regionaler und nationaler Ebene schon errichtet sind oder errichtet werden sollen, mögen ihre ganze der Berufsförderung dienende pastorale Arbeit ... methodisch und systematisch ... durchführen." Natürlich müssen sich die verdienstvollen Werke für geistliche Berufe, die schon seit langer Zeit bestehen, den neuen Normen des Konzils angleichen. Vgl. auch Presbyterorum ordinis 11 und Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis 8-10.
  181. Vgl. Perfectae caritatis 24.
  182. Richtlinien und Erfahrungsberichte über die nationalen Zentren finden sich in den nationalen Aktionsplänen für alle geistlichen Berufungen, wie sie von den Bischofskonferenzen zahlreicher Länder veröffentlicht worden sind.
  183. Evangelii nuntiandi 45.
  184. Lk 1,37 EU.
  185. Johannes Paul II., Homilie vom 10. Mai 1981.

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