Aufklärung

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Charakteristisch für die prot. theologische Aufklärung ist ihre Bibelkritik und ihre unausgesetzte Polermik gegen den "Wunderglauben". Das erschüttert den Glauben an die Offenbarung überhaupt und führt zum Versuch, sie als "Kern" einer naturgegebenen Vernunftreligion zu begreifen. Typische Elemente dieser Kritik sind:
 
Charakteristisch für die prot. theologische Aufklärung ist ihre Bibelkritik und ihre unausgesetzte Polermik gegen den "Wunderglauben". Das erschüttert den Glauben an die Offenbarung überhaupt und führt zum Versuch, sie als "Kern" einer naturgegebenen Vernunftreligion zu begreifen. Typische Elemente dieser Kritik sind:
  
*Ablehnung der Inspiration der Bibel
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*Ablehnung der Inspiration der Bibel, d.h. des [[Hl. Geistes]]
*Ablehnung der metyphysischen Gottessohnschaft Jesu
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*Ablehnung der metaphysischen Gottessohnschaft Jesu, d.h. des [[Verbum Dei]]
*Ablehnung des Erlösungs- und Auferstehungsglaubens
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*Ablehnung des Erlösungs- und Auferstehungsglaubens, d.h. der Gotteskindschaft des Menschen
  
 
Während einerseits die gesamte "aufgeklärte" Verkündigung einemn schgrill moralisierenden Ton annimmt, wird doch andereseits eine laxe Individualmoral gestattet ("permissive Ethik").  
 
Während einerseits die gesamte "aufgeklärte" Verkündigung einemn schgrill moralisierenden Ton annimmt, wird doch andereseits eine laxe Individualmoral gestattet ("permissive Ethik").  
  
Der Wind der Aufklärung ergriff schon im 18. Jahrhundert überdies auch Teile der katholischen Theologie. Die Verweltlichung des höheren Klerus, der ganz unter dem Eindruck des [[Gallikanismus]] stand, sowie die aufgeklärte Kirchenpolitik des österreichischen [[Kaiser]]s [[Joseph II.]] sind dafür nur Beispiele. Bis hin zur fehlerhaften Rezeption des I. und II. Vatikanum reichen die Ausläufer dieser Mentalität. Der so gen. "[[Geist des Konzils]]" ist nicht selten nichts anderes als der wieder auferstandene Geist der [[Synode von Pistoia]] (1786 verurteilt), ohne dass die Protagomnisten einsehen, dass die Welt von heute längst mehr als weitere 200 Jahre durchlebt und durchlitten hat.
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Der Wind der Aufklärung ergriff schon im 18. Jahrhundert überdies auch Teile der katholischen Theologie. Die Verweltlichung des höheren Klerus, der ganz unter dem Eindruck des [[Gallikanismus]] stand, sowie die aufgeklärte Kirchenpolitik des österreichischen [[Kaiser]]s [[Joseph II.]] sind dafür nur Beispiele. Bis hin zur fehlerhaften Rezeption des I. und II. Vatikanum reichen die Ausläufer dieser Mentalität. Der so gen. "[[Geist des Konzils]]" ist nicht selten nichts anderes als der wieder auferstandene Geist der [[Synode von Pistoia]] (1786; 1794 mit [[Auctorem fidei]] verurteilt), ohne dass die Protagomnisten einsehen, dass die Welt von heute längst mehr als weitere 200 Jahre durchlebt und durchlitten hat.
  
 
=== Würdigung ===
 
=== Würdigung ===

Version vom 29. August 2008, 21:54 Uhr

Aufklärung sei, einem Bonmot von Kant folgend (1784), der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die Unzulänglichkeit dieses Begriffs wurde jedoch schon im 19. Jahrhundert kritisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geistesgeschichte

Abseits jedes moralisch-prätentiösen Pathos ist die Aufklärung zunächst einmal eine Epoche der Geistesgeschichte, die in all ihrer Ambivalenz wahrgenommen werden muss, mit ihren Licht- und Schattenseiten. Bedrängt durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft seit dem 17. Jahrhundert, andererseits gequält durch Kriege und Konflikte, die auch in der Religionspolitik wurzelten, war in Europa eine Rückkehr hinter den Anthropozentrismus der Renaissance, hin zum Ordnungsdenken des Mittelalters, derart versperrt, dass der Gedanke einer fortschreitenden Entwicklung, einer lichten Zukunft entgegen, in den intellektuellen Kreisen großen Zuspruch fand, insbesondere in Holland, England und Frankreich.

Entwicklung

Die deutsche Aufklärung verlief maßvoller als die französische. In der Ehtik strebte man eine rein natürliche Begründung an und entwickelte das Ideal der Humanität (Lessing). Populär ist die Aufklärung heute noch, trotz ihrer teils fatalen Ergebnisse, vor allem wegen ihrer religionsfeindlichen Tendenz, da die "breite Masse" die Religion mit Moral, also mit der Befolgung von sittlichen Vorschriften gleichsetzt, denen "man" sich nicht beugen will. Der weit höhere Anspruch der Aufklärung ist denselben Leuten aber zu anstrengend, wie daran zu erkennen ist, dass die Maximen der "letzten Aufklärer" (etwa: Sartre) keine kulturell relevante Lebensform zu gestalten imstande waren.

Theologische Aufklärung

Die Aufklärungsphilosophie beeinflusste insbesondere die Theologie des deutschen Protestantismus, mit Ausstrahlungen ins Skandinavische und nach Nordamerika. Auch die Kirche von England musste sich mit diesen Strömungen seit dem 18. Jahrhundert auseinandersetzen.

Schon der Rationalist Christian Thomasius kämpfte Seite an Seite mit den Pietisten Francke und Lange gegen das amtliche Luthertum des "Altprotestantismus" mit seinem staatsfromm-pessimistischen Menschenbild. Auch der Spott aufklärerischer Gelehrter wie Reimarus und Lessing brachten den "beschränkten Konfessionsglauben" in große Verlegenheit.

Charakteristisch für die prot. theologische Aufklärung ist ihre Bibelkritik und ihre unausgesetzte Polermik gegen den "Wunderglauben". Das erschüttert den Glauben an die Offenbarung überhaupt und führt zum Versuch, sie als "Kern" einer naturgegebenen Vernunftreligion zu begreifen. Typische Elemente dieser Kritik sind:

  • Ablehnung der Inspiration der Bibel, d.h. des Hl. Geistes
  • Ablehnung der metaphysischen Gottessohnschaft Jesu, d.h. des Verbum Dei
  • Ablehnung des Erlösungs- und Auferstehungsglaubens, d.h. der Gotteskindschaft des Menschen

Während einerseits die gesamte "aufgeklärte" Verkündigung einemn schgrill moralisierenden Ton annimmt, wird doch andereseits eine laxe Individualmoral gestattet ("permissive Ethik").

Der Wind der Aufklärung ergriff schon im 18. Jahrhundert überdies auch Teile der katholischen Theologie. Die Verweltlichung des höheren Klerus, der ganz unter dem Eindruck des Gallikanismus stand, sowie die aufgeklärte Kirchenpolitik des österreichischen Kaisers Joseph II. sind dafür nur Beispiele. Bis hin zur fehlerhaften Rezeption des I. und II. Vatikanum reichen die Ausläufer dieser Mentalität. Der so gen. "Geist des Konzils" ist nicht selten nichts anderes als der wieder auferstandene Geist der Synode von Pistoia (1786; 1794 mit Auctorem fidei verurteilt), ohne dass die Protagomnisten einsehen, dass die Welt von heute längst mehr als weitere 200 Jahre durchlebt und durchlitten hat.

Würdigung

So wie das "einfache Volk" lieber an Horoskope glaubt oder zu Wunderheilern seine Zuflucht nimmt, so "glaubt" der hedonistische Bildungsbürger weiterhin an die "Aufklärung", wenn auch nur in dem kleinen Maßstab, den montags der SPIEGEL oder sonntags RTL bietet. Dieser Umgang mit dem Phänomen wird dem Ernst der Fragestellung jedoch nicht gerecht.

"Wage, Dich Deines Verstandes zu bedienen!" (Außer: Er empfiehlt Dir eine Wallfahrt an das Grab des Hl. Petrus?)

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