Einführung der Priesteramtskandidaten in das geistliche Leben (Wortlaut)

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Rundschreiben
Einführung der Priesteramtskandidaten in das geistliche Leben

der Kongregation für das katholische Bildungswesen
im Pontifikat von Heiligen Vaters
Johannes Paul II.
6. Januar 1980

(Quelle: Sekretariat der Deutschen Bischofkonferenz, Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 19)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


An die Hochwürdigsten Diözesanbischöfe und alle Ortsordinarien

Die Grundordnung für die Ausbildung der Priester - und in ihrer Folge die Grundordnungen, die von den Nationalen Bischofskonferenzen ausgearbeitet wurden - haben der Einführung in das geistliche Leben in den Seminarien den Platz eingeräumt, der ihr gebührt, nämlich den ersten.

Zahlreiche positive Hinweise legen inzwischen den Gedanken nahe, dass das Nachdenken auf diesem Gebiet weitergeführt und vorangetrieben werden soll und muss, um größere Erfolge zu erzielen. Auch scheint heute die geistige Einstellung der Menschen geneigt zu sein, solche Anregungen aufzunehmen, so dass wir, mit der Gnade Gottes, gute Auswirkungen davon erwarten dürfen.

Angeregt durch diese ermutigenden Zeichen will das vorliegende Rundschreiben nicht eine vollständige und systematische Darlegung bieten, sondern die Aufmerksamkeit der Seminarien auf einige ausgewählte Punkte hinlenken, bei denen gegenwärtig eine besondere Anstrengung geboten erscheint. Dabei werden wir als Schlusswort eine Initiative anregen, die von großer Tragweite für die Zukunft des Priestertums in der Kirche sein könnte.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Winke der Vorsehung

1 Das Zeichen, das wir an erster Stelle nennen möchten, weil es uns hier in der Kongregation sehr beeindruckt, ist die hervorragende Qualität der "Aktionspläne für die Weckung geistlicher Berufe", um deren Ausarbeitung wir die Bischöfe gebeten haben und die nun unerwartet schnell hier eintreffen. In ihrer geistlichen Inspiration offenbaren diese Pläne ein so zuversichtliches Klima mutigen Glaubens, dass offenbar der günstige Augenblick für weitere erfolgversprechende Initiativen gekommen ist. Wenn die diözesanen Entwürfe nur oder doch vorwiegend eine geistreiche Technik darstellten, wären sie keine Rechtfertigung für dieses Rundschreiben. Aber der Platz, den das Gebet einnimmt, das überall an erster Stelle als Voraussetzung und Seele jeder Initiative angesehen wird, ist offenbar ein Zeichen der Gnade: wir erleben eine jener "begnadeten" Stunden, in denen man großmütigen Einsatz erwarten darf.

Zunahme geistlicher Berufe

2 Nicht alles ist übrigens nur Planung und Hoffnung. Weithin steigt in der Welt die Kurve der geistlichen Berufe wieder an, eine Bestätigung, dass sich hier doch ein providentieller Vorgang vollzieht und Früchte bringt. Gewiss gibt es noch eine Anzahl von Diözesen und ganze Länder - immerhin eine Minderheit -, die nur langsam diesem Trend folgen und sogar Sorge bereiten. Aber es ist beachtlich: dort, wo diese Aufwärtsbewegung sich behauptet und besonders, wo sie sich ganz unerwartet und kraftvoll zeigt, findet man häufig folgende Erklärung von seiten der Bischöfe: vor allem der Erneuerung des geistlichen Lebens in den Seminarien ist dieser Anstieg zuzuschreiben. Diese Erneuerung wird gesucht und vollzieht sich unter verschiedenen Formen, aber immer sind ihr einige Punkte gemeinsam, auf die wir zurückkommen müssen, um aus dieser Erfahrung zu lernen und Wege zum weiteren Vorankommen ausfindig zu machen.

Der Ruf nach dem Gebet

3 Eine andere Überlegung verdient noch Beachtung. Alle Welt ist sich heute darüber einig: fast überall in der Kirche und sogar außerhalb der Kirche ist eine Sehnsucht und ein "Ruf nach dem Gebet" festzustellen. Nicht mehr zu zählen sind die "Zentren", wo man eine Einführung in das Gebet sucht, wo man sich in dieser Absicht trifft, wo man einen "Lehrer des Gebetes" zu finden hofft. Dafür scheut man auch vor weiten Reisen nicht zurück, wobei man sich fast sicher in Gefahr begibt, Irrwege zu gehen und enttäuscht zu werden. Es muss nur von irgendwoher eine Methode vorgelegt werden, und schon finden sich Schüler ein, die bereit sind, sie auszuprobieren. Aber wie immer es dabei um die Befähigung dieser Geister bestellt sein mag, welche Irrtümer und Misserfolge es dabei geben mag, der Ruf nach dem Gebet ist vorhanden, und zwar in breiter Front und aus einem tiefen Verlangen heraus. Und in mancherlei Formen hat er bereits Antwort erhalten. Aber gibt man sich genügend Rechenschaft über Größe und Umfang dieses Bedürfnisses, über die ungewöhnliche Chance, die sich hier der Kirche bietet für das Wachstum des Glaubens? Voraussetzung ist freilich, dass man unter den Priestern wahre "Lehrmeister des Gebetes" finden kann, die sicher in der Tradition verwurzelt sind, die selber aus einer tiefen religiösen Erfahrung heraus leben und fähig sind, verständige und kluge "Seelenführer" zu sein in der Linie der großen Vorbilder und mit einem feinen Gespür für die Bedürfnisse unserer Zeit. Es handelt sich um mehr als um die richtige Einschätzung und Beurteilung solcher Bewegungen, die oft noch unbestimmt und vieldeutig sind von ihrem Ursprung her; es geht vielmehr darum, die Priester fähig zu machen, eine wirksame Antwort auf den Anruf zu geben, den Gott hier an die Seinen richtet.

Geistliches Erwachen in der Kirche

4 Muss man nicht auch dem gesamten Zusammenhang des kirchlichen Lebens eine eigene Bedeutung zumessen? Muss man nicht bedenken, dass die Kirche eine ganze Reihe eindrucksvoller Ereignisse durchlebt, deren geistliche Dichte die öffentlichen Meinungsmacher verwirrt und ratlos gemacht hat angesichts des offenbaren Eingreifens einer höheren Macht in rein menschliche Vorgänge? Wer hat sich nicht ergriffen und zum Nachdenken genötigt gefühlt angesichts der überwältigenden Großartigkeit der Begräbnisfeier Pauls VI., deren die ganze Welt Zeuge sein konnte dank den modernen Medien? Wer musste nicht mindestens "außergewöhnliche Ereignisse" erkennen in den erstaunlich schnellen und einmütigen Konklaven, die darauf folgten, und schließlich in dem Erscheinen eines Papstes, der "aus der Ferne kam", dessen Schlichtheit und ungebrochene Gläubigkeit sofort das Herz der Gläubigen eroberte? Man möchte denken, dass die Führung der Kirche durch eine solche Persönlichkeit - am Ende der nachkonziliaren Stürme - ein einmaliger Ansporn für die Erweckung von neuen Priestern ist, die vom gleichen Glaubensgeist beseelt sind und ihn ebenfalls aus der Quelle des Gebetes schöpfen.

Die junge Generation

5 Es wäre festzustellen, wie weit sich die junge Generation mit der gegenwärtigen Situation solidarisiert, von der hier die Rede ist. Die Jugendlichen halten Ausschau nach Christus, sie erwarten, dass er ihnen vorgestellt wird und dass sie angeregt werden, ein persönliches Verhältnis mit ihm aufzunehmen. Sie sind bereit, die Priester anzunehmen, die sich dazu fähig erweisen. Sie würden sich in großer Zahl begeistert für diese Aufgabe anbieten; unsere Seminarien müssen also ihren Erwartungen entsprechen; die Zukunft der Kirche entscheidet sich in der gegenwärtigen Stunde vor allem in der Einübung der zukünftigen Priester in das geistliche Leben.

6 In der Seele der Jugendlichen von heute äußert sich das religiöse Bedürfnis allgemein und ganz natürlich in der Form eines unruhigen Suchens nach dem Sinn des Lebens, den ihnen die umgebende Welt nicht anbietet. Sic lässt sie angesichts des Lebens ohne eine Antwort, die diesem Lehen einen Sinn gehen könnte. Wir wissen aus dem Glauben, dass der wahre Sinn des Lebens Christus ist, und sonst nichts und niemand. Der junge Mann, der nach dem Priestertum strebt, hat angefangen, das zu begreifen: er weiß, dass andere Menschen dies schon ahnen und mehr oder weniger deutlich schon den Namen Christus aussprechen; er möchte ihnen Christus in seiner vollen Wahrheit nahe bringen, und er erwartet vom Seminar, dass es ihn dazu fähig macht.

Christus das Ideal des Priesterkandidaten

7 Keine andere Lebensstufe als die Jugend ist empfindsamer für die geistliche Leere, die es auszufüllen gilt. Aber auch nirgends sonst sind mehr verzweifelte Lösungsversuche zu befürchten: die Zugkraft trügerischer Ideologien, die traumhaften Verheißungen flüchtiger Erfahrungen wie die der Droge, die Ablehnung jeder Art von Zwang, sei es im moralischen, familiären oder sozialen Bereich; und als äußerste Grenze: der radikale Verzicht auf das Weiterleben. Wer dieser Generation Christus als einzig wahre Antwort auf alle Fragen nahe bringen will, muss selber darin gefestigt sein und in Christus nicht nur Erleuchtung, sondern auch Kraft gefunden haben: den wahren Sinn des Lebens, das echte Vorbild edler Menschlichkeit, den Retter, mit dem man Gemeinschaft haben und dem man "Hilfsdienste" leisten muss, wie es die heilige Theresia von Avila gerne ausdrückt.

8 Genau von daher bestimmt sich die wesentliche Aufgabe des Seminars und aller Lehrer, die die künftigen Priester für die kommende Generation auszubilden haben.

9 Christus: auf ihn hat die Gnade den Blick des jungen Mannes gelenkt, der sich nach dem Priestertum Christi sehnt. Christus ist es, dem er bereits sein Herz verschrieben hat in einer hochgemuten Bereitschaft, die noch nicht alle Anforderungen kennt, welche die Ausbildung stellen wird, aber die schon im voraus zu allen Opfern Ja sagt. Der künftige Priester weiß bereits, dass er alles zu geben hat, und im Grunde seiner Seele gibt er bereits alles.

10 Christus: alle Veranstaltungen im Leben des Seminars haben keinen anderen Zweck, als diese Anfangsgnade sich voll entwickeln zu lassen, nach dem Maß, wie sie jedem verliehen wird. Das Herz des zukünftigen Priesters muss sich frei machen von allem, was in seiner Natur und seinen Neigungen das Wachsen seiner Liebe zu Christus behindern könnte. Alle Anlagen und Kräfte seiner Natur müssen für den Dienst an diesem Ziel mobilisiert werden. Dieser Christus muss immer mehr erkannt, gesucht und geliebt werden durch die Studien, durch persönliche Opfer und Siege über sich selbst, durch die allmähliche Aneignung der Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Starkmut, Mäßigkeit und Klugheit. Dieser Christus muss ständig betrachtet werden mit ausdauernder Geduld und inniger Hingabe, damit sich allmählich, nach dem wunderbaren Bild des heiligen Paulus (vgl. 1 Kor 3, 18), das Antlitz Christi dem, der an ihn glaubt, einprägen kann. Dieser Christus, der sich unablässig dem Vater für das Heil der Welt darbringt in dem Mysterium, dessen Diener an erster Stelle der Priester ist, dieser Christus muss es sein, von dem er nicht mehr schweigen kann und dessen Reich, durch die Kraft des Heiligen Geistes und zur Verherrlichung des Vaters, zum Leitmotiv und Lebensinhalt des künftigen Priesters geworden ist.

Richtlinien

Vier Leitgedanken

11 Wir glauben, für die Einübung der künftigen Priester ins geistliche Leben vier Leitgedanken hervorheben zu müssen, die sich heute als besonders dringend nahe legen; es gilt nämlich:

12 1. Priester heranzubilden, für die das Wort Gottes etwas so Kostbares ist, dass sie es mit inniger Liebe in ihr Herz aufnehmen; denn dieses Wort ist nichts anderes als Christus selbst. Deshalb muss zuallererst der Sinn für die echte innerliche Stille gepflegt werden. Es ist nicht leicht, sich diese Haltung anzueignen: "Christus finden", wie der heilige Ignatius von Loyola sagt, kann man nicht ohne eine längere geduldige und zielbewusste Anstrengung. Es ist der Weg des Gebetes: diesen muss man hoch schätzen und lieben und trotz aller Ablenkungen und Hindernisse anstreben. Der künftige Priester muss aufgrund eigener Erfahrungen ein "Lehrer des Gebetes" für diejenigen werden, die zu ihm kommen oder denen er nachgeht, und für alle, die heute in Gefahr sind, falschen Propheten zum Opfer zu fallen.

13 2. Priester heranzubilden, die, erleuchtet durch dieses Wort Gottes, es in höchster Form im Paschamysterium ausgedrückt sehen, dessen Diener sie sein werden, und die deshalb zur Teilnahme am Geheimnis des Todes, und der Auferstehung Christi herangeführt werden müssen. Denn hier ist Christus wirklich der "Erlöser". Wenn das Bild Christi nicht mehr das des "Gekreuzigten" ist, dann ist es nicht mehr Er selber, wie der heilige Paulus mit besonderem Nachdruck betont (vgl. I Kor 1,23; 2, 2): Nun ist es aber der Priester, der in der Eucharistiefeier das Opfer Christi gegenwärtig macht und das christliche Volk zur aktiven Teilnahme um den Opferaltar versammelt. Man kann daher ohne Zögern und ohne Übertreibung sagen: das Leben eines Seminars lässt sich beurteilen nach dem Verständnis dieses Geheimnis und nach dem persönlichen Verstandesbewusstsein für die Teilnahme der Gläubigen, das es dem zukünftigen Priester zu vermitteln imstande ist.

14 3. Priester heranzubilden, die auch vor der Askese nicht zurückschrecken, welche die Gemeinschaft mit Christus verlangt und die sich insbesondere in einem aufrichtigen Gehorsam nach dem Vorbild Christi bekundet. Zu diesem Zweck muss das Seminar den Sinn für die Buße wecken, der Buße als Sakrament und ebenso als Bußgesinnung, die für das Leben in Christus unentbehrlich ist; sie besteht darin: dass man nicht nur in schönen Worten an diesem Geheimnis teilnimmt, sondern auch seinen eigenen Anteil am Leiden nicht verweigert und Christus im Kreuztragen nachfolgt. Ferner gilt es, sich die Tugenden anzueignen, die das Grundgerüst im sittlichen Leben des Christen ausmachen und ihn befähigen, den guten Kampf zu bestehen, wie es Paulus im Bild vom Stadion nahe legt (vgl. 1 Ko,9, 24).

15 Ein Seminar, das den künftigen Priester im unklaren lässt über die Kämpfe, die ihn erwarten, und die Aszese, die notwendig ist, um seine Treueverpflichtung und die Erwartung der Gläubigen zu erfüllen, würde seiner Aufgabe nicht gerecht werden.

16 4. Das Seminar zu einer Schule inniger Liebe zu der Frau zu machen, welche "die Mutter Jesu" ist und die uns Christus am Kreuze zur Mutter gegeben hat. Hier geht es also nicht darum, der geistlichen Ausbildung im Seminar bloß eine Komponente hinzuzufügen, die besonders das Gefühl anspricht; die Freude am Gebet zur seligsten Jungfrau, das Vertrauen auf ihre Fürbitte und die Aneignung fester religiöser Gewohnheiten in dieser Hinsicht müssen vielmehr als unentbehrlicher Bestandteil in das Erziehungsprogramm des Seminars aufgenommen werden.

Über jeden dieser vier Punkte werden wir im folgenden einige Überlegungen anstellen.

Christus - Das Wort Gottes

Die innere Stille

17 Der zukünftige Priester muss sich die Fähigkeit erworben haben, das "Verbum Dei", das Wort Gottes zu hören und zu verstehen.

18 Es erübrigt sich, auf die offenkundige Sehnsucht nach innerer Stille, bei Christen und Nichtchristen, hinzuweisen. Man denke nur an die Gruppen die sich in dieser Absicht zusammenschließen, an die "Meditationszentren", die überall errichtet werden, an die oft recht planlosen Versuche mit Personen in Kontakt zu treten, die man im Besitz eines besonderen „Geheimnisses" glaubt, an das Interesse für Formeln und Formen, die mehr oder weniger von Asien her angeregt sind, u. ä.

19 Ohne diese Bestrebungen näher zu beschreiben oder über sie zu urteilen, stellen wir das Vorhandensein einer großen Sehnsucht nach Stille fest und ziehen daraus. die Folgerungen, die unsere künftigen Priester angehen. Vor allem müssen sie diese innere Stille selber erfahren und sich ihren Sinn und Gehalt angeeignet haben, um fähig zu werden, sie andern mitzuteilen.

20 Zuerst müssen die Priesterkandidaten eine genaue Vorstellung von dieser Stille haben und wissen, worin sie besteht. Sicher darf man sie nicht mit einer äußeren Stille verwechseln, mit der sie im übrigen bis zu einem gewissen Grad untrennbar verbunden ist, wie wir noch sehen werden.

21 Aber es gibt schlimmere Verwechslungen, auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Viele sind ihnen ausgesetzt, wenn sie von asiatischen oder anderen Formen von Mystik Anregungen suchen. Die christliche Mystik hat kein anderes Ziel, als einen Weg zur Christusbegegnung zu erschließen, Christus als persönliches Gegenüber zu erfahren und einen beständigen Dialog mit ihm zu führen. Die echte innere Stille, wie sie besonders der heilige Johannes vom Kreuz so gut beschreibt, hat ihren Ursprung und ihr Ziel in Christus. Sie ist die Frucht des gelebten Glaubens und der Liebe. Sie ist ein Sich-Gott-Anheimgeben und Sich-von-Gott-abhängig-Wissen und ist in sich betrachtet "nichts Gefühlsmäßiges und Außerordentliches" (heiliger Ludwig Maria Grignion von Montfort). Sie ist eine seelische Grundhaltung, die darin besteht, dass man alles von Gott erwartet und ganz Gott zugewandt ist. Sie ist nicht notwendig verbunden mit einer bestimmten Körperhaltung und schon gar nicht mit einer innerlichen und fühlbaren Offenbarung des Heiligen Geistes. Das Seminar muss den künftigen Priester anregen, diese Grundhaltung selber zu entdecken und anzunehmen, indem man ihn vertraut macht mit der Unterweisung anerkannter Lehrer des geistlichen Lebens und mit der gelebten Praxis der Kirche in ihrem offiziellen Gebet.

Die Kunst des Betens

22 Um zu ihr zu gelangen, muss man die entsprechenden Mittel anwenden. Es handelt sich hier um eine langsame und schwierige Erziehung, denn sie macht den Menschen frei von den Zwängen der inneren Mechanismen und von den Verlockungen der Welt. Ohne über die da und dort vorgeschlagenen Methoden leichthin ein Urteil zu fällen, müssen wir sagen, dass in unserem Ausbildungsweg Misstrauen angebracht ist gegen die "schnellen Mittel", die zu viel und zu rasch Erfolge versprechen, vom eigentlichen Ziel ablenken und falsche Bedürfnisse schaffen mit der Vorspiegelung nahezu automatischer und trügerischer Ergebnisse: eine gewisse menschliche Begeisterung, aufgefasst als seelisch-geistliches Wohlbefinden; eine gewaltsame körperliche Anstrengung, die nur eine seelische Leere zurücklässt; eine bezaubernde Musik u. ä, Die Schule des Glaubens ist mühsam, und gerade darum geht es uns hier, Die echten Mittel heißen: ständiger Umgang mit bewährten Meistern; geduldige Pflege des Gebetes; und vor allem das offizielle Gebet der Kirche, das man in seiner ganzen Breite und Tiefe kennen lernen soll, Ferner soll zur Beratung ein Seelenführer bereitstehen, eine Aufgabe, die der künftige Priester morgen selber zu erfüllen hat. Auch darf dieser Aspekt des Glaubenslebens, der in der Tat grundlegend ist, nicht von allen anderen Bereichen einer Ausbildung getrennt werden, deren letzter Maßstab sein muss ein lebendiger "Glaube, der in der Liebe wirksam ist" (Gal 5, 6).

Die geistlichen Lehrmeister

23 Geistliche Lehrer haben der Kirche gottlob nie gefehlt, Ihre anerkannte persönliche Heiligkeit und die erstaunliche Fruchtbarkeit ihres Wirkens sind für uns Einladung und Ermutigung. Es sind "Heilige", die Generationen von Heiligen herangebildet haben, Ihr Name lebt im Gedächtnis aller, aber wie viele der künftigen Priester haben sie vor dem Verlassen des Seminars zu Rate gezogen? Wie viele haben sich im Umgang mit ihnen ein Gespür für das gesunde geistliche Klima erwerben können, den Geschmack an der Welt Gottes und an der inneren Stille, die nicht täuscht und empfindsam macht für falsche Töne? Jedes Seminar muss hier ein festes Programm verfolgen und die Alumnen dazu erziehen, die großen, wirklich "klassischen" geistlichen Autoren zu lesen und zu "verkosten". Diese geistlichen Lesestoffe brauchen nicht die einzigen zu sein, aber sie müssen an erster Stelle stehen und sind unerlässlich.

Die Einübung ins Beten

24 In diesem Zusammenhang ist es notwendig, eine Anleitung zum Beten zu geben: zu helfen bei der Überwindung der oft mühevollen und entmutigenden Anfangschwierigkeiten, Sich auch nicht scheuen, konkrete Regeln anzugeben, in aller Bescheidung die Anwendung einer bestimmten Methode zu empfehlen und auf ihre praktische Ausführung zu achten. Wenn man, je nach den Umständen, das gemeinsame Gebet nicht für möglich oder fruchtbar hält, muss man wenigstens eine Zeit für das persönliche Gebet festlegen und darauf achten, dass sie gewissenhaft eingehalten wird. Zu meiden sind allzu abstrakte Vorbereitungen. Allem anderen ist das Evangelium vorzuziehen, unter ständigem Hinweis auf das Ziel: "Christus suchen"'; "alles von ihm erwarten"'; nicht eine schöne; Idee schon als gutes Ergebnis ansehen; "besser verstehen, was man schon weiß"; "sieh vertiefen, nicht bloß anreichern'" Das alles zeitigt fruchtbare Auswirkungen auf den verschiedensten Ebenen und Linien des Betens, vom einfachen Hören zum Bitten, von der stummen Anbetung zum Lob usw. Diese Dinge muss der Seelenführer dem Anfänger immer wieder in Erinnerung rufen, damit er nicht vom Wege abkommt und seine Fortschritte genau beurteilen kann.

Das Gebet der Kirche

25 Nichts jedoch ist so wichtig und entscheidend wie die ständige, sich vertiefende und möglichst umfassende Teilnahme am Gebet der Kirche. Darunter ist vor allem zu verstehen die Fier der Eucharistie und der sie einleitende Wortgottesdienst (wir werden darauf noch zurückkommen), wie auch die „Feier des Stundengebetes“. Das Gebet der Kirche nährt sich vom Gebet der Psalmen. Die Kirche empfängt dort von Gott selbst die "inspirierten" Gebetsworte: sie sind gleichsam das Gefäß, in dem sie die menschlichen Gedanken und Gefühle auffängt und zum Ausdruck bringt. Es ist der Heilige Geist selbst, der mittels der Psalmen uns die Gebetsworte eingibt und das Herz formt. Auf diese Weise hat Jesus gebetet, wie es die Passion bezeugt; auf diese Weise hat Maria gebetet, wie es das Magnifikat beweist. Kein Gebet wie dieses, wenn es schlicht, verständig und möglichst vollkommen verrichtet wird, vom einzelnen in der Stille oder noch besser gemeinschaftlich, ist so geeignet, die innere Stille zu schaffen, die man sucht und die, wenn sie echt ist, von Gott kommt.

Die äußere Stille

26 Es ist nicht so, dass die äußere Stille! hier ohne Bedeutung oder Nutzen wäre. Wenn die innere Stille da ist, erfordert und verlangt sie die äußere und führt sie sogar herbei. Und umgekehrt fördert die äußere Stille auch die innere. Ein Seminar, das erfahrene Lehrer des Gebetes ausbilden will, bedarf der äußeren Stille: die Hausordnung muss von Anfang an dafür sorgen. Wenn man allerdings noch keine Ahnung hat, woher ein solches Schweigen kommt und wohin es führen soll, wird es sinnlos erscheinen und nur ungern angenommen werden. Wenn sich dagegen die innere Stille festigt und vertieft, macht sich das Bedürfnis nach äußerer Stille immer dringender und gebieterischer bemerkbar. Man kann ohne Zögern sagen: in einem Seminar, wo keine äußere Stille herrscht, ist auch keine innere Stille, keine echte Sammlung vorhanden.

Das allgemeine Klima

27 Es ist klar, dass diese Einübung ins Gebet verschiedene Bedingungen voraussetzt und bestimmte Ansprüche stellt. Aber wie kann man sich dem entliehen, ohne eine erneute Pflicht zu verletzen? Wir sagten es schon, die Erziehung zum Gebet lässt sich nicht von der allgemeinen Erziehung abtrennen. Sie kann nicht ein geschlossener Bereich für sich bleiben, sie muss sich verbinden mit einem Leben gegenseitiger Liebe, mit dem unaufhörlichen Suchen nach Christus auf dem Weg des Studiums, des unmittelbaren oder baldigen Dienstes am Reiche Gottes In der Kirche, obgleich dabei die Erziehung zum Gebet noch besonderer Bedingungen stellt. Aber vor allem muss die Erziehung zur inneren Stille das Ziel einer dauernden und gemeinsamen Anstrengung aller im Seminar Verantwortlichen sein: des Regens, des Spirituals bis hin zu jedem der Professoren. Wenn diese Kette eine Unterbrechung erfährt, gelingt die Erziehung nicht; wenn sich nicht jeder im Gewissen und in der Wirklichkeit dafür verantwortlich fühlt, wenn man nicht willens ist, dieses Anliegen zum Gegenstand ständiger gemeinsamer Überlegungen zu machen, verlieren die besten Mittel ihre Kraft mangels eines gesunden tragkräftigen Milieus.

Das Wort vom Kreuz: Das Erlösungsopfer

Das Opfer als Sakrament

28 Das Gebet der Kirche erreicht seinen Höhepunkt in der Liturgie der Eucharistie: sie ist nach dem Wort der Konzilskonstitution über die Heilige Liturgie (vgl. Nr. 10) "Gipfel und Quelle" auch ihres Betens. In der Tat ist die Eucharistie nichts anderes als das Opfer des Herrn selbst, dargebracht unter Beteiligung der Gemeinschaft der Getauften. Der mächtige Impuls, der von Pius X. ausging, ist weithin fruchtbar geworden und das II. Vatikanische Konzil hat ihn aufgenommen und verstärkt. Die künftigen Priester müssen imstande sein, ihn in seiner ganzen Tiefe zu begreifen und in den rechten Bahnen weiterzuführen. Das verlangt heute eine starke Hand, ein ausgeprägtes und sicheres theologisches Gespür, eine unbedingte Treue zu den Vorschriften der Kirche, eine tiefe und ständig erneuerte Erfahrung.

29 Die Eucharistie ist "das Sakrament des Erlösungsopfers". Die Theologie hat nicht aufgehört, dieses Sakrament zu erforschen, aus dem die Kirche ihr Leben schöpft und nährt. Die Fülle dieses Geheimnisses ist so überwältigend, dass der menschliche Geist Mühe hat, es zu ertragen: bald ist er versucht, es zu reduzieren, um es in den Rahmen unserer Vernunft einzuordnen, bald neigt er dazu, einen Aspekt über Gebühr zu betonen auf Kosten anderer, d. h. auf die Gefahr hin, das Gebäude des Glaubens aus dem Gleichgewicht zu bringen. Deshalb muss im Seminar die theologische Lehre über dieses Mysterium mit äußerster Sorgfalt dargelegt und immer wieder in Erinnerung gebracht werden. Kein Aspekt darf dem anderen geopfert werden: die Unterweisung des Konzils von Trient über die Wirklichkeit des Opfers in ihrer ganzen Aussagekraft festgehalten werden, und nicht weniger die „Realpräsenz“; der Aspekt der brüderlichen Gemeinschaft, so tief man ihn auch verstehen kann und soll, darf dem wesentlichen Gedanken keinen Eintrag tun, nämlich dem des Opfers Christi, ohne den das eucharistische Mahl seinen Sinn verlieren würde. Man muss um die Einseitigkeiten wissen, die sich heute in diesen Punkten bemerkbar machen und auf die die Priester ein wachsames Auge haben müssen. Kein pastoraler Versuch in diesem Bereich, der sich nicht auf die gesunde Lehre stützt, kann sich letztlich nutzbringend auswirken.

Die eucharistische Anbetung

30 Der Glaube an die Eucharistie hat sich im Laufe der Jahrhunderte notwendigerweise zu einem Kult ausgeweitet, der über das liturgische Opfer hinausgeht und es dem Beter ermöglicht, sich längere Zeit in dankbarer Liebe Christus zuzuwenden, der sich in der „Hostie" für uns opfert und sakramental auch über die Messe hinaus gegenwärtig bleibt, nicht zuletzt um „Wegzehrung" für die Sterbenden zu sein. Die kontinuierliche Entwicklung des Kultes der eucharistischen Anbetung ist eine der wunderbarsten Erfahrungen der Kirche: das einzigartige Aufblühen der Heiligkeit in der Kirche, die hier seine Quelle hat, die große Zahl ganzer Gemeinschaften, die sich ausdrücklich dieser Anbetung widmen, sind geradezu eine Garantie für die Echtheit dieser Bewegung; ein Bruder Charles de Foucauld, allein in der Wüste mit der Eucharistie, und in der Kirche fortwirkend durch seine "Kleinen Brüder" und "Kleinen Schwestern", ist dafür das augenfälligste Zeugnis unserer Zeit. Ein Priester, der keine Beziehung zur eucharistischen Verehrung hätte und an der Anbetung nicht Freude fände und nicht das Bestreben hat, sie zu fördern, begeht an der Eucharistie Verrat und verwehrt den Gläubigen den Zugang zu diesem unvergleichlichen Schatz.

Das Priestertum

31 Hier fügt sich ganz natürlich die Lehre vom Priestertum ein. Die besondere Aufmerksamkeit, die man der Theologie der kirchlichen Dienste widmet, darf nicht die Lehre vom priesterlichen Dienstamt in Frage stellen, dem in der Kirche sein fester Platz zugewiesen ist, besonders durch das Konzil von Trient. Kleriker und Laien haben in der Kirche eine komplementäre Sendung: eine ergänzt die andere. Die Entfaltung der Laiendienste verändert nicht den besonderen Charakter des Amtspriestertums. Weit entfernt, den Sinn und die Bedeutung des Wortes Gottes zu beeinträchtigen, verleiht ihm die Einbindung in die Eucharistie einen sakralen Charakter. In der Person des Priesters sind untrennbar die beiden Aspekte vereinigt, unter denen uns die Speise vom Himmel gegeben ist, jene zwei Aspekte, deren wurzelhafte Verknüpfung die große Rede von Kapharnaum (vgl. Joh Kap. 6) so sehr hervorhebt. Der Priester ist dazu da, unter diesen beiden sakramentalen Formen, dem Zeichen des Wortes und dem Zeichen des Brotes, jenes Brot des ewigen Lebens zu bereiten und auszuteilen, das Christus selber ist.

32 Aber sogar auf seinem eigensten Gebiet kann das Amtspriestertum Hilfe nötig haben. Wie immer die Hilfeleistungen von seiten der Laien sein mögen, die Kirche als rechtmäßig anerkennt, besonders in dringenden Notfällen, der Priester kann die ihm zustehende wesentliche Verantwortung nicht verlieren oder abtreten: wenn ein Laie zum Predigen eingeladen wird, bleibt der Priester für die Auswahl und die Lehre dieses Mitarbeiters verantwortlich, der nicht ohne weiteres beauftragt werden kann: ähnliches gilt, wenn der Priester jemand mit der Austeilung der Eucharistie beauftragt. Deshalb muss das Seminar äußerste Sorgfalt auf die Einrichtungen verwenden, welche die Kirche getroffen hat, um den künftigen Priestern die besondere Bedeutung ihrer Sendung zum Bewusstsein zu bringen. Die beiden liturgischen Einrichtungen, einst niedere Weihen genannt, das Lektorat und Akolythat, sind in ihrer heutigen bescheidenen Form nicht weniger wichtig und unentbehrlich. Sollte man sie unter Verkennung ihres Wertes z. B. auf einmal übertragen, würde man ihr Ansehen mindern und sich eines übernatürlichen pädagogischen Hilfsmittels auf diesem wichtigen Gebiet berauben. Man lese den bewegenden Brief des heiligen Cyprian (vgl. Ep. XXXVIII, ed. Can. Bayard, Paris 1925, S. 96-97), wo er zum Amt des Lektors einen jungen Mann beruft, der sich dafür würdig erwies, indem er das Risiko eines realen Martyriums auf sich nahm; der heilige Cyprian stellt dieses Amt als notwendige und wertvolle Vorbereitung auf eine höhere Verantwortung dar, nämlich auf das Priestertum.

Die Anordnungen der Kirche

33 Die rechte Auffassung von der Eucharistie lässt auch die Anordnungen der Kirche auf diesem Gebiet besser verstehen und treu befolgen. Man spricht heute oft von "Kreativität". Eine solche ist nur möglich im Rahmen der von der Kirche getroffenen Regelungen. Die Anordnungen der Kirche über das Gebet müssen in demselben Geist des Gehorsams aufgenommen werden wie die über den Glauben: nach der klassischen Formel besteht zwischen dem Gesetz des Betens und dem Gesetz des Glaubens, der "lex orandi" und der "lex credendi" ein Verhältnis der gegenseitigen Entsprechung und Durchdringung. Die Anordnungen der Kirche stützen sich auf grundlegende Werte, die der einzelne Seelsorger nicht aus dem Blick verlieren kann, auch wenn ihn echte pastorale Anliegen bewegen. So kommt es dazu, dass der Glaube aus dem Gleichgewicht gerät. Und das kann Unstimmigkeiten verursachen und sogar schmerzliche Absplitterungen zur Folge haben. Der entscheidende Bezugspunkt ist das II. Vatikanische Konzil. Es ist hinreichend bewiesen, dass die konziliaren Richtlinien, wenn sie treu befolgt werden, das christliche Volk nicht vor den Kopf stoßen; dieses wehrt sich nur gegen willkürliche Praktiken und Exzesse. Zum Beispiel ist das II. Vatikanische Konzil weit davon entfernt, das Latein aufzugeben oder zu verbieten, im Gegenteil: seine systematische Abschaffung ist ein Missbrauch, der ebenso zu missbilligen ist wie der engherzige Wille einiger Leute, die ausschließlich das Latein gelten lassen wollen. Sein plötzliches Verschwinden hat auch bedenkliche pastorale Folgen; nur allmählich kann das "Wort Gottes", dem allgemeinen Wohl zuliebe, sich in die Sprache des Alltags kleiden und so der Gefahr entgehen, im Bewusstsein der Gläubigen mit "Menschenwort" verwechselt zu werden (vgl. 1 Thess 2, 13). Hier ist eine Erziehung notwendig. Gerade deshalb muss das Seminar dem künftigen Priester die Gefahr die in solchen Einseitigkeiten liegt, einsichtig machen und ihn anleiten, hierin der Kirche willig, ja freudig zu gehorchen. Es gibt genug Spielraum für persönliche Initiativen im Rahmen der anerkannten Richtlinien.

Christus das Brot des Lebens: Wort und Eucharistie

34 Die Jünger von Emmaus spürten. wie ihr Herz brannte (vgl. Lk 24, 32), als ihnen auf dem Weg von dem geheimnisvollen Wanderer die Schrift aufgeschlossen wurde. Aber zu seiner vollen Erkenntnis wurden sie erst beim "Brotbrechen" geführt. Die Kirche legt in jeder heiligen Messe den gleichen Weg zurück. Durch seinen Heiligen Geist erklärt Christus den Seinen die Schrift, um sie auf die Teilnahme am Mahl vorzubereiten das seine Hände bereitet haben. Die tiefe Einheit zwischen dem Wort Gottes, das nunmehr so reichlich in der Liturgie angeboten wird, und der Eucharistie selbst muss von den zukünftigen Priestern immer tiefer erfahren werden. Es handelt sich in Wahrheit gar nicht um zwei getrennte „Tische“: der eine führt zum anderen, genauso wie die Offenbarungsrede im Kap. 6 bei Joh vom Brot des Wortes aufsteigt zum Brot der Eucharistie. Das ganze Evangelium des Johannes ist auf diese "Stunde" Christi ausgerichtet, die ihm so oft vor Augen schwebt. Die ganze Unterweisung des Herrn zielt auf das Verständnis des Paschamysteriums. In der Tat: „dafür war er gekommen". Die Liturgie des Wortes ist Vorbereitung auf das Opfer. In dieser Liturgie des Wortes, die der Eucharistie vorausgeht, erhält das Wort seinen ganzen Sinn und seine lebendige Fülle durch den formellen Zusammenhang mit der Eucharistie. Auch die vom Konzil vorgesehenen „Wortgottesdienste" sollen möglichst deutlich diesen Bezug zur Eucharistie zum Ausdruck bringen Auf jeden Fall erhält das Gebetsleben des zukünftigen Priesters aus dieser doppelten Quelle seine kostbarsten Impulse, die sein ganzes geistliches Leben befruchten.

Priesterliche Haltung

35 Die Verehrung der Eucharistie ist in der Tat der Massastab, nach dem man das geistliche Klima eines Seminars beurteilen kann. Von dieser geistlichen Haltung her müsste sich auch das Bedürfnis nach einer angemessenen "priesterlichen Kleidung" wieder mehr festigen, die man heute weitgehend preisgibt, sehr zum Nachteil der Seelsorge, der man doch dienen will.

36 Papst Johannes Paul II. hat schon mehrmals darauf angespielt und für den Priester die Notwendigkeit betont, den Menschen als der zu erscheinen, der er ist: als einer von ihnen, Mensch unter Menschen, gewiss, aber auch als einer, der einen besonderen Auftrag an die Christen und an die Welt hat und sich daher auch äußerlich als solchen zu erkennen gibt. Das kann geschehen durch eine den heutigen Verhältnissen angepasste würdige Kleidung, die, wenn auch nicht auffällig, so doch deutlich den Priester erkennen lässt. Dies ist besonders wichtig in der praktischen Seelsorge bei der Sakramentenspendung (Beichte, Krankensakramente, Kommunionausteilung), weil sonst diese "Sakramente des Glaubens" im Bewusstsein der Gläubigen und auch des Priesters selbst an Achtung verlieren würden. Auf jeden Fall sind die Vorschriften zu beachten, die, vor allem bei der heiligen Eucharistie, ausdrücklich liturgische Gewänder verlangen. Der heutige "Abwärtstrend" ist fatal im doppelten Sinn des Wortes: er setzt sich fast zwangsläufig fort und ist ungut in seinen pastoralen Auswirkungen. Das Seminar hat angesichts dieser Folgen nicht das Recht, hier nachlässig und nachgiebig zu sein. Es muss den Mut haben, zu reden, sich zu erklären und Forderungen zu stellen.

Das Wort vom Kreuz: die geistlichen Opfer

37 Ein wichtiger Platz ist, neben der Eucharistie, auch der 8uße einzuräumen. Diesen Namen hat man einem Sakrament gegeben, aber man muss ihn offenbar auf das ganze priesterliche Leben ausdehnen; denn dieses ist als eine ständige Bemühung zu verstehen, sich Christus. dem Erlöser anzuschließen und persönlich und tatkräftig an seiner Passion teilzunehmen. Der Priester muss für die anderen, wie ein „Lehrmeister des Gebetes“, so auch ein „Lehrmeister der Buße“ werden.

Vorbereitung zur Buße

38 Das Konzil hat das Sakrament der Buße keineswegs in den Schatten stellen wollen. Wenn durch die Praxis der letzten Jahre der Eindruck dieser Absicht entstanden ist, so deshalb, weil man da. Konzil gründlich missverstanden hat. Die "Bußandachten" waren nicht dazu bestimmt, das Bußsakrament schrittweise abzuschaffen zugunsten einer sog. allgemeinen Buße, was noch dazu fälschlich als Rückkehr zu den Quellen etikettiert wurde. Die öffentliche Buße der ersten Jahrhunderte betraf eine kleine Zahl ganz bestimmter Sünder, die bekannt waren und sich schon länger in "privatem" Kontakt mit dem Bischof befanden. Die sog. "öffentliche" Buße sollte einen Pönitenten in die Öffentlichkeit einführen, dessen Bußweg bis dahin privat gewesen war. Was hat denn dieser alte Ritus gemeinsam mit einer Lossprechung, die in ein unbestimmtes Publikum hineingesprochen wird, von dem man nichts weiß? Auch wenn die Kirche in Notfällen und unter bestimmten Bedingungen eine "gemeinsame Lossprechung" zulässt, so ist doch die private Buße, wie sie die Theologie schrittweise definiert und als rechtmäßig erklärt hat und wie sie bis in unsere Tage geübt wurde, das Vergleichsglied, in dem sich die öffentliche Buße der Vergangenheit wiederfindet. Dies voraus bemerkt, und die "Bußandachten" eine sehr gute Initiative, die zu einem gegebenen Zeitpunkt eingeschoben wird, um die Gewissen in den Zustand zu versetzen, sich individuell dem Priester vorzustellen, und zwar in einem dafür geeigneten und förderlichen geistlichen Klima, das früher oft zu wenig gegeben war, und mit einer klaren Erkenntnis des Willens Gottes und seiner präzisen Forderungen, was vielleicht lange Zeit gefehlt hat. Man ersieht hieraus, wie reichhaltig die Erziehung sein muss, die das Seminar seinen künftigen Priestern auf diesem Gebiet geben muss nach den Anweisungen der Instruktion dieser Kongregation über die liturgische Ausbildung (Nr. 36). Man muss sie in einen engen Kontakt mit dem Wort Gottes bringen, damit sie .ich eine rechte Vorstellung von der Struktur eines christlichen Gewissens bilden, das ganz um die Liebe als Mittelpunkt kreist, aber auch keinen Bereich vernachlässigt, in dem sich die Liebe verkörpern muss: Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Starkmut, Klugheit, nach der klassischen Formulierung der Kardinaltugenden. Man muss sie zur gleichen Zeit ausüben, dann wird dieses ganze Sichselbstbesinnen und Suchen in ein Klima der Gottesliebe eingebettet, das eine echte und vertrauensvolle Reue aufkeimen lässt.

Die persönliche Beichte

39 Von dieser Ausgangssituation ergibt sich ganz natürlich der persönliche Kontakt mit dem Priester; die traditionelle Lehre der Moral findet hier ihren vollen Sinn. Nichts kann diesen Austausch mit dem Priester ersetzen, wo ein wach und einsichtig gewordener Geist und ein aufgewühltes Herz sich an den wenden, der von Gott die Vollmacht hat, Sünden nachzulassen, und von ihm das unersetzliche Wort erbitten, das uns das Evangelium so oft vernehmen lässt und das nun unmittelbar und persönlich den reuigen Sünder trifft: "Deine Sünden sind dir vergeben." Und das verbunden, wenn es möglich und nutzbringend erscheint, mit einem treffenden Rat. So sehr die Vorbereitung in der Gemeinschaft erfolgen und jedem einzelnen das Gebet aller Segen bringen mag, die Lossprechung ist ihrer Natur nach persönlich und nicht auf andere ausdehnbar. Das Seminar muss dem einzelnen die persönliche Absolution ebenso kostbar machen wie die gemeinsame Bußfeier, sofern diese möglich ist.

40 Ein Priester, der das begriffen hat, wird auch den Mut aufbringen, sich den harten Dienst des Beichthörens zuzumuten, der aus einem Pfarrer von Ars einen Heiligen gemacht hat und von dem uns in einer uns näher liegenden Zeit ein Don Bosco ein großartiges Beispiel gegeben hat.

Seelenführung

41 Im Rahmen des Sakramentes, das würdig und richtig empfangen wird, breitet sich das Licht des Herrn frei aus und geht weit über die Erteilung der Lossprechung hinaus. Ein Priester, der beichthört, wird in vielen Fällen, angefangen vom Bekenntnis, ~u einem "Gewissensberater" und "Seelenführer": er leistet Hilfe, wenn es gilt, die Wege des Herrn zu erkennen. Wie viele Berufungen sind nie entdeckt worden, weil dieser einzigartige übernatürliche Kontakt ausblieb, wo der Priester zumindest eine Frage hätte stellen können! Muss man nicht den Rückgang der Einzelbeichte, wenigstens zum Teil, für den auffälligen Rückgang der geistlichen Berufungen verantwortlich machen? Das Seminar muss wissen, dass es "Seelenführer" heranbildet.

Aszese und Hausordnung

42 Das Sakrament der Buße ist ein Eingreifen Gottes, um die persönliche Bemühung des Menschen zu vollenden, seine "Feier" ist eine glückliche Etappe, der noch andere folgen sollen. Gott begegnet dem Pönitenten; dieser soll immerfort ein Christ sein, der sein Kreuz Christus nachträgt. Das Wort „Aszese“, ist heute nur noch selten zu hören und die Aszese selbst ist nicht beliebt. Sie bleibt aber unentbehrlich für jeden, der seinen Charakter ordnen und seine Sendung erfüllen will. Der Priester kann seinem Auftrag und seinen Verpflichtungen, besonders der des Zölibats, nicht treu bleiben, wenn er nicht dazu erzogen worden ist, eine feste Lebensordnung anzunehmen und sie eines Tages sieh selbst zu geben. Das Seminar hat nicht immer den Mut, das auszusprechen und zu verlangen. Nötig ist hier vor allem eine vernünftige, kluge Hausordnung, die verpflichtend ist, auch wenn sie eine gewisse Anstrengung verlangt, und die dazu anleitet, später einmal sich selber eine den Umständen angepasste Ordnung zu geben. Das Fehlen einer festen, einzuhaltenden Tagesordnung ist für den Priester eine Quelle vieler Übel: Zeitverlust, schwindendes Bewusstsein der eigenen Sendung und der Einschränkungen, die sie einem auferlegt, eine wachsende Empfänglichkeit und Verwundbarkeit für Impulse und Anreize aus der Gefühlsphäre. Man bedenke dabei doch auch, welche Opfer die eheliche Treue auferlegt; und die priesterliche Treue sollte sie nicht fordern? Das wäre paradox. Ein Priester kann nicht alles sehen. alles hören, alles sagen, alles probieren wollen. Das Seminar muss ihm die Fähigkeit geben, in voller innerer Freiheit Opfer auf sich zu nehmen und eine vernünftige persönliche Ordnung treu einzuhalten.

Gehorsam

43 Eine kurze Überlegung sei in diesem Zusammenhang auch dem Problem des Gehorsams gewidmet. Man solle aufhören, das Wort "Gehorsam" als ein verbotenes Wort anzusehen. Man kann nicht Jünger Christi sein und sich einer Hallung widersetzen, die zu einem Ruhmestitel Christi geworden ist (vgl. Phil 2, 8-9). Die persönliche Freiheit, auf die man heute so sehr bedacht ist, wird durch den richtig verstandenen Gehorsam nicht beeinträchtigt, sondern findet darin ein echtes Feld der Betätigung.

44 Der Gehorsam muss freilich richtig verstanden sein. Sicher kann man nicht sagen, man gehorche Gott, wenn man sich weigert, denen zu gehorchen, denen Gott einen besonderen Auftrag gegeben hat Aber weder die Ausübung der Autorität noch der Vollzug des Gehorsams können richtig verstanden und akzeptiert werden, wenn sich nicht beide Seiten zum Gehorsam gegen Gott verpflichtet wissen. Sowohl der Regens wie die Alumnen müssen in diesem Bereich zuerst und ständig ihr Auge auf den Willen Gottes richten, der sich im "Gemeinwohl" des Seminars kundtut. Dem Regens steht es zu, dieses Gemeinwohl näher zu umschreiben, es verständlich und bejahenswert zu machen, alle Initiativen und Kräfte des guten Willens für seine Verwirklichung zu mobilisieren, das Interesse der Kandidaten für den Inhalt des Gemeinwohls zu fördern, die noch unklar gebliebenen Punkte durch einen guten Dialog zu klären und schließlich feste autoritative Entscheidungen zu treffen. Der Priesterkandidat seinerseits muss bereit sein, den anzuhören und zu verstehen, der im Namen des Herrn die Leitungsgewalt ausübt, und nach besten Kräften an der Verwirklichung dieses Gemeinwohls mitzuwirken, das letztlich darin besteht, dass ein Klima geschaffen und unterhalten wird, wo die Idee des Priestertums Christi klar hervortritt und allen ins Bewusstsein gesenkt wird, wo die Gnade Gottes die Möglichkeit findet, in jedem ihr Werk zu tun, in dem sie nicht zuviel verlangt von dem, der nur weniger leisten kann, und nicht zu wenig von dem, der mehr vermag

45 Der Gehorsam wird immer ein Opfer bleiben. Er soll aber zugleich einen freudigen Charakter annehmen, denn er ist eine Form, Gott zu lieben. Morgen wird der Junge Priester unter den verschiedensten Formen Gehorsam leisten müssen. Er soll dahin gelangen, ihn in Christus zu verstehen und lieb zu gewinnen. In einer solchen Atmosphäre kann man persönlich erfahren, was eine echte christlich-brüderliche Gemeinschaft ist, die durch den Willen zusammengehalten wird, gemeinsam am Reiche Gottes zu arbeiten.

Das Im Schoß der Jungfrau Maria "Fleischgewordene Wort"

Das Mariengeheimnis - ein Glaubensinhalt

46 Man hätte nicht alles über die Erfordernisse einer Einführung in das geistliche Leben gesagt, würde man nicht kurz, aber mit Nachdruck auf die Bedeutung hinweisen, die im Seminar der Verehrung der seligsten Jungfrau zukommt.

47 Das Wort "Verehrung" oder "Andacht" kann heute leicht missverstanden werden. Man könnte denken, es handle sich um ein besonderes Charisma oder eine Sache des persönlichen Geschmacks, auf jeden Fall um etwas was dem einzelnen freigestellt ist. In Wirklichkeit geht es einfach darum den Glauben der Kirche anzunehmen und das zu leben, was von uns das Credo zu glauben verlangt: das Wort Gottes ist Mensch geworden im Schoss der Jungfrau Maria. Das Wort Christi am Kreuz zeigt uns hinreichend, wenn es nötig sein sollte, dass es sich bei dieser Geburt nicht um einen vorübergehenden Beitrag Marias zur Erlösung handelt. Die „Verkündigung“ ist ein anderer Ausdruck für die Inkarnation. Der Kirche ist das Marienmysterium mehr und mehr bewusst geworden. Sie hat nicht etwa von sich aus zu dem hinzugefügt, was uns die Schrift lehrt; sie ist vielmehr der Jungfrau Maria auf jeder Station begegnet, wo sie sucht Christus zu entdecken.

48 Die Christologie ist auch eine Mariologie. Die Freude, mit der Papst Johannes Paul II. das Mariengeheimnis lebt, ist nichts anderes als konsequente Treue zum Glauben. In diesem Sinne muss die Liebe zu Maria im Seminar gelehrt werden. Die Probleme, die sich heute in der Christologie stellen, würden in einer solchen Glaubenstreue eine grundsätzliche Lösung finden. Insbesondere kann und muss die Andacht zu Maria eine Garantie gegen alle Tendenzen sein, die sich gegen die historischen Wurzeln des Christusmysteriums richten. Man kann sich fragen, ob sich hinter dem Schwinden der Andacht zu Maria nicht oft ein Zögern vor einer freimütigen Annahme des Geheimnisses Christi und seiner Menschwerdung verbirgt.

Marianisches Klima

49 Es ist klar: das Geheimnis der Jungfrau kann nur gelebt werden in einem seelischen Klima der Einfachheit, des Verzichts, das nichts zu tun hat mit Verweichlichung oder oberflächlichen Gefühlsergüssen. Der im Umgang mit der seligsten Jungfrau führt notwendig zu einer größeren Vertrautheit mit Christus und seinem Kreuz. Nichts kann mehr als die wahre Andacht zu Maria, verstanden als ein Streben nach immer vollkommenerer Nachahmung, ganz im Sinne des II. Vatikanischen Konzils und des Apostolischen Schreibens "Marialis cultus" Pauls VI., zur Freude am Glauben führen: "Selig bist du, die geglaubt hat" (Lk 1,45). Ein Seminar darf nicht vor den Schwierigkeiten zurückweichen, seinen Alumnen durch die traditionellen Mittel der Kirche einen Sinn für den echten Gehalt des Marienmysteriums und eine wahre und innige Marienverehrung zu vermitteln, wie die Heiligen sie gelebt haben und wie sie uns ein heiliger Ludwig Maria Grignion de Montfort vorgeführt hat, nämlich als ein "Geheimnis" der Erlösung.

Schluss

50 Als Schlussgedanken möchten wir eine Anregung vorlegen. Um ehrlich zu sein, wir wünschen, dass diese Anregung in die Tat umgesetzt wird, allmählich zu einer festen und bleibenden Einrichtung in den Seminarien wird.

Ein Vorschlag

51 Das ideale Ziel, von dem wir einige Grundzüge vorgeführt haben, ist schwer zu erreichen. Die jungen Männer, die in hochherziger Gesinnung sich für das Priestertum melden, kommen aus einer Welt, in der innere Sammlung fast unmöglich geworden ist infolge der ständigen Überreizung der Sinne und Überlastung des Denkens. Die Erfahrung zeigt, dass eine Periode der Vorbereitung auf das Seminar, die ausschließlich der Einführung in das geistliche Leben gewidmet ist, nicht nur nicht überflüssig ist, sondern überraschende Resultate zeitigen kann. Das bezeugt manches Seminar, in dem die Zahl der jungen Leute durch diese Maßnahme unerwartet angestiegen ist, was nach dem Urteil der Verantwortlichen ein Erfolg dieser mutigen Initiative ist, die man in diesem Fall sogar auf ein ganzes Jahr verlängert Diese Zeitspanne einer spirituellen Propädeutik erweist sich als eine Wohltat für die Teilnehmer selbst. Es ist eher die Diözese, die beim derzeitigen Priestermangel glaubt, ein unnötiges Opfer bringen zu müssen; in Wirklichkeit würde sie sehr bald feststellen, dass eine solche Einrichtung sich segensreich auswirkt. Wir erlauben uns als Schlussempfehlung, darauf zu drängen, dass dieser Versuch gemacht werde.

52 Diese Vorbereitungsstufe hätte den Vorteil, dass sie außerhalb des Seminars stattfände und sich über eine beachtliche Zeitspanne verlängert ließe. So könnte man schon am Anfang erreichen, was man später über enge Jahre hinweg ohne große Erfolgsaussichten zu erreichen sucht, wo die intellektuelle Arbeit den größten Teil der Zeit beansprucht und man nicht mehr die Muße und geistige Freiheit besitzt, die für eine echte Einübung ins geistliche Leben notwendig sind.

53 Würde dieser Vorschlag Annahme finden, dann hätten auch die hinweisenden Empfehlungen dieses Rundschreiben, die besten Aussichten auf eine fruchtbare Verwirklichung.

54 Es ist verständlich, dass dieser Vorschlag nicht immer und überall durchführbar ist. Auch für hochgesinnte Menschen tun sich viele Möglichkeiten auf, wenn sie die vorausgegangenen Anregungen bedenken und in die Tat umsetzen wollen und dabei auf die Gnade Christi vertrauen, die ihr Werk unterstützen wird.

Rom, am Fest der Erscheinung des Herrn, 6. Januar 1980
Gabriel-Marie Kardinal Garrone
Präfekt
Antonio Maria Javierre Ortas
Sekretär

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