Antonius von Padua

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hl. Antonius, Abtei Strahov, Prag

Antonius von Padua ORC später OFM (* 15. August 1195 in Lissabon, Portugal; † 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua, Italien) ist ein Heiliger und Kirchenlehrer. Sein liturgischer Gedenktag ist der 13. Juni. Er wird in Italien "Il Santo" ("Der Heilige" [schlechthin] genannt) und ist wohl der beliebteste Volksheilige dieses Landes.

Er ist der Patron der Verkündigung, der Schiffbrüchigen, der Indianer, der Esel, der Schwangeren, von Portugal, der Reisenden und wird gern bei verloren gegangenen Gegenständen angerufen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Antonius aus Lissabon hieß mit bürgerlichen Namen Ferdnando und wurde in eine reiche Familie hineingeboren. Er besuchte die Klosterschule der Regularkanoniker vom heiligen Kreuz in St. Vincente in Lissabon. Mit 15 Jahren wurde er im Kreuzorden Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. Maria, die leibliche Schwester des heiligen Antonius, besuchte ihren Bruder nach seiner Profess. Antonius verstand es, dass auch sie in den Orden der Schwestern vom heiligen Kreuz eintrat. Sie starb am Fest des heiligen Theotonius, den 18. Februar 1240. Nach zehn Jahren, als 1220 die Reliquien des Heiligen Berard von Carbio und seiner Gefährten, die ersten franziskanischen Märtyrer, in seine Heimatkirche gebracht wurden, beschloss er, die Augustiner-Chorherren zu verlassen, um dem Franziskanerorden beizutreten und in Marokko das Evangelium zu verkünden.

Noch im selben Jahr trat er mit dem Segen seiner Ordensoberen in den Franziskanerkonvent "St. Antonius" von Coimbra über und wählte den Namen des Klosterpatrons Antonius, zur Ehre des ägyptischen Einsiedlers, dem das Kloster Santo Antão dos Olivãis geweiht war. Sein Vorhaben, den Muslimen zu predigen, konnte er aber nicht ausführen, da ihm in Marokko eine nicht näher bestimmbare Tropenkrankheit schwer zu schaffen machte. Um die Gesundheit zumindest teilweise wieder zurückzugewinnen, war er gezwungen, Marokko zu verlassen und über das Meer den Rückweg anzutreten. Das Schiff sollte die Reisenden nach Spanien bringen. Aufgrund der unvorhersehbaren heftigen Gegenwinde erlitt er vor Sizilien Schiffbruch. Dort schloss er sich einigen Brüdern am Weg nach Portiuncula an. Er entschloss sich zum Leben eines Einsiedlers und lebte in einer Höhle nahe San Paolo, die er nur verließ, um der Heiligen Messe beizuwohnen und in einem nahen Kloster zu fegen. Franz von Assisi ernannte ihn zum ersten Lehrer der Theologie. Antonius war ein hervorragender Bibelkenner, seine Theologie war vom heiligen Augustinus geprägt.

Predigttätigkeit

Eines Tages, als ein Prediger ausblieb, bedrängte man Antonius, an seiner Stelle zu sprechen. Die Brüder waren so beeindruckt, dass er in der Folge seine ganze Zeit reisend, das Evangelium verkündend verbrachte und in ganz Italien und Frankreich predigte. Als begnadeter Prediger zog er Massen an. Zu seinen Predigten strömten bis zu 30 000 Menschen. Vier kräftige Mönche waren seine Body-Gards, die ihm den Weg bahnten. Menschen hatten Scheren in der Hand, um Teile seines Gewandes als Reliquien herauszuschneiden. Schon nachts zuvor übernachteten Leute auf dem Platz, auf dem er am nächsten Tag predigte, um ihn aus der Nähe erleben zu können. Irrlehren bekämpfte er mit der Schärfe des Wortes.[1] Er hatte die Gabe, direkt das Herz zu berühren - nicht nur das von Menschen unterschiedlicher Sprache, sondern nach der Überlieferung auch das der Tiere (Fischpredigt).

Tod

Grab des hl. Antonius in Padua

Im Sterben stimmte er das "Gloriosa Domina" ("O Du erhabene hohe Frau") an und blickte lange in die Ferne. Auf die Frage: "Was sieht du", antwortete er: "Ich sehe den Herrn". Bei seinem Tod riefen die Kinder: "Der Heilige ist tot". Es geschahen an seinem Grab viele Wunder. 46 von ihnen wurden untersucht und dokumentiert. Die geheilten legten dort z.B. ihre Krücken ab, so viel sodass das Grab nicht mehr sichtbar war. Seine Zunge ist bis heute unverwest; eine Bestätigung Gottes für die Wortgewalt und der Predigt des Heiligen.[2] Sein Grab in Padua ist nach Rom, Assisi und Loretto der meist besuchte Wallfahrtsort Italiens.

Heiligsprechung und Päpstliches

Antonius wurde auf stürmisches Verlangen des Volkes und drängen der Kardinäle, bereits elf Monate nach seinem Tod (Rekordzeit) in Arcella bei Padua am 30. Mai 1232 von Papst Gregor IX. heilig gesprochen.[3] Am 16. Januar 1946 wurde er von Pius XII. im Apostolischem Schreiben Exulta, Lusitania felix zum Kirchenlehrer als doctor evangelicus erhoben. Am 12. bis 15. Mai 1982 besuchte Papst Johannes Paul II. Portugal. Dabei hielt er am 12. Mai eine Ansprache in der Antonius-Kirche in Lissabon.

Patron für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände

Für seine Vorlesungen und Predigten benutzte der hl. Antonius von Padua gerne ein selbst verfasstes Buch, das eines Tages nicht mehr auffindbar war. Ein junger Mönch, des Ordenslebens überdrüssig geworden, hatte das Kloster heimlich verlassen und das Buch mitgenommen. Als der Heilige seinen Verlust bemerkte versenkte er sich sofort ins Gebet, vor allem für den verblendeten jungen Mann aber auch für die Wiedererlangung seines Buches. Seine Bitten wurden von Gott erhört und wenige Stunden später betrat der Ausreißer die Zelle des hl. Antonius, warf sich ihm zu Füssen, bekannte seine Schuld und gab das gestohlene Buch zurück. Er erzählte, ein fürchterlich anzusehender Mann habe ihn bedroht und ihm befohlen, augenblicklich das gestohlene Manuskript zurückzubringen. Antonius verzieh dem jungen Mann und nahm ihn wieder ins Kloster auf. Dieser wurde daraufhin ein musterhafter Franziskanermönch. Die Wiedererlangung des gestohlenen Manuskripts ist der Grund dafür, dass der hl. Antonius von Padua zum Patron der nach verlorenen Gegenständen Suchenden wurde.

Gebet des Heiligen Antonius vor jeder Predigt

"O Licht der Welt, unendlicher Gott, du Vater der Ewigkeit, Spender der Weisheit und Wissenschaft und unschätzbarer Austeiler aller geistlichen Gnaden. Der du alles weißt, bevor es geschieht, der du Finsternis und Licht kommen lassest. O nimm meine Hand, berühre meinen Mund und mache ihn zu einem scharfen Schwert, damit ich deine Worte beredt hervorbringen könne. Mache o Herr meine Zunge zu einem auserlesenen Pfeil um alle deine Wunder und Werke würdig zu verkünden. Lege o Herr deinen Geist in mein Herz, damit ich ihn behalte und in mein Gewissen, damit ich ihn wohl betrachte. Hauche mir ein den andächtigen, den heiligen, den barmherzigen, den milden und sanften Geist deiner Gnade. Lehre und unterrichte und befestige den Ein- und Ausgang meiner Sinne und meiner Gedanken und bis zum Ende leite mich deine heilige Zucht und unterstütze mich dein allerhöchster Rat durch deine unendliche Weisheit und Barmherzigkeit. Amen."[4]

Zitat aus einer Predigt

Taten sprechen lauter als Worte; Lass deine Worte lehren und deine Taten sprechen. Wir sind voll mit Worten aber ohne Taten. Darum sind wir angeklagt vom Herrn selbst, denn dieser hat den Feigenbaum verflucht als er keine Früchte fand.

Literatur

Zeitschrift

  • Sendbote des heiligen Antonius. Offizielle Zeitschrift der Basilika des heiligen Antonius in Padua. Adresse (Deutschland): Sendbote, Postfach 110562, 97032 Würzburg. Email: sendbote@ofmconv.de

Bücher

Weblinks

Anmerkungen

  1. Richard Kocher, Mittagsansprache am 13. Mai 2018, 12-12,15 Uhr
  2. Richard Kocher, Mittagsansprache am 13. Mai 2018, 12-12,15 Uhr.
  3. Richard Kocher, Mittagsansprache am 13. Mai 2018, 12-12,15 Uhr.
  4. Richard Kocher, Mittagsansprache am 13. Mai 2018, 12-12,15 Uhr.
Meine Werkzeuge