Alma von Stockhausen

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Alma von Stockhausen (Prof. Dr. phil.; *30. September 1927 in Münster in Westfalen; † 4. Mai 2020 in Heroldsbach[1]) ist eine Philosophieprofessorin aus Deutschland und Gründerin der Gustav-Siewerth-Akademie.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Ihre Eltern

Ihr Vater war Franz Eduard von Stockhausen, ein prominenter Rechtsanwalt und Historiker, dabei tief im christlichen Glauben verwurzelt. Obwohl im Staatsdienst, konterte er dem damals herandämmernden braunen Zeitgeist und bezog aus dem täglichen Besuch der Heiligen Messe seine Kraft. Schließlich zog er nach Aschendorf in das urkatholische Emsland, wo er zumindest keine Repressalien zu fürchten brauchte. Hitlers „Mein Kampf“ setzte er das epochale Werk „Europas Kampf um Christus. Die Geschichte der christlichen Bewegung“ entgegen und auf das „Heil Hitler!“ nationalsozialistischer Kreisbeamter antwortete er stets mit einem ganz und gar nicht norddeutschen „Grüß Gott!“

Ihre Mutter, eine geborene Gräfin von Bernstorff, hatte – für eine Frau dieser Zeit eine Seltenheit – Philosophie studiert, um ihre Glaubensfragen zu klären. Bereits ihre Großmutter war, zum Schrecken der protestantischen Dynastie, zum katholischen Glauben konvertiert und auch sie wollte diesen Glauben mit den Methoden der Geisteswissenschaften überprüfen. Dabei fand sie nicht nur zu Christus, sondern lernte auch ihren Mann kennen. Sechs Kinder gingen aus dieser Ehe hervor, zwei Mädchen und vier Jungen, von denen drei Priester wurden. Der Jüngste, Pater Dietrich von Stockhausen, betreute jahrelang deutsche Pilger in Medjugorje und leitete vor seiner Emeritierung die Gebetsstätte Heroldsbach.[2]

Alma selbst

Alma von Stockhausen wurde in Münster in Westfalen geboren. Sie absolvierte ab 1946 das Studium der Philosophie, Theologie und Geschichte in Münster, Göttingen und Freiburg. Im Jahr 1954 promovierte sie mit einer der Arbeit zur Analogia entis bei Thomas von Aquin an der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg bei Max Müller.

Zu ihren Lehrern zählten die Philosophen Gustav Siewerth, Martin Heidegger und Nicolai Hartmann sowie die Theologen Michael Schmaus und Hermann Volk, der spätere Bischof und Kardinal von Mainz.

Nach ihrer Habilitation legte Alma von Stockhausen ab 1962 als Professorin für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. 1985 gründete sie die Gustav-Siewerth-Akademie, die nach dem Rektor der Pädagogischen Hochschule Gustav Siewerth benannt wurde. 1988 wurde diese als wissenschaftliche Hochschule in privater Trägerschaft staatlich anerkannt. Sie machte es sich zur Aufgabe die Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie zu analysieren und zu versöhnen. Am 30. September 2007 wurde sie von Papst Benedikt XVI. zur Dame des Gregoriusordens ernannt.

Ihren Lebensabend verbrachte Alma von Stockhausen im fränkischen Heroldsbach bei Forchheim.

Werke

  • Der Geist im Widerspruch – Von Luther zu Hegel. Band 3, 2. 1990, 112 S., ISBN 3-928273-03-5,
  • Theobald Beer/Alma von Stockhausen (Hrsg.): Erklärungen Martin Luthers zum Brief des Hl. Paulus an die Galater. Übersetzt und bearbeitet am Institut für Lutherforschung der Gustav-Siewerth-Akademie von Theobald Beer, 1998, 375 S., ISBN 3-928273-90-6.
  • Theobald Beer, Alma von Stockhausen (Hrsg.): Vigilius von Thapsus "Die Disputation zwischen Arius und Athanasius". Luthers erste Klosterlektüre. Übersetzt und bearbeitet am Institut für Lutherforschung der Gustav-Siewerth-Akademie von Theobald Beer, 1999, 69 S., ISBN 3-928273-86-8.
  • «Mythos - Logos - Evolution», Hänssler Verlag
  • „Der Glaube allein - Luthers Theologie – eine Autobiografie“, Gustav-Siewerth-Akademie, Weilheim-Bierbronnen 2016 (520 S.; ISBN 3-928273-69-8).

Weblinks

Anmerkungen

  1. „Von Seiner Liebe umfangen“ Kath.net am 5. Mai 2020 von Michael Hesemann
  2. „Von Seiner Liebe umfangen“ Kath.net am 5. Mai 2020 von Michael Hesemann
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